Ein Anhänger der QAnon-Bewegung erwartet die Ankunft von US-Präsident Trump. | Bildquelle: AFP

Verschwörungstheorien im Netz Facebook löscht Konten der QAnon-Bewegung

Stand: 20.08.2020 10:19 Uhr

Die QAnon-Bewegung verbreitet krude Mythen im Netz. Nach Twitter geht nun auch Facebook dagegen vor. US-Präsident Trump distanzierte sich nicht von den Verschwörungstheoretikern: "Sie mögen mich sehr, was ich zu schätzen weiß".

Facebook hat zahlreiche Accounts der QAnon-Bewegung gelöscht, die Verschwörungstheorien im Netz verbreitet und US-Präsident Donald Trump unterstützt. Der Konzern hat nach eigenen Angaben fast 800 Gruppen mit Verbindungen zu QAnon aus seinem Netzwerk entfernt. Außerdem seien rund hundert Seiten und etwa 1500 Anzeigen mit Verbindungen zu der Bewegung beseitigt worden, teilte Facebook mit.

Das Unternehmen löschte demnach auch hunderte Hashtags mit Bezug zu QAnon auf Facebook und Instagram. Für viele Seiten auf Facebook und mehr als 10.000 Instagram-Konten mit Verbindungen zu der Bewegung seien zudem Restriktionen in Kraft getreten. Der Online-Dienst Instagram gehört zu Facebook.

Antisemitische und rechtsradikale Botschaften

Der Kurzbotschaftendienst Twitter hatte bereits vor einem Monat Tausende Konten mit Verbindungen zu QAnon gelöscht. Die QAnon-Bewegung verbreitet die Behauptung, dass die USA von einer kriminellen Organisation beherrscht würden, der etwa die früheren Präsidenten Bill Clinton und Barack Obama, der Milliardär George Soros sowie diverse Hollywoodstars angehören sollen.

Die zentrale Behauptung der QAnon-Anhänger ist, dass es eine Verschwörung gegen Trump in den tieferen Schichten des US-Regierungsapparats gebe. Außerdem behaupten sie oft, prominente Politiker der Demokraten ließen sich mit Hormonen behandeln, die aus dem Blut von Kindern gewonnen würden.

Viele QAnon-Botschaften haben antisemitischen und rechtsradikalen Charakter. Unter den QAnon-Anhängern sind viele Trump-Unterstützer. Anhänger der Bewegung nahmen zuletzt auch an Protesten gegen die Corona-Restriktionen in den USA teil. 

Trump: "Sie mögen mich sehr"

US-Präsident Donald Trump hat sich bislang nicht von QAnon distanziert. "Wie ich verstehe, mögen sie mich sehr, was ich zu schätzen weiß", sagte er auf einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Er wisse zwar nicht viel über die Bewegung. Er habe aber gehört, dass sie an Popularität gewinne. Und: "Ich habe gehört, dass es Leute sind, die unser Land lieben."

Von einer Reporterin speziell darauf angesprochen, dass die QAnon-Anhänger glaubten, er rette die Welt "vor einem satanischen Kult aus Pädophilen und Kannibalen", sagte Trump: "Ich habe das nicht gehört. Aber soll das etwas Schlechtes sein oder etwas Gutes? Wenn ich helfen kann, die Welt vor Problemen zu retten, bin ich bereit dazu." Seine Regierung rette die Welt bereits vor "radikaler linker Philosophie".

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. August 2020 um 06:00 Uhr.

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