Rauchwolke über der russischen Stadt Dserschinsk | Bildquelle: dpa

Sprengstofffabrik in Russland 85 Menschen bei Explosionen verletzt

Stand: 01.06.2019 22:57 Uhr

Auf dem Werksgelände einer Sprengstofffabrik im russischen Dserschinsk ist es zu Explosionen gekommen. Weite Teile der Fabrik wurden zerstört. Unter den Verletzten sind Werksmitarbeiter und Anwohner.

Bei mehreren schweren Explosionen auf dem Werksgelände einer Sprengstofffabrik in Dserschinsk in Russland sind laut Regierungsangaben mindestens 85 Menschen verletzt worden, vier von ihnen schwer. 39 Werksmitarbeiter und 46 Bewohner benachbarter Häuser hätten medizinische Hilfe gebraucht, teilte das Gesundheitsministerium der Agentur Interfax zufolge am Samstag mit. Insgesamt mussten demnach 16 Menschen im Krankenhaus behandelt werden. Todesopfer gab es nach Angaben der Behörden nicht.

Große Teile der Fabrik wurden komplett zerstört. Russische Medien zeigten Bilder und Filme einer riesigen Rauchwolke. Im Umkreis der Fabrik wurden mehrere Gebäude durch die Druckwellen der Detonationen zerstört. Die Behörden riefen den Ausnahmezustand in der Stadt mit mehr als 200 000 Einwohnern aus.

Tödliche Unglücke in Russland keine Seltenheit

Russischen Medien zufolge stellt die Fabrik TNT für militärische und zivile Sprengsätze her. Dserschinsk liegt in der Nähe von Nischni Nowgorod rund 400 Kilometer östlich von Moskau. Die Regionalregierung richtete einen Krisenstab ein und verhängte den Ausnahmezustand. Laut Medien sind mehr als 300 Einsatzkräfte und 50 Fahrzeuge an den Aufräumarbeiten beteiligt.

Wie es zu den Explosionen kommen konnte, ist noch unklar. Es wurden Ermittlungen wegen möglicher Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften eingeleitet. In Russland kommt es immer wieder zu schweren Unglücken mit Toten und Verletzten, weil oftmals selbst elementare Sicherheitsvorkehrungen nicht eingehalten werden. Vergangenen August waren bei einer Explosion in einer anderen Rüstungsfabrik in Dserschinsk mehrere Menschen ums Leben gekommen.

Explosionen in Russland - Sicherheitsvorschriften offenbar systematisch nicht eingehalten
Sabine Stöhr, ARD Moskau
01.06.2019 21:57 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 01. Juni 2019 um 13:24 Uhr.

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