Ein ausgebranntes Auto in den Straßen Londonderrys | Bildquelle: AP

Anschlag in Nordirland Vier Verdächtige wieder frei

Stand: 22.01.2019 04:45 Uhr

Nach der Explosion einer Autobombe in der nordirischen Stadt Londonderry sind vier Verdächtige wieder auf freiem Fuß. Ein fünfter Mann bleibt weiter in Gewahrsam.

Vier Männer, die nach der Explosion einer Autobombe im nordirischen Londonderry festgenommen wurden, sind wieder auf freiem Fuß.

Ein 50-jähriger Mann bleibe aber weiter in Gewahrsam, teilte die nordirische Polizeibehörde mit. Die fünf Männer waren unter dem Verdacht festgenommen worden, der militanten Gruppierung "New IRA" anzugehören. Die Organisation lehnt das Friedensabkommen von 1998 ab und kämpft für ein vereinigtes Irland.

Der Sprengsatz war am Samstagabend im Zentrum Londonderrys vor einem Gericht detoniert. Verletzt wurde niemand - wohl auch deshalb, weil 15 Minuten vor der Explosion eine Warnung bei den Behörden eingegangen war und umliegende Gebäude geräumt wurden.

Unklar, ob Ereignisse mit Brexit im Zusammenhang stehen

Videoaufnahmen zeigten, wie gefährlich die Lage war: Noch wenige Minuten vor dem Anschlag ging eine Gruppe von Menschen an dem Fahrzeug vorbei. Am Montag versetzte der Raub zweier Autos durch bewaffnete und maskierte Männer die Polizei erneut in Alarmbereitschaft. Einer der Wagen wurde vorsichtshalber kontrolliert gesprengt.

Die Ereignisse in Londonderry erinnern an jene Jahrzehnte, während derer die IRA einen Guerillakrieg gegen den britischen Staat und protestantische Paramilitärs führte.

Unklar ist, ob ein Zusammenhang mit den laufenden Brexit-Verhandlungen über den geplanten EU-Austritt Großbritanniens besteht. Befürchtet wird, dass die Einführung von Grenzkontrollen zwischen der auch künftig zur EU gehörenden Republik Irland und dem britischen Nordirland die Gewaltspirale in der Ex-Bürgerkriegsregion wieder in Gang setzt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. Januar 2019 um 06:00 Uhr.

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