ComputergrafiK. Eine Raumsonde fliegt vor dem Planeten Merkur. | Bildquelle: dpa

Mission der ESA Sieben Jahre für die Geheimnisse des Merkur

Stand: 19.10.2018 12:53 Uhr

Sieben Jahre lang wird die europäisch-japanische Raumsonde zum Merkur fliegen. Der kleinste Planet könnte Hinweise auf die Entstehung unseres Sonnensystems liefern. Doch die Reise ist extrem kompliziert.

Die Europäische Weltraumorganisation ESA will den Merkur erforschen. Am Samstagmorgen startet die europäisch-japanische Raumsonde "BepiColombo" zum kleinsten und sonnennächsten Planeten vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana. Die Reise dauert sieben Jahre - auch weil der Weg dorthin nicht geradlinig verläuft.

"Es ist eigentlich unmöglich, direkt zum Merkur zu fliegen, weil man in Richtung Sonne fallen würde", erklärt Paolo Ferri, Leiter des Missionsbetriebs ESA, die Mission im ARD-Morgenmagazin. Die Schwerkraft der Sonne würde die Sonde zu stark anziehen. Deshalb müsse sie einen indirekten Weg zum Merkur wählen.

Dabei fliegt die Sonde in großen elliptischen Bahnen an Planeten vorbei. Zuerst ist 2020 die Erde dran, dann zweimal die Venus und sechsmal der Merkur selbst. Die Schwerkraft der jeweiligen Planeten bremst den Flug der Sonde. Am Ende sei sie langsam genug, um in die Umlaufbahn von Merkur zu gelangen, sagt Ferri.

Merkur-Mission startet
Morgenmagazin, 19.10.2018, Sebastian Kisters, HR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Merkur noch wenig erforscht

Der schwer zu beobachtende Himmelskörper Merkur ist bislang wenig erforscht - auch, weil die Reise zu ihm so schwierig ist. Nur zwei US-Sonden erkundeten ihn: "Mariner 10" in den 1970er-Jahren und "Messenger", die 2011 in eine Umlaufbahn um den Planeten eintrat.

Der Merkur hat einen Durchmesser von 4879 Kilometern - das ist etwas mehr als ein Drittel des Durchmessers der Erde (12.756 Kilometer). Die mittlere Entfernung von der Sonne beträgt 57,9 Millionen Kilometer. Bei der Erde sind es 149,6 Millionen Kilometer.

Computergrafik: Die zwei Teile der Raumsonde BepiColombo fliegen vor einem Planeten. | Bildquelle: dpa
galerie

So wird die Sonde BepiColombo rund 30 Minuten nach dem Start aussehen: Der Merkur-Orbiter ist in der Mitte zu sehen. Das Sonnensegel ist noch nicht ausgefahren. Ein zweiter Orbiter ist noch verdeckt.

Temperaturunterschiede von mehr als 580 Grad

Die Temperaturunterschiede auf dem Merkur sind extrem. Am Tag können mehr als 400 Grad Celsius erreicht werden, in der Nacht etwa minus 180 Grad. In den schattigen Vulkankratern vermute man gefrorenes Wasser, erklärt Ferri.

Inwiefern lohnt sich die Erforschung von Merkur?

Die steinige Oberfläche ist ähnlich wie die unseres Mondes mit Einschlagkratern übersät. Das Innere des Planeten dürfte aus einem riesigen Kern aus Eisen bestehen. Merkur hat wie die Erde ein Magnetfeld. Deshalb sei die Erforschung von Merkur auch besonders interessant, sagt Ferri. Die Mission auf den sonnennächsten Planeten könnte Hinweise auf die Entstehung unseres Sonnensystems liefern.

Dieses entstand aus einer Wolke von kosmischem Material, das auch als Solarnebel bekannt ist. ESA hofft, das kosmische Ursprungsmaterial zu entschlüsseln, indem es die Planeten innerhalb der kosmischen Familie genauer untersucht. Zudem wollen die Forscher herausfinden, wie sich der Merkur in den vergangen 4,6 Milliarden Jahren entwickelt hat.

Fest steht, dass der Planet wie der Mond nur eine sehr dünne Atmosphäre besitzt, die aus Wasserstoff, Helium, Sauerstoff, Natrium und Kalium besteht.

Ende 2025 wird "BepiColombo" voraussichtlich auf Merkur landen - gesetzt den Fall, sie übersteht die Mission.

Über dieses Thema berichtete das Morgenmagazin am 19. Oktober 2018 um 07:18 Uhr.

Darstellung: