Nach einem Erdbeben in Sapporo auf der japanischen Insel Hokkaido, haben sich im Boden große Risse gebildet. | AFP

Tote in Japan Erst der Taifun, jetzt ein Erdbeben

Stand: 06.09.2018 09:43 Uhr

Nach dem Taifun "Jebi" hat erneut eine Naturgewalt Japan getroffen: Ein Erdbeben der Stärke 6,6 erschütterte die Nordinsel Hokkaido. Mindestens sieben Menschen starben, es gab Hunderte Verletzte.

Nach einem Erdbeben der Stärke 6,6 sind in Japan nach neuen Angaben der Regierung mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 290 Menschen erlitten Verletzungen., mindestens 30 Menschen würden vermisst, teilte ein Regierungsvertreter mit.

Das Beben hatte die japanische Nordinsel Hokkaido um 3.00 Uhr morgens Ortszeit erschüttert. Wie die US-Erdbebenwarte USGS mitteilte, lag das Epizentrum des Bebens etwa 62 Kilometer südöstlich von Hokkaidos Hauptstadt Sapporo. Der Erdstoß ereignete sich demnach in geringer Tiefe. Ein Nachbeben der Stärke 5,3 erschütterte die Region nur wenig später. 

Tausende Soldaten für Rettungsarbeiten

In der betroffenen Gegend gab es nach dem Beben zahlreiche Erdrutsche. Luftaufnahmen zeigten Dutzende zerstörte Häuser am Fuße eines Hügels, wo sich einer der Erdrutsche ereignete. Dieselbe Gegend war erst vor wenigen Tagen von Taifun "Jebi" getroffen worden. "Wir werden unser Bestes tun, um Leben zu retten", sagte Japans Regierungschef Shinzo Abe nach einer Dringlichkeitssitzung seines Kabinetts. 4000 Soldaten wurden demnach für Rettungsarbeiten mobilisiert. Insgesamt kündigte er die Entsendung 25.000 Helfern an, um die Rettungsarbeiten zu unterstützen.

In rund drei Millionen Haushalten fiel nach dem Beben der Strom aus, nachdem ein für die Versorgung der Region zuständiges Wärmekraftwerk durch das Beben beschädigt wurde. Das Atomkraftwerk Tomari in Hokkaido, das vor dem Erdstoß nicht in Betrieb war, musste seine Notstrom-Reserven anzapfen, um sein Kühlsystem am Laufen zu halten, wie der Sender NHK berichtete.

Die japanische Meteorologiebehörde erklärte, der Meeresspiegel könne infolge des Bebens in Küstenregionen leicht ansteigen. Eine Tsunami-Warnung wurde aber nicht ausgegeben.

Ein Auto steht auf einer überfluteten und vom Erdbeben aufgerissenen Straße der japanischen Nordinsel Hokkaido. | dpa

Das Beben auf Hokkaido löste zahlreiche Erdrutsche aus. Bild: dpa

Tote schon durch Taifun "Jebi"

Japan liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring. Dort stoßen tektonische Platten aufeinander, so dass sich besonders häufig Erdbeben und Vulkanausbrüche ereignen. Er verläuft im Osten von Chile über Peru und die Westküste der USA bis nach Nord-Alaska und im Westen von Japan über Südostasien bis zu den Pazifik-Inseln.

Erst am Dienstag hatte Taifun "Jebi" in Teilen Japans für schwere Verwüstungen gesorgt. Es war der stärkste Taifun in Japan seit 25 Jahren. Mindestens elf Menschen kamen ums Leben. 

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. September 2018 um 06:00 Uhr.