Das Verfassungsgericht Ecuadors hat die Ehe für alle legalisiert.

Verfassungsgericht Ecuador legalisiert gleichgeschlechtliche Ehe

Stand: 13.06.2019 03:58 Uhr

Fünf der neun Richter des ecuadorianischen Verfassungsgerichts haben dafür gestimmt, die gleichgeschlechtliche Ehe zu legalisieren. Sie widersprachen dem Argument der Gegner, es müsse erst eine Verfassungsänderung geben.

Ecuadors Verfassungsgericht hat die gleichgeschlechtliche Ehe gebilligt. Fünf der neun Verfassungsrichter stimmten dafür, eine Eheschließung zwischen zwei Menschen des gleichen Geschlechts zu erlauben. Die anderen vier Richter argumentierten, für einen solchen Schritt sei zunächst eine Verfassungsänderung auf parlamentarischem Wege nötig. In Ecuadors Verfassung wird die Ehe als Bund zwischen Mann und Frau definiert.

2015 wurden aber durch eine Gesetzesreform gleichgeschlechtliche Partnerschaften anerkannt. Der ecuadorianische Verfassungsrechtler Gustavo Medina sagte, die Entscheidung des Verfassungsgerichts sei bindend. Der Beschluss müsse deswegen von den Behörden des Landes umgesetzt werden. Als erstes südamerikanisches Land hatte Argentinien die Ehe für alle im Jahr 2010 eingeführt. Es folgten Uruguay, Brasilien und Kolumbien.

Freude bei Betroffenen

Im Zentrum der Hauptstadt Quito gingen nach der Gerichtsentscheidung Dutzende jubelnde Anhänger der LGBTI-Bewegung - die Abkürzung steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und Intersexuelle - auf die Straße. Einer der Kläger, Efraín Soria, zeigte sich glücklich über das Urteil. Nun sei Gleichberechtigung erzielt, Homosexuelle sollten sich nicht länger verstecken. Der Anwalt Christian Paula, der mehrere homosexuelle Paare vertritt, sagte, Ecuador sei jetzt "gerechter als gestern".

Das Verfassungsgericht Ecuadors hat die Ehe für alle legalisiert. | Bildquelle: AFP
galerie

Nach dem Urteil feierten viele Unterstützer der Ehe für alle in den Straßen der Hauptstadt Quito.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. Juni 2019 um 04:00 Uhr in den Nachrichten.

Darstellung: