Wikileaks-Gründer Julian Assange in der Botschaft von Ecuador London | Bildquelle: AP

Ecuador stoppt Programm Kein Extraschutz mehr für Assange

Stand: 18.05.2018 13:18 Uhr

Seit 2012 lebt WikiLeaks-Gründer Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London. Bisher gab es zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen für ihn. Doch das Programm wurde jetzt gestoppt.

Ecuador stellt die zusätzlichen Schutzmaßnahmen für Wikileaks-Gründer Julian Assange ein. Er lebt seit 2012 dort in der Londoner Botschaft des Landes. Das Gebäude werde ab sofort ähnlich geschützt wie andere Botschaften des südamerikanischen Landes auch, teilte die Regierung mit.

Die "Süddeutsche Zeitung", der "Guardian" und das ecuadorianische Magazin "Focus" hatten am Dienstag berichtet, ein Überwachungsprogramm zeichne seit mehr als fünf Jahren aus Schutz vor möglichen Gefahren rund um die Uhr alle Aktivitäten des Australiers auf. Dies koste das Land monatlich etwa 56.000 Euro. Die Zeitungen berufen sich auf vertrauliche Unterlagen, die sie haben einsehen können.

Für die Überwachung beauftragte die Regierung Ecuadors demnach eine europäische Sicherheitsfirma. Als Stützpunkt für die Operation wurde für mehr als 4000 Euro im Monat eine Wohnung nahe der Botschaft angemietet. Das Geld dafür stammte aus einem Sonderetat des Geheimdiensts, berichtete die "SZ" weiter.

Als eine Gefahrenquelle galt den Berichten zufolge etwa die britische Polizei, der zugetraut werde, dass sie unter einem medizinischen Vorwand in die Botschaft eindringen und Assange festnehmen könnte.

Assange war in die Botschaft geflüchtet aus Angst vor einer drohenden Auslieferung an die USA. Hintergrund sind US-Geheimdokumente über die Kriege im Irak und in Afghanistan, die die Enthüllungsplattform 2010 verbreitet hatte.

Assange wird teuer überwacht
Jens-Peter Marquardt, ARD London
18.05.2018 17:24 Uhr

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Über dieses Thema berichtete WDR2 im Mittagsmagazin am 16. Mai 2018 um 13:00 Uhr.

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