Eine Rauchwolke steigt von einem brennenden Öllager in Dschidda, Saudi-Arabien auf. | dpa

Huthi-Attacken in Saudi-Arabien Öllager in Dschidda steht in Flammen

Stand: 25.03.2022 21:41 Uhr

In der saudischen Hafenstadt Dschidda ist ein Treibstofflager in Brand geraten - mutmaßlich nach einem Luftangriff der Huthi-Rebellen. In der Nähe liegt die Rennstrecke der Formel-1, auf der Sonntag der Grand Prix gefahren werden soll.

Vor dem Formel-1-Rennen in Dschidda haben Huthi-Rebellen aus dem Jemen bei einem Luftangriff zwei Öltanks in der saudi-arabischen Hafenstadt getroffen. Von der Rennstrecke aus war zunächst dichter Rauch am Himmel zu sehen. In der Stadt unterhält der Öl-Konzern Aramco mehrere Industrieanlagen. Die von Saudi-Arabien angeführte Koalition im jemenitischen Bürgerkrieg teilte mit, die Feuer seien mittlerweile unter Kontrolle, Menschen seien nicht zu Schaden gekommen.

Der Sprecher des Militärs der Huthis, Jahja Sarea, erklärte, es seien Raketen auf Einrichtungen von Aramco in Dschidda abgeschossen sowie Drohnen auf Raffinerien in Ras Tanura und Rabig gelenkt worden. Zudem seien wichtige Ziel in der Hauptstadt Riad anvisiert worden. Die Militärkoalition gab an, mindestens neun mit Sprengsätzen beladene Drohnen abgefangen zu haben.

Die Karte zeigt Saudi-Arabien mit der Hafenstadt Dschidda

Die vom Iran unterstützten Huthis griffen mehrere Ziele in Saudi-Arabien an - und haben unter anderem einen Öltank in Dschidda getroffen.

Immer wieder Angriffe durch Huthis

Die Huthis haben seit einiger Zeit ihre Angriffe auf Ölfördereinrichtrungen in Saudi-Arabien intensiviert. Das Treibstofflager war bereits im November 2020 getroffen worden. Die Huthis sprachen damals von einem Marschflugkörper. Damals kostete die Reparatur etwa 1,36 Millionen Euro. In der Anlage werden Diesel, Benzin und Flugzeugtreibstoff für den Einsatz in Dschidda gelagert. Sie ist für mehr als ein Viertel aller Lieferungen des Landes verantwortlich und liefert auch Brennstoff für den Betrieb einer regionalen Wasserentsalzungsanlage.

Die Börsen reagierten auf die Berichte über den Angriff mit einem Anstieg der Ölpreise. Aramco ist der weltweit größte Ölproduzent. Saudi-Arabien erklärte, es werde keine Verantwortung für etwaige Engpässe in der globalen Ölversorgung übernehmen, die Folge der Angriffe seien. Die USA verurteilten den "inakzeptablen" Angriff.

Im Jemen führen Saudi-Arabien und der Iran, die beide um die Vorherrschaft in der Region ringen, einen Stellvertreter-Krieg. Während der Iran die schiitischen Huthi-Rebellen unterstützt, führt Saudi-Arabien eine Gruppe sunnitisch geprägter Golf-Staaten im Kampf gegen diese Aufständischen an. Saudi-Arabien unterstützt damit die international anerkannte jemenitische Regierung von Abd-Rabbu Mansur Hadi, die von den Huthi-Rebellen 2014 aus der Hauptstadt Sanaa vertrieben worden war.

Besorgnis im Formel-1-Fahrerlager

Trotz des Raketen-Einschlags in der Nähe der Rennstrecke von Dschidda will die Formel 1 an der Austragung des Rennens in Saudi-Arabien festhalten. Die saudischen Behörden hätten versichert, dass der Grand Prix wie geplant stattfinden könne, teilte die Rennserie mit. "Wir werden in engem Kontakt mit den Behörden und allen Teams bleiben und die Situation eng beobachten", hieß es in einer Stellungnahme.

Formel-1-Chef Stefano Domenicali bekräftigte in einem kurzfristig einberufenen Treffen mit allen Fahrern und Teamchefs, dass der Grand Prix ausgetragen werden könne. "Er hat uns versichert, dass die Behörden den Vorfall untersucht haben und dass es keine weiteren Sicherheitsbedenken gibt", sagte McLaren-Teamchef Andreas Seidl dem TV-Sender Sky. Auf diese Auskunft müsse man vertrauen. Seidl räumte aber ein, es sei "für uns alle eine sehr beunruhigende Situation".

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. März 2022 um 13:00 Uhr.