Menschen warten am Flughafen London-Gatwick | Bildquelle: FACUNDO ARRIZABALAGA/EPA-EFE/REX

Drohnenalarm Chaos am Flughafen Gatwick

Stand: 20.12.2018 22:21 Uhr

Wegen Drohnen über dem Rollfeld sind momentan alle Flüge in London-Gatwick abgesagt. 110.000 Passagiere sind betroffen. Die Polizei sieht keinen terroristischen Hintergrund, aber "eine absichtliche Handlung". Auch die Armee ist im Einsatz.

Drohnen über dem Rollfeld des Londoner Flughafens Gatwick haben ein Chaos im britischen Luftverkehr ausgelöst. Das zweitwichtigste Flug-Drehkreuz Großbritanniens bleibt bis mindestens zum Morgen geschlossen. Bis dahin wurden alle Flüge gestrichen. Betroffen sind mehr als 110.000 Passagiere.

Die Polizei bezeichnete die Störungen als "absichtliche Handlung", gegen die man mit allen verfügbaren Mitteln vorgehe. Bei den Drohnen handelt es sich der Polizei zufolge nicht um Hobby-Fluggeräte. Sie seien für den professionellen Einsatz bestimmt. Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund gebe es jedoch nicht.

Eine oder mehrere Drohnen?

Zwanzig Polizeieinheiten suchen nach dem Ort, von dem aus die Drohne gesteuert wird. Auch ein Polizeihubschrauber ist im Einsatz. Unklar ist, ob es sich um eine oder mehrere Drohnen handelt. Justin Burtenshaw von der ermittelnden Polizei erklärt:

"Wir glauben, dass die Drohne verschwindet, wenn wir dem Betreiber näher kommen, und dass sie wieder auftaucht, wenn wir den Flughafen aufmachen. Wir sind ganz sicher, dass das alles mit Vorsatz geschieht, um dem Flughafen Gatwick zu schaden."

Die britische Premierministerin Theresa May erklärte, dass die Regierung erwäge, der Polizei im Kampf gegen die Drohnen-Gefahr für Flugzeuge zusätzliche Befugnisse zu übertragen. Am Abend kündigte Verteidigungsminister Gavin Williamson an, die Armee werde mit Spezialgerät dabei helfen, dem Treiben ein Ende zu setzen. Englische Medien berichten von Scharfschützen, welche die Drohne abschießen sollen.

Der britische Verkehrsminister Chris Grayling gab bekannt, dass Nachtflug-Beschränkungen an anderen britischen Flughäfen vorübergehend gelockert würden.

Elizabeth Sugg aus dem Luftfahrtministerium kündigte Konsequenzen an: "Wir brauchen neue Gesetze, die den Einsatz von Drohnen sicher machen." Man wolle "auch ein Meldesystem, das einen verbindlichen Sicherheitstest vorschreibt, bevor man eine Drohne fliegt".

Drohnen legen Flughafen London-Gatwick lahm
tagesschau 20:00 Uhr, 20.12.2018, Julie Kurz, ARD London

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Zunächst nur für sechs Stunden geschlossen

Gatwick war am Mittwochabend zunächst für etwa sechs Stunden geschlossen worden, nachdem zwei Drohnen gesichtet worden waren. Nach einer zwischenzeitlichen 45-minütigen Wiedereröffnung folgte die nächste Schließung. Ein Ende ist nicht absehbar.

Der Billigflieger Ryanair kündigte an, seine Jets am Freitag auf einen anderen Londoner Airport ausweichen zu lassen. Die Flüge starten und landen vorerst in Stansted nordöstlich von der britischen Hauptstadt.

Wenige Tage vor Weihnachten - in einer Zeit mit einem der höchsten Reiseaufkommen des Jahres - führte dies zu erheblichen Beeinträchtigungen. Etliche Flüge mit Ziel Gatwick wurden umgeleitet, teils zu anderen Zielen in Großbritannien, teils auf den Kontinent. Dies sorgte für gehörigen Unmut. Passagiere beschwerten sich auf Twitter, dass ihre Flüge im Londoner Flughafen Heathrow, in Manchester, Birmingham und anderen britischen Städten gelandet seien. Andere fanden sich in Frankreich oder den Niederlanden wieder. Einer der Betroffenen twitterte, Passagieren werde nicht mitgeteilt, wann sie ihre Reise zum Zielort fortsetzen könnten.

Die leere Rollbahn des Flughafens London-Gatwick | Bildquelle: AP
galerie

Wo sonst Flugzeuge abhheben und landen, herrscht Leere.

Wichtiges Drehkreuz südlich von London

Über den rund 43 Kilometer südlich von London gelegenen Flughafen werden eine Vielzahl von Kurz- und Langstreckenflügen abgewickelt. Er gilt auch als wichtiges Drehkreuz für die Billigfluglinie EasyJet. In der Regel geht der Betrieb in Gatwick auch nachts weiter, doch wird die Zahl der Flüge aus Lärmschutzgründen eingeschränkt.

Im vergangenen Jahr gab es nach Angaben der Behörden 92 Zwischenfälle mit Drohnen im britischen Luftraum. In diesem Jahr soll die Zahl bereits bei rund 120 liegen. In Großbritannien ist der Einsatz von Drohnen im Umkreis von einem Kilometer um Flughäfen verboten, die maximale Flughöhe beträgt 120 Meter. Wer sich nicht daran hält, dem droht eine Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren.

Mit Informationen von Thomas Spickhofen, ARD-Studio London

Gatwick immer noch gesperrt
Thomas Spickhofen, ARD London
20.12.2018 18:11 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. Dezember 2018 um 17:00 Uhr.

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