Wahlkampf in der Ostukraine. | Bildquelle: REUTERS

Wahlen in der Ostukraine Amtsinhaber siegen erwartungsgemäß

Stand: 12.11.2018 14:47 Uhr

Die Bewohner der Separatistengebiete in der Ostukraine haben bei den Präsidentenwahlen die Amtsinhaber mit großer Mehrheit bestätigt. Westliche Staaten wollen das Ergebnis nicht anerkennen.

Bei der umstrittenen Wahl in den Separatisten-Gebieten in der Ostukraine haben wie erwartet die Interimschefs von Luhansk und Donezk gewonnen. In Luhansk setzte sich Leonid Passetschnik nach Angaben der Wahlkommission mit 68,3 Prozent der Stimmen durch. Bei der Abstimmung in Donezk kam sein Amtskollege Denis Puschilin auf 60,85 Prozent. In beiden Gebieten wurden zudem Abgeordnete örtlicher Parlamente bestimmt.

Stimmabgabe bei der Wahl in der Ostukraine. | Bildquelle: dpa
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Stimmabgabe bei der Wahl in der Ostukraine: Die Wahlbeteiligung lag nach offiziellen Angaben bei etwa 80 Prozent.

Der 37-jährige Puschilin führte die "Volksrepublik" Donezk bislang übergangsweise, seitdem sein Vorgänger Alexander Sachartschenko im August bei einem Anschlag getötet wurde. Der 48-jährige Pasetschnik hatte die Amtsgeschäfte in Luhansk von Igor Plotnizki übernommen, der im November 2017 gestürzt worden war. Beide versprachen im Wahlkampf, engere Beziehungen zu Moskau zu knüpfen.

Nach Angaben der örtlichen Behörden lag die Wahlbeteiligung in Donezk bei mehr als 80 Prozent, in Luhansk bei 77 Prozent.

Wahlen im Westen nicht anerkannt

Die Zentrale Wahlkommission in Kiew betonte, dass die Abstimmung keine rechtlichen Folgen haben werde. Vor allem westliche Länder wollen das Wahlergebnis nicht anerkennen. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatten am Sonntagabend die Wahlen als rechtswidrig und illegitim verurteilt.

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini erklärte, die EU werde das Ergebnis nicht anerkennen. Der US-Sondergesandte Kurt Volker nannte die Wahl eine "Farce".

Bei der Abstimmung in Donezk kam Denis Puschilin auf 60,85 Prozent. | Bildquelle: dpa
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Bei der Abstimmung in Donezk kam Amtsinhaber Denis Puschilin auf 60,85 Prozent.

In den beiden Regionen, die rund drei Prozent des ukrainischen Staatsgebiets ausmachen, leben 3,7 Millionen Menschen. Von Russland unterstützte Separatisten hatten sich im Frühjahr 2014 von der Ukraine losgesagt.In dem bis heute andauernden Krieg zwischen Regierungstruppen und den von Moskau unterstützten Aufständischen sind nach UN-Zählungen mehr als 10 000 Menschen getötet worden. Der 2015 vereinbarte Friedensplan, die Regionalwahlen nach ukrainischem Recht einschließen, ist bis heute nicht umgesetzt.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 11. November 2018 um 22:45 Uhr. Am 12. November 2018 berichtete Deutschlandfunk um 13:00 Uhr in den Nachrichten.

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