Ein angeblich illegaler Einwanderer wird von einem Polizisten in Handschellen von seinem Arbeitsplatz abgeführt. | Bildquelle: AP

Kampf gegen Einwanderung USA wollen Genprofile sammeln

Stand: 03.10.2019 09:01 Uhr

Seit Frühjahr müssen illegal eingereiste Familien bereits einen DNA-Schnelltest machen. Jetzt will die US-Regierung noch einen Schritt weiter gehen und Genproben von festgenommenen Einwanderern in einer FBI-Datenbank sammeln.

Die US-Regierung will DNA-Proben von allen festgenommenen illegalen Einwanderern nehmen. Das Heimatschutzministerium wolle die Informationen in einer nationalen FBI-Datenbank mit DNA-Profilen von Kriminellen speichern, sagten Regierungsvertreter.

Damit sollten die Möglichkeiten von Einwanderungspolizei und Grenzschützern erweitert werden, Menschen bei einer illegalen Einreise in die USA zu identifizieren. Auch andere Behörden hätten dann Zugriff auf die Daten. Noch ist nicht klar, wann das Projekt starten soll, welches Ziel es verfolgt und ob auch das Erbgut von alleinreisenden Kindern und Asylbewerbern erfasst werden soll. Die genauen rechtlichen Rahmenbedingungen würden derzeit im Justizministerium erarbeitet, so die Regierungsvertreter.

Menschen, die im Zusammenhang mit illegalen Grenzübertritten in die USA in Gewahrsam genommen wurden | Bildquelle: dpa
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Die US-Regierung steht auch wegen der Trennung von illegal eingereisten Familien massiv in der Kritik.

Kritik von Menschenrechtsgruppen erwartet

Der US-Grenzschutz hatte im Frühjahr DNA-Schnelltests gestartet, um die Verwandtschaftsbeziehungen aufgegriffener Migranten zu überprüfen. Damit soll verhindert werden, dass aufgegriffene Migranten sich fälschlicherweise als Eltern eines mitreisenden Kindes ausgeben. Derzeit sind nach Angaben der "New York Times" mehr als 40.000 Migranten inhaftiert.

Das neue Projekt des Heimatschutzministeriums geht aber weiter. So soll ein deutlich ausführlicheres DNA-Profil angelegt werden, wie die Regierungsvertreter sagten. Dass Erbgut-Informationen von Menschen gesammelt werden, die zwar festgenommen, aber nicht angeklagt oder verurteilt wurden, dürfte bei Bürgerrechtsgruppen scharfe Kritik auslösen.

Trump will mit Kampf gegen illegale Einwanderung punkten

Bereits 2005 wurde ein Gesetz vom Kongress beschlossen, dass weitreichende DNA-Proben erlaubt, jedoch Ausnahmen zum Schutz von Migranten festlegte. Diese Ausnahmen seien nicht mehr zeitgemäß und müssten abgeschafft werden, sagte ein Vertreter des Heimatschutzministeriums.

US-Präsident Donald Trump hat den Kampf gegen die illegale Einwanderung zu einem seiner Hauptanliegen gemacht. Eines seiner zentralen Projekte ist der umstrittene Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 03. Oktober 2019 um 06:24 Uhr.

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