Tennisspieler Novak Djokovic hält einen Tennisschläger in der Hand. | AP

Ohne Corona-Impfung Darf Djokovic bei den French Open spielen?

Stand: 17.01.2022 15:59 Uhr

Dass der serbische Tennisstar Djokovic nicht geimpft ist, könnte auch in Frankreich zum Problem werden. Grund dafür ist das neue Impfpass-Gesetz. Damit könnte ihm nach dem Aus bei den Australien Open auch ein Ausschluss von den French Open drohen.

Die Aussichten des serbischen Tennisstars Novak Djokovic auf eine Teilnahme an den French Open im Mai sind gesunken. Frankreichs Sportministerin Roxana Maracineanu stellte klar, dass die neuen Einschränkungen für Ungeimpfte in Frankreich auch für Sportstätten gelten. Zuschauerinnen und Zuschauer sowie Sportlerinnen und Sportler - einschließlich französischer und ausländischer Profisportler - müssten demnach geimpft oder genesen sein, teilte die Ministerin auf Twitter mit.

"Es gibt eindeutig keine Ausnahme"

Das Parlament in Paris hat den neuen Beschränkungen am Sonntagabend endgültig zugestimmt. Mit der Regelung soll der aktuell geltende Gesundheitspass, der Nachweis über eine Impfung, eine Genesung oder einen aktuellen negativen Corona-Test gibt, zum Impfpass umgewandelt werden.

"Die Regel ist einfach: Der Impfpass wird, sobald das Gesetz verkündet ist, in Betrieben eingeführt, die bereits dem Gesundheitspass unterliegen", teilte das Sportministerium in Paris mit. Ein negativer Test reicht damit bald nicht mehr aus, um Zugang zu zahlreichen Orten zu bekommen.

Bis zu den French Open in Paris im Mai sei es allerdings noch eine Weile hin. "Die Situation kann sich bis dahin ändern und wir hoffen, dass sie günstiger wird", erklärte das Ministerium. "Also werden wir sehen, aber es gibt eindeutig keine Ausnahme."

Gesetz bei Genesenenfrage noch nicht konkret

Ungeklärt ist derzeit noch, ob Djokovic mit dem Nachweis einer Genesung an den French Open von Mitte Mai bis Anfang Juni teilnehmen könnte. Nach eigenen Angaben war er Mitte Dezember positiv auf Corona getestet worden.

Grundsätzlich gilt laut Gesetzentwurf, dass "unter bestimmten Umständen" auch eine Genesung, die nicht länger als sechs Monate zurückliegt, zur Teilnahme an einer öffentlichen Veranstaltung reichen kann. Welche Umstände dies sind, muss allerdings noch konkretisiert werden. Mit dem Gesetz muss sich noch der französische Verfassungsrat befassen.

Gerichtsentscheidung beendet tagelanges Hickhack

Der Weltranglistenerste Djokovic hätte eigentlich heute sein Erstrundenduell bei den Australien Open spielen wollen. Der 34-Jährige wollte seinen Titel verteidigen. Die Einreise nach Australien war ihm aber verweigert worden, weil er nicht gegen Corona geimpft ist. Ein Bundesgericht hatte am Sonntag die Annulierung des Visums durch die Regierung bestätigt. Djokovic hatte mit einer Ausnahmeerlaubnis an dem ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres teilnehmen wollen. Er hatte auf einen Genesenen-Status nach einer kürzlichen Infektion verwiesen.

Die Gerichtsentscheidung beendete ein tagelangens Hickhack, das viel Aufsehen erregt und zu diplomatischen Verstimmungen zwischen Australien und Serbien geführt hat.

Kecmanovic widmet Sieg seinem Landsmann

Während Djokovic nach Serbien zurückkehrte, gewann sein Landsmann Miomir Kecmanovic sein Erstrundenspiel - und widmete den Sieg Djokivic. "Wenn ich mein Erstrundenspiel gewinne, werde ich Novak den Sieg widmen", hatte er schon vor der Partie gesagt. "Es ist definitiv schrecklich, dass sie ihn auf diese Art rausgeworfen haben", sagte Kecmanovic nach seinem Sieg und sprach Djokovic Mut zu: "Er ist ein wunderbarer Champion. Ich hoffe, dass er noch stärker zurückkommen kann."

Mit Informationen von Julia Borutta, ARD-Studio Paris

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 17. Januar 2022 um 16:00 Uhr.