Flüchtlinge auf der Diciotti | Bildquelle: dpa

Nach tagelangem Streit "Diciotti" legt auf Sizilien an

Stand: 21.08.2018 02:24 Uhr

Tagelang saß die "Diciotti" mit 177 Migranten vor Lampedusa fest - nun hat das Schiff der italienischen Küstenwache Sizilien angelaufen. Von Bord gehen dürfen die Flüchtlinge dort allerdings noch nicht.

Nach mehreren Tagen im Mittelmeer ist ein Schiff der italienischen Küstenwache mit 177 Migranten an Bord im sizilianischen Catania eingelaufen. Allerdings dürfen die Geretteten das Schiff zunächst nicht verlassen, wie die Nachrichtenagentur Ansa in der Nacht zu Dienstag berichtete. Verkehrsminister Danilo Toninelli von der Fünf-Sterne-Bewegung hatte dem Schiff am Montag zwar die Erlaubnis für die Einfahrt in den Hafen gegeben. Innenminister Matteo Salvini von der rechten Lega will die Menschen allerdings nicht an Land gehen lassen, solange es keine "Antworten von Europa" gebe, verlautete aus Kreisen des Ministeriums.

Flüchtlinge der "Diciotti" dürfen Schiff nicht verlassen
tagesschau 14:00 Uhr, 21.08.2018, Katja Rieth, ARD Rom

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Rückführung nach Libyen angedroht

Zuvor hatte Salvini gedroht, die Migranten nach Libyen zurückzuschicken, wenn andere EU-Länder keine "konkrete" Hilfen anbieten. Nichtregierungsorganisationen verweisen immer wieder auf Gewalt und andere Menschenrechtsverletzungen in den libyschen Flüchtlingsunterkünften. Sie lehnen daher eine Rückführung von Migranten in das nordafrikanische Land ab. 

Im Lauf des Tages hatte sich auch die Europäische Union in die Diskussion um das Schiff eingeschaltet. Man versuche, Länder zu finden, die bereit seien, in dem Fall zu helfen, hatte die EU-Kommission mitgeteilt. Sprecherin Tove Ernst schränkte jedoch ein, dass die Kommission keine Befugnis habe, Such- und Rettungseinsätze zu handhaben oder zu sagen, wo die Zuwanderer an Land gehen sollten.

Immer wieder Streit zwischen Italien und Malta

Die "Diciotti" lag seit Donnerstag vor Lampedusa. Seither streiten sich Italien und Malta darüber, wer für die Migranten an Bord zuständig ist. Salvini argumentierte, die Bootsflüchtlinge seien in Gewässern gerettet worden, für die eigentlich Malta zuständig sei. Die maltesischen Behörden erklärten dazu, die Flüchtlinge hätten jede Hilfe verweigert und weiter Kurs auf Lampedusa genommen. Der maltesische Innenminister Michael Farrugia beschuldigte Italien, die Menschen in maltesischen Gewässern gerettet zu haben, "nur um sie daran zu hindern, in italienische Gewässer einzufahren".

Zwischen Italien und Malta gab es in den vergangenen Monaten immer wieder Streit um die Aufnahme von Bootsflüchtlingen. Die seit Juni amtierende Regierung in Rom hat die italienischen Häfen für Bootsflüchtlinge gesperrt. Vergangene Woche hatte Malta das Flüchtlingsrettungsschiff "Aquarius" erst nach tagelanger Irrfahrt einlaufen lassen, nachdem mehrere EU-Staaten die Aufnahme der 141 Flüchtlinge an Bord zugesagt hatten. 

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. August 2018 um 22:00 Uhr.

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