Festnahmen bei Anti-Putin-Demo in St. Petersburg | Bildquelle: AFP

Proteste gegen Putin Dutzende Festnahmen in St. Petersburg

Stand: 07.10.2017 19:33 Uhr

Bei Demonstrationen an Präsident Putins Geburtstag in St. Petersburg hat die russische Polizei offenbar Dutzende Aktivisten festgenommen. Auch in anderen Städten gingen Tausende auf die Straßen. Zu den Protesten hatte Oppositionspolitiker Nawalny aufgerufen.

Die russische Polizei hat Medienberichten zufolge mehr als 60 Aktivisten in St. Petersburg festgenommen und die Kundgebung gewaltsam aufgelöst. Der Sprecher der Bürgerrechtsorganisation OVD-Info, Artjom Platow, sprach von 66 Festnahmen. Auch die kremlkritische Zeitung "Nowaja Gaseta" berichtet von einem harten Durchgreifen der Beamten bei der Großdemonstration zu Präsident Wladimir Putins Geburtstag.

Etwa 3000 Menschen hatten sich zum Protest gegen den Präsidenten versammelt. Viele riefen "Putin ist ein Dieb! Freiheit für Nawalny!", während sie von zahlreichen Sondereinsatzkräften der Polizei umringt wurden.

Der Oppositionelle Alexej Nawalny hatte zu Putins 65. Geburtstag zu landesweiten Massenprotesten aufgerufen. In rund 80 Städten fanden heute Kundgebungen statt. Der selbsternannte Anti-Korruptions-Kämpfer hatte in den vergangenen Monaten in zahlreichen Video-Clips im Internet angebliche Machenschaften der russischen Führung und ihrer Vertrauten angeprangert.

Landesweite Proteste gegen Putin
tagesschau 20:00 Uhr, 07.10.2017, Birgit Virnich, ARD Moskau

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Polizeipräsenz in Moskaus Innenstadt verstärkt

Neben Festnahmen in Putins Geburtsstadt St. Petersburg wurden in den Städten Twer und Samara im Zentrum des Landes Aktivisten festgesetzt. Landesweit nahmen die Sicherheitsbehörden etwa 290 Menschen in Gewahrsam. Das teilten Vertreter der Opposition mit. In den meisten Orten sind die Proteste unter dem Motto "Sa Nawalnogo" ("Für Nawalny") nicht erlaubt.

Regierungskritische Proteste in Russland | Bildquelle: REUTERS
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Hunderte vor allem junge Menschen beteiligten sich an den Demonstrationen.

In Moskau und St. Petersburg hatten die Behörden die in den Stadtzentren geplanten Versammlungen verboten. In Moskau versammelten sich dennoch mehrere Hundert Demonstranten, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Augenzeugen zufolge war die Polizeipräsenz im Zentrum der Hauptstadt verstärkt worden. Die Demonstration in Moskau ging ohne größere Zwischenfälle zu Ende, weil sich die Polizei zurückhaltend verhielt.

Proteste in 20 Orten zugelassen

Polizisten bei regierungskritischen Protesten in Russland | Bildquelle: dpa
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Polizisten nahmen mehrere Menschen fest, die sich an den regierungskritischen Demonstrationen beteiligt hatten.

Im südrussischen Krasnodar wurde der Stabschef von Nawalny in Gewahrsam genommen, wie russische Medien in der Nacht zum Samstag berichteten. Das Innenministerium bestätigte dies der russischen Agentur Tass.

Lediglich in knapp 20 Orten wurden die Proteste zugelassen, etwa in der Millionenstadt Jekaterinburg und in Tscheljabinsk am Uralgebirge. Örtliche Medien berichteten von Kundgebungen mit wenigen Teilnehmern in der Provinz, etwa in Wladiwostok und Nowosibirsk. Bereits im März und Juni waren Zehntausende Anhänger Nawalnys auf die Straßen gegangen. Hunderte Menschen wurden festgenommen.

Festnahmen bei Anti-Putin Demo in St. Petersburg
Hermann Krause, ARD Moskau
08.10.2017 06:48 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. Oktober 2017 um 20:00 Uhr.

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