Schild vor Corona-Testzentrum in New York | Bildquelle: dpa

Rekordzahl bei Corona-Infizierten Das Schlimmste steht den USA noch bevor

Stand: 29.03.2020 08:57 Uhr

Mehr als 120.000 gemeldete Fälle - in keinem Land der Welt gibt es so viele Corona-Infizierte wie in den USA. Die Kliniken sind überlastet, die Menschen bangen um ihre Jobs. Was macht Präsident Trump?

Von Torsten Teichmann, ARD-Studio Washington

Auch im Friseurladen von Erica Nealy in South Carolina gibt es nur ein Thema: Viele US-Bundesstaaten haben bereits Geschäfte aufgefordert, für die Zeit der Gesundheitskrise zu schließen. Ist Ericas Laden der nächste? Auf Fernsehbildern ist sie zu sehen, wie sie einem Kunden die Haare schneidet: "Ich bete, dass sie uns nicht dicht machen. Wenn ich hier mit Handschuhen und Maske arbeite und meine Kunden schütze, dann macht meinen Laden bitte nicht dicht", sagt die Friseurin.

Bundesstaaten haben unterschiedliche Regeln

Die Sorge ist überall in den USA die gleiche: Hält das Gesundheitssystem der Pandemie stand, wenn schätzungsweise 15 Prozent der Corona-Infizierten stationäre Behandlung in einem Krankenhaus brauchen? Aber einzelnen US-Bundesstaaten reagieren sehr unterschiedlich. In Georgia erklärt eine Reporterin im Lokalfernsehen, dass nur einzelne Landkreise ihre Bewohner aufgefordert haben, daheim zu bleiben. Und die Polizei im County Athens versichert: Wer gegen die Auflagen verstößt, muss keine Geldstrafe oder Gefängnis fürchten.

In Puerto Rico dagegen hat Gouverneurin Wanda Vázquez Garced die bestehende nächtliche Ausgangsperre noch einmal um zwei Stunden verlängert. Sie gilt nun für alle Bewohner des US-Außenterritoriums, die keinen für die Gesundheitskrise entscheidenden Beruf haben. Sie müssen von sieben Uhr abends bis zum nächsten Morgen um fünf daheim bleiben.

 Tausende Test-Kits verfügbar

Davon ungeachtet, wird die Zahl der bekannten Infektionen in den kommenden Tagen in den USA weiter steigen. Denn erst jetzt stehen Tausende Test-Kits zur Verfügung und auch das nicht überall: Für Puerto Rico sind etwa 200.000 Schnelltests versprochen. Aber es gebe keinen Beleg für den Kauf oder den Versand der Tests, schreibt der CBS-Journalist David Begnaud. 

US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag außerdem angekündigt, dass die Regierung 100.000 dringend benötige Beatmungsgeräte in 100 Tagen beschaffen will. Das seien dreimal so viele Maschinen, wie sonst in einem Jahr produziert werden, so Trump. Am Tag zuvor hatte er im Fernsehsender Fox News noch bezweifelt, dass Krankenhäuser in den USA 30.000 oder 40.000 neue Geräte brauchen. Er habe das Gefühl, dass viele Zahlen, die jetzt genannt werden, größer ausfallen als sie dann eigentlich sind.

Covid-19: Die Lage in den USA
Torsten Teichmann, ARD Washington
28.03.2020 18:03 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. März 2020 um 17:00 Uhr.

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