Ein Arzt arbeitet auf der Covid-19-Intensivstation des San Matteo-Krankenhauses im italienischen Pavia. | Bildquelle: dpa

Corona-Pandemie Ein wenig Hoffnung in Italien und Spanien

Stand: 04.04.2020 22:06 Uhr

In Italien ist erstmals die Zahl der Intensivpatienten gesunken, in Spanien sank die Zahl der Toten den zweiten Tag in Folge. In den Ländern keimt ein wenig Hoffnung. In den USA wird es dagegen schlimmer.

Erstmals seit gut einem Monat ist die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Intensivpatienten in Italien gesunken. 3994 Menschen würden derzeit auf Intensivstationen behandelt, 74 weniger als am Vortag, sagte Zivilschutz-Chef Angelo Borrelli. "Das sind sehr wichtige Neuigkeiten, denn das verschafft unseren Krankenhäusern eine Atempause."

In der besonders schwer betroffenen Region Lombardei konnten demnach etwa 50 Patienten die Intensivstation verlassen. Die Zahl der an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorbenen Menschen in Italien erhöhte sich am Samstag um 681 Tote auf knapp 14.700. Der Anstieg der Opferzahlen schwäche sich stetig ab, sagte Borrelli. Ende März seien noch fast tausend Tote innerhalb eines Tages registriert worden. Dies seien gute Neuigkeiten, sagte der Chef des nationalen Gesundheitsrats, Franco Locatelli. Italien habe die "kritische Phase" aber noch lange nicht überstanden. Die jüngste Entwicklung sei lediglich ein Anzeichen dafür, dass die Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie Wirkung zeigten.

Weniger Tote in Spanien

Auch Spanien ist eines der am schlimmsten von der Corona-Krise betroffenen Länder. Inzwischen ist die Gesamtzahl der infizierten Menschen dort höher als in Italien.

Allerdings ist die Zahl der Toten den zweiten Tag in Folge leicht zurückgegangen. Noch immer starben 809 Patienten an der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Am Freitag waren es 932 und am Donnerstag sogar 950 Menschen gewesen. Insgesamt starben in Spanien bislang mehr als 11.700 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion.

Besonders schlimm ist die Lage im Großraum Madrid - dort gab es 40 Prozent aller Todesfälle und 29 Prozent aller Infektionen. An zweiter Stelle folgt Katalonien.

Die Zahl der Neuinfektionen ging nach offiziellen Angaben mit rund 7000 leicht zurück. Insgesamt wurden in Spanien damit bislang knapp 125.000 Infektionen gemeldet. Mehr als 34.000 Menschen gelten inzwischen wieder als genesen.

Ministerpräsident Pedro Sánchez will den Alarmzustand samt strikten Ausgangsbeschränkungen ein weiteres Mal bis zum 26. April verlängern. Das gab er nach einer Videokonferenz mit Gesundheitsexperten bekannt. Eigentlich sollten die Maßnahmen nur bis zum 11. April gelten. Das Parlament muss die erneute Verlängerung in der kommenden Woche noch billigen. Derzeit dürfen nur Beschäftigte in bestimmten Sektoren wie der Gesundheitsversorgung ihrer Arbeit nachgehen. Restaurants, Bars und die meisten Geschäfte sind geschlossen, Menschenansammlungen sind verboten.

"50 oder weniger Fälle"

Auch die südkoreanische Regierung bleibt in der Corona-Krise vorsichtig. Sie verlängerte die am Montag auslaufenden Maßnahmen zur "körperlichen Distanz" ("Social Distancing") um zwei weitere Wochen. Die Wiedereröffnung der Schulen wurde abgesagt. Gesundheitsminister Park Neung-hoo sagte, es sei "zu früh, um sich zu beruhigen". Er verwies auf die jüngste Zunahme von Coronavirus-Fällen, die aus dem Ausland nach Südkorea gebracht wurden. Zudem gibt es immer wieder kleine Infektionsherde in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Kirchengemeinden.

Dem asiatischem Land ist es weitgehend gelungen, die Virus-Epidemie mit etwa 100 oder weniger neuen täglichen Infektionen unter Kontrolle zu bringen. "Wenn die Zahl auf 50 oder weniger zurückgeht, wird eine stabile Behandlung der Patienten, einschließlich der Schwerkranken, ohne großen Druck auf das System möglich sein", machte Park deutlich.

Über 300.000 Fälle in den USA

Weltweit sind laut US-Experten bereits mehr als 60.000 Menschen infolge der neuartigen Lungenkrankheit gestorben. Die meisten der 60.115 Todesfälle entfielen nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität auf sieben Länder: Italien, Spanien, USA, Frankreich, Großbritannien, Iran und China.

Die Zahl der bestätigten Infektionen mit Sars-CoV-2 stieg demnach auf 1,13 Millionen. In den USA gibt es inzwischen mehr als 300.000 bekannte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus. Das ging aus Daten der Universität Johns Hopkins hervor. Knapp 8200 Menschen starben demnach in den USA infolge der von dem Virus verursachten Lungenkrankheit Covid-19.

Erstmals weniger Patienten auf den Intensivstationen
Lisa Weiß, ARD Rom
05.04.2020 06:53 Uhr

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Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 04. April 2020 um 19:05 Uhr.

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