Eine Krankenschwester zieht eine Spritze mit dem Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer auf. | Bildquelle: AP

Corona-Pandemie Kanada lässt Biontech-Impfstoff zu

Stand: 09.12.2020 19:10 Uhr

Als drittes Land weltweit hat auch Kanada dem Corona-Impfstoff der Konzerne Biontech und Pfizer eine Notfallzulassung erteilt. Auch der Vertrag für die Lieferung von Millionen Impfdosen ist schon abgeschlossen.

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat auch Kanada eine Notfallzulassung für den Impfstoff des deutschen Unternehmens Biontech und des US-Konzerns Pfizer erteilt. Damit ist Kanada das dritte Land, das den Wirkstoff für die massenhafte Anwendung zulässt.

Der Antrag auf die Notfallzulassung ging bei der kanadischen Gesundheitsbehörde bereits am 9. Oktober ein. Seitdem sei "gründlich und unabhängig" geprüft worden, ob diesem entsprochen werden könne, teilte die Behörde mit. Das Ergebnis: Der Impfstoff erfülle alle notwendigen Sicherheits- und Qualitätsansprüche:

"Die Kanadier können sich überzeugt fühlen, dass der Prüfungsprozess rigoros war, und dass wir ein starkes Überwachungssystem haben."

Hunderttausende Impfdosen sollen noch 2020 geliefert werden

Die kanadische Regierung hat mit Biontech und Pfizer einen Kaufvertrag über mindestens 20 Millionen Impfdosen bis Ende 2021 abgeschlossen, mit der Option, die Lieferungen auf bis zu 56 Millionen Dosen aufzustocken. Noch im Dezember soll das Land bis zu 249.000 Impfdosen erhalten.

Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität in den USA haben sich in Kanada seit dem Ausbruch der Pandemie mehr als 435.000 Einwohner mit dem Coronavirus infiziert. Mehr als 12.932 Menschen seien in Zusammenhang mit einer Infektion gestorben. Rund 350.200 Betroffene gelten nach ihrer Infektion wieder als genesen.

Erste Massenimpfung in Großbritannien

Als erstes Land weltweit hatte Großbritannien Anfang des Monats den Impfstoff zugelassen. Gestern waren in dem Land die ersten Massentests gestartet. Dabei stand vor allem die Risikogruppe von älteren Bewohnern in Alten- oder Pflegeheimen im Vordergrund. Heute wurde bekannt, dass zwei Mitarbeiter des nationale Gesundheitsdienstes NHS nach der Impfung schwere allergische Reaktionen gezeigt haben. Sie erholen sich laut Gesundheitsbehörde aber gut. Trotzdem rät der NHS Allergikern nun vorsichtshalber vorerst von der Impfung ab.

EMA zuversichtlich bei baldiger Zulassung

Nur wenige Tage nach Großbritannien hatte auch Bahrain den Impfstoff zugelassen. In den USA und auch in der EU wird der Wirkstoff derzeit noch geprüft.

Die Direktorin der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA, Emer Cooke, zeigte sich in einem Interview mit einem niederländischen TV-Sender aber optimistisch. "Wir sind immer überzeugter von den Testergebnissen, die uns vorliegen", sagte Cooke und versicherte, dass noch im Dezember eine Entschiedung über eine Zulassung fallen werde. Am 29. Dezember ist ein Treffen der EMA mit allen Arzneimittelbehörden der 27 EU-Mitgliedsstaaten angesetzt.

Nach Angaben von Biontech und Pfizer weist der von ihnen entwickelte Impfstoff eine 95-prozentige Wirksamkeit gegen die Krankheit Covid-19 auf. Die Konzerne hatten den Impfstoff in einer klinischen Studie an Zehntausenden Probanden getestet.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. Dezember 2020 um 19:00 Uhr.

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