Das Krankenhaus in Codogno/Italien. | Bildquelle: MAURIZIO MAULE/EPA-EFE/REX

Ausbruch in Italien Weiterer Coronavirus-Patient gestorben

Stand: 24.02.2020 09:49 Uhr

Italien meldet einen vierten Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, greift das Land zu drastischen Maßnahmen: Ganze Orte werden abgeriegelt. Nachbarländer sind besorgt.

In Italien gibt es nach dem Coronavirus-Ausbruch ein viertes Todesopfer. Der 84 Jahre alte Mann sei in einem Krankenhaus in Bergamo gestorben, meldete die Region Lombardei. Nach Angaben von Regionalpräsident Attilio Fontana hatte der Mann andere Vorerkrankungen.

Zuvor war eine ältere, an Krebs erkrankte Frau gestorben, die in der Klinik von Crema in der Onkologie gelegen habe, wie der der Gesundheitsbeauftragte der Region Lombardei, Giulio Gallera mitteilte. Ob ihre Corona-Infektion ursächlich für den Tod war, blieb zunächst unklar.

Am Samstag waren in Italien bereits zwei Menschen wegen des Virus gestorben. Es handele sich um eine Frau in der nördlichen Region Lombardei, teilte ein Sprecher des italienischen Zivilschutzes mit. Wenige Stunden zuvor hatte Gesundheitsminister Roberto Speranza bestätigt, dass ein 78-jähriger Mann in Venetien infolge der Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben sei.

Italien sperrt Ortschaften ab
tagesthemen 22:56 Uhr, 23.02.2020, Ellen Trapp, ARD Rom

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Gemeinden abgeriegelt, Karneval abgesagt

Die italienischen Behörden versuchen mit Sperrzonen die rasante Ausbreitung des Coronavirus stoppen. Mehrere Gemeinden in Norditalien wurden abgeriegelt, damit das Virus nicht auf die Wirtschaftsmetropole Mailand, das Touristenzentrum Venedig und andere Regionen übergreift.

Der Karneval in Venedig werde genauso wie alle Sportveranstaltungen abgesagt, Museen und Schulen sollen in der gesamten Region Venetien bis zum 1. März geschlossen bleiben, kündigte Regionalpräsident Luca Zaia an. Der Karneval hätte eigentlich noch bis Dienstag laufen sollen.

Vom Coronavirus betroffene Provinzen in Italien
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Vom Coronavirus betroffene Provinzen in Italien

Mehr als 150 Fälle

Laut Fontana stieg die Zahl der Infizierten alleine in der Lombardei auf 165. Am Vorabend waren es in ganz Italien nach Angaben des Zivilschutzes noch rund 150. Neben der Lombardei sind auch Venetien, das Piemont, die Emilia-Romagna und in Rom betroffen.

26 Personen waren laut Zivilschutz auf der Intensivstation. Die Regierung kündigte scharfe Maßnahmen an, um eine Ausbreitung in den wirtschaftsstarken Regionen aufzuhalten. Die am stärksten betroffenen Städte wurden abgeriegelt: Niemand durfte rein oder raus. Betroffen ist die Provinz Lodi in der Lombardei rund 60 Kilometer südöstlich von Mailand, wo rund 50.000 Menschen leben, sowie die Stadt Vo in der Provinz Padua in Venetien mit rund 3000 Einwohnern.

"Das Ziel ist, die Gesundheit der italienischen Bevölkerung zu schützen", sagte Ministerpräsident Giuseppe Conte nach einer Krisensitzung in der Nacht zu Sonntag. Zunächst sollten Sicherheitskräfte die Regionen abriegeln. "Wenn nötig, werden es auch die Streitkräfte sein." Wer versuche, die Absperrungen zu umgehen, dem drohe strafrechtliche Verfolgung.

Die Maßnahme erinnert an die Vorgehensweise gegen das Virus in China. Man wolle aber die Menschen in den italienischen Sperrgebieten nicht alleine lassen, sagte Conte. In den nächsten Tagen soll beispielsweise eine neue Verordnung einen finanziellen Ausgleich regeln.

Mailänder Scala sagt Aufführungen ab

In vielen Städten und Gemeinden wurden Schulen, Universitäten und ein Großteil der Geschäfte geschlossen. Großveranstaltungen wie Gottesdienste, Karnevalsfeste und Sportevents wurden abgesagt. Die Mailänder Scala sagte ihre Aufführungen bis auf Weiteres ab. In Venedig, das um die Karnevalszeit massenhaft Touristen besuchen, herrschte Alarmstimmung. Die Feste sollten ab Sonntagabend auslaufen.

Das Ausmaß des Ausbruchs in Italien erschreckt. Zum Vergleich: In Deutschland wurden bisher 16 Fälle gemeldet, in Frankreich zwölf. Italiens Vize-Gesundheitsminister Pierpaolo Sileri sagte dem Sender SkyTG24, er gehe von weiter steigenden Fallzahlen aus. "Es ist klar, dass wir mehr Fälle haben werden."

In Südtirol bereiteten sich die Behörden auf mögliche eingeschleppte Infektionen vor. Kitas sollten vorerst geschlossen bleiben. Ein Aussetzen der innereuropäischen Reisefreiheit im Rahmen der Schengen-Zone sei vorerst nicht vorgesehen, so Conte. Aus Italien solle "kein Lazarett" werden.

Nachbarstaaten mit erhöhter Aufmerksamkeit

In den Nachbarländern Schweiz und Österreich herrscht erhöhte Wachsamkeit. Frankreich bereitet sich verstärkt auf eine Ausbreitung des Virus vor. Die Lage in Italien werde "aufmerksam verfolgt", sagte Gesundheitsminister Olivier Véran.

Auch die Bundesregierung beobachtet die Lage. "Unsere Botschaft und die deutschen Konsulate in Italien stehen mit den italienischen Behörden in Kontakt für den Fall, dass die italienischen Maßnahmen Deutsche betreffen", hieß es aus dem Auswärtigen Amt. Rückkehrern aus den betroffenen Regionen in Norditalien wurde empfohlen, sich an die entsprechenden Hinweise des Robert Koch-Instituts und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf deren Internetseiten zu halten

Coronavirus in Italien: Karneval in Venedig abgesagt und ganze Gebiete abgesperrt
Jörg Seisselberg, ARD Rom
23.02.2020 17:16 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. Februar 2020 um 20:00 Uhr.

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