Sängerin Jennifer Hudson bei dem Konzert von Global Goal "Unite For Our Future - Summit". | dpa

Kampf gegen Corona Politik und Pop sammeln Milliarden

Stand: 28.06.2020 05:43 Uhr

Es ging darum, möglichst viel Geld für den Kampf gegen Corona zu sammeln. Und das haben die virtuellen Geberkonferenz und das Online-Konzert geschafft. Eine ungewöhnliche Zusammenarbeit von Politik und Pop.

Von Holger Romann,

ARD-Studio Brüssel

"I cry" - "Ich weine" - der neueste Song des R&B-Sängers Usher passte bestens zum Anlass des Benefizkonzerts, das den musikalischen Schlusspunkt unter den mehrstündigen Spendenmarathon setzte. In der Heimat des Musikers, den USA, wütet das Coronavirus seit Wochen praktisch ungebremst, besonders in der afro-amerikanischen Community und in wirtschaftlich benachteiligten Gegenden. Traurige Bilanz bis jetzt: Etwa 2,5 Millionen Infizierte und mehr als 126.000 Todesfälle.

Holger Romann ARD-Studio Brüssel

Gedenken an die Opfer

Action-Darsteller Dwayne Johnson, der die professionell durchkomponierte Show moderierte, erinnerte zu Beginn an die Opfer der Pandemie, überall auf der Welt. Seine Botschaft: Wir können diese Krise nur gemeinsam überstehen.

Das Virus stoppen, mit Geld oder persönlichem Einsatz, das haben sich Künstler, Wissenschaftler, Unternehmer und "ganz normale Zeitgenossen" für die Benefiz-Kampagne "Unite for our Future" - "Gemeinsam für unsere Zukunft" auf die Fahnen geschrieben. Für den guten Zweck hatte die New Yorker Menschenrechtsorganisation "Global Citizen" eine Reihe illustrer Namen aus Musik, Film und Sport engagiert.

Sängerin Miley Cyrus bei dem Konzert von Global Goal "Unite For Our Future - Summit" | picture alliance/dpa

Auch Miley Cyrus trat auf - vor der Kulisse eines leeren Stadions. Bild: picture alliance/dpa

Von der Leyen: "Ein unglaubliches Ergebnis"

Mit dabei: die Schauspieler Hugh Jackman und Diane Kruger, Topmodel Naomi Campbell und der Fußballer David Beckham. Dazu Popstars wie Justin Bieber, die Britpop-Band Coldplay oder Miley Cyrus, die im leeren Football-Stadion von Passadena den Beatles-Klassiker "Help" interpretierte.

Hilfe - das war die gute Nachricht des Abends - ist unterwegs. Vor das virtuelle Pop-Konzert, das drei Tage lang auch in der ARD-Mediathek zu sehen ist, hatten die Veranstalter eine weitere Geberkonferenz platziert. Auf Initiative der EU-Kommission kamen noch einmal über sechs Milliarden Euro zur Finanzierung eines Impfstoffs gegen Covid-19 zusammen. Kommissionschefin Ursula von der Leyen zeigte sich beeindruckt und sprach von einem "unglaublichen Ergebnis".

Schon die Hälfte dessen, was nötig ist

Addiert man die bereits gesammelten rund zehn Milliarden Euro hinzu, kommt die EU-geführte Kampagne, die Anfang Mai begann, auf Zusagen von insgesamt rund 16 Milliarden Euro. Das ist etwa die Hälfte dessen, was Experten für Entwicklung und Produktion eines Wirkstoffs veranschlagen. Ob und wann die laufenden Bemühungen der Pharma-Branche zum Erfolg führen, ist allerdings noch unklar.

Die Kommission, die zusammen mit den EU-Mitgliedsstaaten mehr als ein Drittel der Summe beisteuert, will in jedem Fall dafür sorgen, dass Impfstoffe, Tests oder neue Behandlungsmethoden möglichst vielen Menschen zugänglich gemacht werden, auch und gerade in ärmeren Ländern. "Wir werden diese Pandemie erst dann besiegen, wenn sie überall besiegt ist", betonte Schirmherrin von der Leyen.

Merkel sagt zusätzlich 383 Millionen Euro zu

Unterstützt wurde die Kommissionspräsidentin auch wieder von ihren Politikerkollegen aus Europa und dem Rest der Welt. Darunter der kanadische Ministerpräsident Justin Trudeau, sein spanischer Kollege Pedro Sanchez, Frankreichs Staatschef Emanuel Macron und Angela Merkel. Die Kanzlerin sagte für den Kampf gegen Corona zusätzliche 383 Millionen Euro zu. Ebenfalls wieder mit von der Partie: der britische Premier Boris Johnson. Er hatte erst kürzlich am eigenen Leib erfahren müssen, dass mit dem Virus nicht zu spaßen ist. 

Für hoffnungsvollere Töne sorgte gegen Ende Superstar Shakira. Obwohl ihr Heimatkontinent, Südamerika, derzeit am schwersten von der Seuche betroffen ist, zeigte sich die Kolumbianerin in ihrem Statement und auch musikalisch optimistisch, dass bald wieder die Sonne durch die Wolken bricht.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. Juni 2020 um 20:00 Uhr und B5 aktuell im Hörfunk am 28. Juni 2020 um 09:00 Uhr.