Medizinisches Personal prüft den Zustand der Patienten im Jinyintan-Krankenhaus in Wuhan (China) | Bildquelle: AP

Coronavirus in China Die Angst der Ärzte vor der Ansteckung

Stand: 14.02.2020 11:23 Uhr

Überarbeitet, schlecht ausgerüstet und in ständiger Infektionsgefahr: Krankenhausmitarbeiter in China kämpfen gegen das Coronavirus. Sechs von ihnen sind gestern gestorben. Auch die Gesamtzahl der Toten und Infektionen steigt weiter.

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in China steigt weiter. Binnen eines Tages seien 5090 neue Fälle hinzugekommen und 121 weitere Menschen gestorben, teilte die nationale Gesundheitskommission mit. Damit liegt die Zahl der Toten in Festlandchina nun bei 1380, bestätigt sind 63.851 Infektionsfälle.

Der Anstieg der Erkrankungen hängt auch mit einer Anpassung der Zählweise in der besonders betroffenen Provinz Hubei zusammen. In der Statistik werden dort nun auch Infektionen nach einer ärztlichen Diagnose erfasst, noch bevor sie durch Labortests bestätigt sind. So sollen Betroffene schneller isoliert werden können.

Expertentreffen von Corona-Virologen in Berlin
mittagsmagazin, 14.02.2020, A. Kartschall/J. von Plato, rbb

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Große Risiken für Ärzte und Pfleger

Zu den weiteren Todesopfern zählen nach Angaben der chinesischen Behörden sechs Krankenhausmitarbeiter. Der chinesische Staatssender CCTV berichtete, insgesamt hätten sich bislang mehr als 1700 medizinische Helfer angesteckt. Die Gesundheitskommission hob die großen Risiken hervor, denen Ärzte und Krankenpfleger ausgesetzt seien - vor allem angesichts der Engpässe bei Schutzanzügen und Atemschutzmasken.

In Wuhan führen die Engpässe dazu, dass Ärzte dieselbe Schutzbekleidung mehrfach tragen mussten. Damit steigt die Gefahr, dass die behandelnden Ärzte den Virus weitertragen. Ein Arzt in einer Stadtteil-Klinik von Wuhan berichtet, dass er und mindestens 16 Kollegen die typischen Symptome des Coronavirus wie Husten und Lungeninfektionen zeigten. "Als Ärzte wollen wir natürlich nicht arbeiten, während wir vielleicht ansteckend sind", sagte er. "Doch es gibt im Moment einfach niemanden, der uns ersetzen könnte."

Viele Ärzte tragen Windeln

Jiao Yahui von der chinesischen Gesundheitskommission sagte, viele Ärzte würden unter ihren Schutzanzügen Windeln tragen, um den Gang auf die Toilette zu vermeiden und so einen Wechsel der raren Anzüge hinauszuzögern.  Zwar wurden die Produktion und der Import von Masken und Schutzanzügen in China inzwischen deutlich erhöht. Doch das helfe nur wenig, sagen Mediziner in Wuhan:"Selbst wenn wir mehr Masken bekommen - die Zahl der Patienten steigt noch schneller."

SARS, MERS und das neuartige Coronavirus im Vergleich
galerie

Inzwischen sind an dem neuartigen Coronavirus mehr Menschen gestorben als bei der weltweiten SARS-Pandemie.

Sorge mit Blick auf Nordkorea

Derweil wächst die Sorge, wie Länder mit schwächeren Gesundheitssystemen mit der Erkrankung umgehen. Nordkoreanische Staatsmedien deuteten an, eine unbekannte Zahl von Menschen habe Symptome gezeigt und seien bereits in Quarantäne. Gesundheitsexperten befürchten, dass eine Epidemie in Nordkorea besonders verheerend wäre. Die nötige medizinische Infrastruktur gilt als unzureichend.

Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften meldete, 500 Freiwillige sollten nordkoreanische Ärzte bei Kontrollen von Haus zu Haus unterstützen. Die Helfer seien mit Hunderten Fahrrädern im Einsatz, um Haushalte in abgelegenen Gegenden zu erreichen und dort Aufmerksamkeit für das Virus zu schaffen, so die Organisation.

Kreuzfahrtschiff "Westerdam" durfte anlegen

Aufatmen können inzwischen die Menschen auf dem Kreuzfahrtschiff "Westerdam": Nach tagelanger Irrfahrt durch asiatische Gewässer sind die ersten der knapp 2300 Passagiere und Besatzungsmitglieder in Kambodscha von Bord gegangen. Donnerstagabend hatte das aus Hongkong kommende Schiff in Sihanoukville angelegt.

Zuvor hatte es aus Sorge vor einer Einschleppung des neuartigen Coronavirus mehrere asiatische Häfen in Thailand, Taiwan, Japan, Guam und auf den Philippinen nicht anlaufen dürfen. Unter den Passagieren sind nach Angaben der Reederei Holland America Line auch 57 Deutsche.

Milliardeneinbußen in Luftfahrtbranche

Auch die Wirtschaft bekommt die Folgen des Virus immer stärker zu spüren: So erwartet die Internationale Luftverkehrsvereinigung (ICAO) Umsatzeinbußen von bis zu 4,6 Milliarden Euro. Weltweit hätten 70 Fluggesellschaften alle Verbindungen von und nach China eingestellt, teilte der Verband mit. 50 weitere reduzierten ihren Flugverkehr. Für das erste Quartal 2020 seien fast 20 Millionen weniger Passagiere auf China-Flügen unterwegs als erwartet.

Die Lufthansa verlängerte heute ihre Flugpause nach China: Bis zum 28. März werden nun auch Peking und Shanghai von den Fluggesellschaften der Gruppe nicht mehr angeflogen. Zunächst waren diese Flüge nur bis Ende Februar ausgesetzt worden.

Auch das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin warnt vor den Folgen für die Konjunktur durch das Coronavirus. Die außenwirtschaftlichen Risiken hätten sich durch die Ausbreitung erhöht, heißt es im aktuellen Monatsbericht. "Die damit einhergehenden wirtschaftlichen Auswirkungen auf China und seine Handelspartner sind gegenwärtig noch nicht abschätzbar." Die Volksrepublik ist Deutschlands wichtigster Handelspartner.

Viruskrise trifft Autobranche in China besonders stark
Steffen Wurzel, ARD Shanghai
14.02.2020 11:34 Uhr

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Über dieses Thema berichtete unter anderem WDR 5 im Morgenecho am 12. Februar 2020 um 07:17 Uhr.

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