Ein Mann mit Atemmaske geht an einem Plakat in Wuhan, China vorbei | Bildquelle: AFP

Coronavirus in China Raus aus Wuhan

Stand: 26.01.2020 16:53 Uhr

Mehrere Staaten reagieren auf die steigende Zahl der Coronavirusinfektionen in China: Frankreich, Japan und die USA kündigen Rückholaktionen ihrer Bürger aus Wuhan an. Das Auswärtige Amt aktualisierte seine Reisehinweise für China.

Die rasche Ausbreitung des neuartigen Coronavirus und die steigende Zahl der Todesopfer lassen andere Länder wachsam nach China blicken. Erste Staaten planen Evakuierungsmaßnahmen ihrer Bürger aus der besonders betroffenen Metropole Wuhan. So kündigte das US-Konsulat in Wuhan für Dienstag einen Flug nach San Francisco an, um US-Staatsangehörige aus der Stadt auszufliegen, in der das Virus erstmals ausgebrochen war. Neben Mitarbeitern des Konsulats könnten auch Privatpersonen aus der Stadt gebracht werden, die Kapazitäten seien allerdings "sehr begrenzt". Nach Angaben des "Wall Street Journals" sollen sich rund tausend US-Bürger in Wuhan aufhalten. Aus den USA wurde unterdessen ein fünfter Fall des Coronavirus gemeldet.

Auch die japanische Regierung will ihren Bürgern bei der Ausreise aus der Stadt helfen. Sobald die erforderlichen Vorkehrungen mit den chinesischen Behörden getroffen werden könnten, werde er alles tun, um die Rückkehr seiner Landsleute zu ermöglichen, sagte der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe. Nach amtlichen Angaben hielten sich bis zum Wochenende rund 710 japanische Staatsbürger in Wuhan auf. Auch in Japan wurde ein vierter Fall der neuen Lungenkrankheit bestätigt.

Franzosen sollen raus aus Hubei

Frankreich, wo die ersten drei Infektionen mit dem Virus in Europa bestätigt wurden, kündigte für Mitte der Woche eine Evakuierungsaktion seiner Staatsangehörigen aus der Provinz Hubei an, wo Wuhan liegt. "Die französischen Bürger werden mit Zustimmung der chinesischen Behörden per Flugzeug direkt nach Frankreich gebracht", teilte Frankreichs Gesundheitsministerin Agnes Buzyn mit.

Auch der französische Autobauer PSA will Mitarbeiter und deren Familien aus Wuhan herausholen. Vor ihrer Rückkehr nach Frankreich sollten sie aber zuerst anderswo in China unter Quarantäne gestellt werden.

Vorerst keine Rückholung von Deutschen

In der Provinz Hubei leben auch etwa 100 Deutsche Staatsangehörige mit ständigem Wohnsitz, die in der Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amtes registriert sind. In diese Liste können sich Deutsche freiwillig eintragen lassen. Eine Rückholaktion ist für sie vorerst nicht geplant. Aus Regierungskreisen in Berlin verlautete, das Auswärtige Amt stehe in engem Kontakt mit den Betroffenen und mit Partnerorganisationen vor Ort, wie mit der Situation umzugehen sei.

Plakate am Flughafen Tegel weisen auf die Gefährdung durch den Coronavirus hin. | Bildquelle: dpa
galerie

Plakate am Flughafen Tegel weisen auf die Gefährdung durch den Coronavirus hin.

Auf seiner Internetseite riet das Amt unterdessen von Reisen in die Provinz Hubei ab. Nicht zwingende Reisen nach China sollten auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

Flugzeuge mit Virusverdacht dürfen nur in fünf Städten landen

Diverse Notfälle regeln, was im Verdachtsfall einer Coronavirusinfektion zu tun ist. So darf ein Flugzeug mit möglicherweise infizierten Menschen an Bord nur in fünf deutschen Städten landen, teilte der Flughafenverband ADV mit. Es handele sich um Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt, Berlin und München, sagte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel der "Rheinischen Post". "Notfallpläne für den Umgang mit gefährlichen Infektionen auf deutschen Flughäfen existieren seit Jahren und haben sich in der Vergangenheit bewährt, so etwa 2003 bei SARS, 2006 bei einem Fall von Lassafieber oder 2009 im Zuge der Ausbreitung der Schweinegrippe", sagte Beisel.

Zahl der Infizierten in China steigt weiter
Steffen Wurzel, ARD Shanghai
26.01.2020 16:34 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 26. Januar 2020 um 16:00 Uhr.

Darstellung: