Arbeiter in Schutzkleidung desinfizieren die Gehwege in einem Viertel in Rom | dpa

Italien und Spanien Die Zahlen steigen langsamer

Stand: 30.03.2020 12:24 Uhr

In Italien sind bislang 10.779 Menschen durch das Coronavirus gestorben. Aber der Anstieg der Neuinfektionen verlangsamt sich. Auch Spanien meldet einen Rückgang neuer Fälle. Südkorea sorgt sich um "importierte" Fälle.

In Italien verlangsamt sich die Zunahme der Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Die Gesamtzahl der Infizierten erhöhte sich um 5217 auf 97.689, wie der Zivilschutz mitteilte. Das ist der geringste Anstieg von Neuinfektionen seit Mittwoch.

Bislang hat die Coronavirus-Pandemie offiziellen Angaben zufolge 10.779 Todesopfer in Italien gefordert. Die Behörden erklärten, dass in den vergangenen 24 Stunden 756 neue Todesfälle hinzugekommen seien.

Verlängerung der Ausgangssperre in Italien?

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus droht dem südeuropäischen Land dennoch eine Verlängerung der Ausgangssperre. "Die Maßnahmen, die am 3. April auslaufen, werden unweigerlich verlängert", sagte der Minister für regionale Angelegenheiten, Francesco Boccia, dem TV-Sender Sky TG24. In italienischen Medienberichten ist von einer Verlängerung um weitere zwei Wochen bis zum 18. April die Rede.

Spanien nun mit 85.195 Fällen

Nach Italien ist Spanien in Europa das Land mit den meisten Corona-Infizierten Spaniens Gesamtzahl der Fälle stieg von 78.797 am Sonntag auf 85.195, teilte das Gesundheitsministerium mit. Das Land meldete 812 weitere Todesfälle innerhalb von 24 Stunden, die Gesamtzahl der Corona-Toten liegt dort damit bei 7340. Dies ist ein leichter Rückgang der täglichen Sterbezahlen gegenüber Sonntag, als 838 Todesfälle binnen 24 Stunden gemeldet worden waren.

Verschärfte Ausgangssperre: Spanien ab Dienstag im "Winterschlaf"

In dem Land tritt eine ebenso drastische wie umstrittene Verschärfung der Ausgangssperre zur Bekämpfung der Corona-Pandemie nun erst am Dienstag voll in Kraft. Heute dürfen die betroffenen Personen und Unternehmen "die letzten unbedingt erforderlichen Arbeiten" zur Einstellung der Aktivitäten erledigen, heißt es in dem in der Nacht im Amtsblatt veröffentlichten Dekret. Ursprünglich sollte der "Winterschlaf", wie die Finanzministerin und Sprecherin der linken Regierung María Jesús Montero sich ausdrückte, schon heute beginnen.

Gemäß der Anordnung müssen alle Arbeitnehmer, die in nicht wesentlichen Sektoren tätig sind, bis zum 9. April zu Hause bleiben. Betroffen sind vor allem der Bausektor und weite Teile der Industrie. Die betroffenen Arbeitnehmer sollen ihr Gehalt weiterhin beziehen und die nicht geleisteten Stunden zu einem späteren Zeitpunkt nachholen. Bisher durften alle Bürger, die nicht im Homeoffice arbeiten konnten, zum Arbeitsplatz fahren.

Die Verschärfung des Ausgehverbots wurde von vielen Unternehmern und Regionalpräsidenten scharf kritisiert.

Coronavirus, Sars-CoV-2 und Covid-19

Coronavirus ist die geläufigste Bezeichnung für das neuartige Virus aus China. Dessen offizieller Name, den die WHO festgelegt hat, lautet Sars-CoV-2. Die aus dem Virus resultierende Lungenkrankheit heißt Covid-19.

Südkorea: Sorge um "importierte" Fälle

In Südkorea ist die Zahl der täglich erfassten Neuinfektionen mit dem Coronavirus erneut auf unter 100 gesunken. Am Sonntag seien 78 Menschen positiv getestet worden, teilten die Gesundheitsbehörden mit. Die Gesamtzahl erreichte damit 9661. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Virus wurde mit 158 angegeben.

Sorgen bereiten den Behörden nach wie vor lokale Häufungen sowie "importierte" Fälle. Südkorea verzeichne weiter eine Zunahme "bestätigter Fälle aus dem Ausland", sagte Kim Gang Lip von der Zentrale für das Katastrophen-Management. Von Mittwoch an sollen sämtliche Ankommende unter eine zweiwöchige Quarantäne gestellt werden. Dabei sei es egal, welcher Nationalität sie seien und woher sie anreisten, sagte Kim.

31 neue Fälle in China gemeldet

China meldet 31 neue Coronavirus-Fälle. Darunter befindet sich laut Angaben der Nationalen Gesundheitskommission nur eine lokal übertragene Infektion. Tags zuvor lag die Zahl der Neuerkrankungen bei 45. Die Kommission meldet vier neue Todesfälle, wodurch die Gesamtzahl der Todesopfer durch den Ausbruch des Coronavirus auf dem Festland auf 3304 steigt. Die Gesamtzahl der Infektionen liegt nach Behördenangaben bei 81.470.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. März 2020 um 16:00 Uhr.