Trauerfeier auf einem Friedhof in Boston | AP

Pandemie in den USA Mehr als eine Viertelmillion Corona-Tote

Stand: 19.11.2020 07:13 Uhr

US-Experten warnen vor einem "gefährlichen Punkt" in der Corona-Pandemie: Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus hat 250.000 überschritten. Hinzu kommt der bislang stärkste Anstieg an Neuinfektionen.

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind in den USA mehr als eine Viertelmillion Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. Das geht aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. In keinem anderen Land der Welt ist eine so hohe Zahl an Todesfällen bekannt. Allein seit Ende September starben 50.000 Menschen.

Stärkster Anstieg der Fallzahlen seit Pandemiebeginn

Die USA befänden sich an einem "gefährlichen Punkt" in der Pandemie, sagte Admiral Brett Giroir, der der Corona-Arbeitsgruppe im Weißen Haus angehört, dem Sender MSNBC. "Im Moment verzeichnen wir den stärksten Anstieg der Fallzahlen, unsere Krankenhausaufnahmen nehmen Woche für Woche um 25 Prozent zu, unsere Todesfälle nehmen Woche für Woche um 25 Prozent zu - und das bewegt sich nicht in die richtige Richtung."

Es handele sich nicht um falschen Alarmismus, betonte der Gesundheitsbeamte. Die Steigerungsrate bei den Corona-Fällen sei zu keinem anderen Zeitpunkt in der Pandemie so schlimm gewesen.

Täglich mehr als 100.000 Neuinfektionen

Die Corona-Neuinfektionen pro Tag bewegen sich in den USA auf sehr hohem Niveau. Seit Anfang November wurden täglich mehr als 100.000 Neuinfektionen gemeldet, am Dienstag waren es rund 162.000. Die Vereinigten Staaten sind damit das Land mit den meisten nachgewiesenen Ansteckungen mit dem Coronavirus.

Auch ist die Opferzahl in dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern weltweit die bislang höchste in absoluten Zahlen - gefolgt von Brasilien mit rund 166.700 Toten und Indien mit knapp 131.000.

Kritik an Trumps Corona-Politik

Relativ zur Einwohnerzahl ist die Zahl der Opfer unter anderem in Belgien, Spanien und Argentinien höher als in den USA. In Belgien kommen laut Johns Hopkins 130 Tote auf 100.000 Einwohner, in Spanien 89, in Argentinien 81. In den USA waren es bislang 76 Menschen pro 100.000 Einwohner, vergleichbar mit Italien. In Deutschland lag dieser Wert bei 16 Todesopfern.

Kritiker werfen dem amtierenden US-Präsidenten Donald Trump schwere Versäumnisse in der Pandemie vor. Zuletzt äußerte sich Trump vor allem mit Blick auf die Fortschritte bei der Entwicklung von Impfstoffen, nicht aber zu den dramatisch steigenden Fallzahlen. Der gewählte Präsident Joe Biden forderte Sofortmaßnahmen von Trumps Regierung. Er will den Kampf gegen die Pandemie zur Priorität machen, sobald er ins Weiße Haus eingezogen ist. Die Amtseinführung ist für den 20. Januar geplant.

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Moderation 19.11.2020 • 13:19 Uhr

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