ZWei Urlauber sitzen mit Mund-Nasen-Schutz an einem Strand. | Bildquelle: dpa

Corona-Pandemie Wo gelten Reisewarnungen und wo nicht?

Stand: 20.08.2020 17:52 Uhr

Die Liste der Reisewarnungen wird immer unübersichtlicher: Mallorca steht drauf, Gran Canaria nicht, Luxemburg wurde wieder runtergenommen. Wie kommen Reisewarnungen zustande? Wo ist Urlaub noch möglich und wo nicht? Ein Überblick.

Die Corona-Pandemie trifft die ganze Welt. Schien es zeitweise so, als hätten die meisten europäischen Staaten das Schlimmste überstanden, steigen die Infektionszahlen nun auch hier wieder kräftig an. Spanien steckt schon längst in der sogenannten zweiten Welle, Frankreich muss den Kampf gegen das Virus wieder verstärken und selbst das vergleichsweise glimpflich davon gekommene Deutschland verzeichnet so hohe Fallzahlen wie zuletzt im April.

Damit das Infektionsgeschehen einigermaßen kontrollierbar bleibt und im Idealfall wieder eingedämmt werden kann, erstellt die Bundesregierung eine Liste von Gegenden, die besonders stark von der Pandemie betroffen sind - und warnt vor Reisen in diese Gebiete. Denn wer sich im Ausland infiziert und nach seiner Heimreise an den Arbeitsplatz oder in die Schule zurückkehrt, kann schnell einen epidemiologischen Flächenbrand auslösen. Betriebs- und Schulschließungen wären die Folge, neue Ausgangsbeschränkungen drohen.

Reisewarnung ermöglicht kostenlose Stornierung

Die vom Auswärtigen Amt, dem Gesundheits- und Innenministerium erstellte Liste der offiziellen Risikogebiete im Ausland ist lang - und unterliegt ständigen Veränderungen. Zentrales Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat. Die Daten werden vom bundeseigenen Robert Koch-Institut (RKI) zur Verfügung gestellt. Wer aus einer solchen Gegend heimkehrt, muss sich auf das Coronavirus testen lassen. Bis das Ergebnis vorliegt, gilt eine Quarantäne-Pflicht.

Für fast alle Risikogebiete spricht das Auswärtige Amt zusätzlich eine Reisewarnung aus. Sie ist zwar nicht gleichbedeutend mit einem Reiseverbot, aber eine abschreckende Wirkung ist durchaus beabsichtigt. Und die Reisewarnung hat eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglicht es, Buchungen kostenlos zu stornieren.

Außerhalb Europas sieht es schlecht aus

Derzeit besteht eine Reisewarnung für nahezu die ganze Welt. Außerhalb Europas umfasst sie alle Staaten - mit einer kleinen Ausnahme: Obwohl die Türkei insgesamt als Risikogebiet gilt, wurden die Reisewarnungen für die im asiatischen Teil des Landes liegenden Provinzen Aydin, Izmir, Mugla und Antalya zurückgenommen.

Dass Reisewarnungen nicht nur für Risikogebiete ausgesprochen werden, zeigt das Beispiel Neuseeland: Obwohl das Land niedrige Fallzahlen hat, besteht eine Reisewarnung, weil deutsche Staatsbürger derzeit generell nicht einreisen dürfen.

Vor dem Urlaub über Einreisebeschränkungen informieren

In Europa ist die Lage etwas unübersichtlicher: Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen nach Spanien inklusive der bei Deutschen beliebten Balearen - aber mit Ausnahme der Kanaren. Außerdem bestehen Reisewarnungen für zwei kroatische Regionen, die sogenannten Gespanschaften Sibenik-Knin mit dem Nationalpark Krka sowie Split-Dalmatien mit der Hafenstadt Split und den Inseln Brac und Hvar. Von Reisen in die belgische Provinz Antwerpen wird ebenso abgeraten wie von Urlaubsaufenthalten in den bulgarischen Verwaltungsbezirken Blagoevgrad, Dobritch und Varna. Außerdem stehen zahlreiche Gebiete in Rumänien auf der Liste der Risikogebiete.

Für alle anderen Staaten in Europa besteht im Moment keine offizielle Reisewarnung. Die bisherige Warnung vor Reisen nach Luxemburg wurde aufgehoben. Allerdings sollten sich Urlauber vorab über mögliche Einreisebeschränkungen ihres Ziellandes informieren. So gab zum Beispiel Finnland am Mittwoch bekannt, Reisende aus Deutschland wieder an den Grenzen zu kontrollieren und ihnen eine zweiwöchige Quarantäne aufzuerlegen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 20. August 2020 um 17:42 Uhr.

Darstellung: