Passagiere stehen mit ihrem Gepäck im Flughafen | dpa

Corona-Beschränkungen Reisen wird noch schwieriger

Stand: 22.01.2021 11:22 Uhr

Um die Ausbreitung mutierter Coronaviren einzudämmen, wird das Reisen weiter eingeschränkt: Die USA erlassen Quarantäne-Auflagen, Frankreich verschärft die Testpflicht und auf EU-Ebene wird über eine Reihe von Maßnahmen nachgedacht.

Die Sorge vor der weiteren Ausbreitung neuer Coronavirus-Varianten in der Europäischen Union ist groß. Reisen könnte mit neuen Corona-Auflagen in Europa daher bald noch mühsamer werden. Erwogen würden weitere Beschränkungen, berichtete EU-Ratschef Charles Michel nach einem gemeinsamen Videogipfel der EU-Staats- und Regierungschefs. Zur Debatte stehen demnach neue Test- und Quarantänepflichten für Menschen aus "dunkelroten Zonen" mit sehr hohen Corona-Fallzahlen.

PCR-Testpflicht in Frankreich

Frankreich verlangt von Reisenden aus anderen EU-Staaten bereits von Sonntag an die Vorlage eines negativen Corona-PCR-Tests. Diese Tests müssten dann innerhalb von 72 Stunden vor der Abreise gemacht worden sein, teilte das Amt des französischen Präsidenten Emmanuel Macron mit. Macron habe seine EU-Kollegen bei dem Videogipfel über die Neuregelung unterrichtet. Die Verpflichtung zum PCR-Test gilt den Angaben zufolge für alle Reisen nach Frankreich, die nicht "essenziell" sind. Ausnahmen gelten unter anderem für Berufspendler, die in Frankreich arbeiten, aber nicht dort wohnen.

Schon bislang mussten Reisende aus EU-Staaten für die Einreise nach Frankreich einen negativen Test auf das Coronavirus vorweisen. Dabei musste es sich jedoch nicht zwingend um einen PCR-Test handeln.

Mögliche Beschränkungen für touristische Reisen

Die Grenzen in der EU sollten zunächst offen bleiben, um den Transport wichtiger Güter und die Dienstleistungsfreiheit im EU-Binnenmarkt zu sichern, sagte Ratspräsident Michel. "Es sollte keine undifferenzierten Reisesperren geben." Gleichwohl seien weitere Beschränkungen für nicht unabdingbare Reisen womöglich notwendig, um die Ausbreitung des Virus zu bremsen, so Michel. "Wenn es um nicht unbedingt notwendigen Reisen geht, müssen Einschränkungen möglich sein."

Die Staats- und Regierungschefs sähen die Lage wegen der neuen, ansteckenderen Varianten des Coronavirus als sehr ernst, erklärte EU-Ratspräsident Michel weiter. Man kämpfe an zwei Fronten: Beschleunigung der Impfungen in Europa und Eindämmung des Virus.

"Von allen nicht unbedingt notwendigen Reisen sollte dringend abgeraten werden, sowohl innerhalb eines Landes als auch grenzüberschreitend", sagte auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Ihre Behörde wolle zudem eine Erweiterung der bereits bestehenden Corona-Ampel-Karte vorschlagen. Demnach soll für Regionen, in denen sich das Coronavirus sehr stark verbreitet, eine neue dunkelrote Kategorie eingeführt werden, sagte von der Leyen.

Keine grünen Zonen in Europa

Bislang teilt die EU-Krankheitsbekämpfungsbehörde ECDC die EU-Regionen in grüne, orangefarbene und rote Zonen ein. Wegen der nahezu überall anhaltend hohen Ansteckungszahlen gibt es allerdings bereits seit Wochen keine grünen und nur noch sehr wenige orange Flecken auf der Europa-Karte. Von Personen, die künftig aus den dunkelroten Zonen verreisen wollten, könne vor der Abreise ein Test verlangt werden sowie Quarantäne nach der Ankunft, sagte von der Leyen.

Auch Geimpfte können absehbar nicht mit Erleichterungen beim Reisen rechnen. Zwar wollen die 27 Staaten an einem gemeinsamen Impfpass arbeiten. Die Debatte über mögliche damit verbundene Vorteile wurde jedoch vertagt.

Schärfere Regeln für Einreisen in die USA

Auch die USA verschärfen ihre Einreisevorschriften weiter. So müssen sich Reisende künftig nach ihrer Ankunft in Quarantäne begeben. "Jeder, der aus einem anderen Land in die USA fliegt, wird sich testen lassen müssen, bevor er das Flugzeug besteigt, und sich in Quarantäne begeben müssen, wenn er in den USA ankommt", kündigte der neue US-Präsident Joe Biden. Die Maßnahme tritt laut Dekret am 26. Januar in Kraft.

Auch müssen Amerikaner künftig bei Reisen in Flugzeugen, Bussen und Zügen Masken tragen. Eine solche Pflicht gibt es von Seiten der Unternehmen zwar ohnehin, aber ein Dekret der Regierung macht es Maskenverweigerern nun schwerer. Die verpflichtende Nutzung von Masken in Regierungsgebäuden hatte Biden bereits zuvor verordnet. Um mehr Impfstoffe herzustellen, autorisierte Biden auch die Nutzung eines Gesetzes aus dem Kalten Krieg - den "Defense Production Act" -, mit dem private Unternehmen angewiesen werden können, notwendige Güter herzustellen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 22. Januar 2021 um 11:00 Uhr.

IHRE MEINUNG

KOMMENTARE

avatar
Moderation 22.01.2021 • 21:05 Uhr

Schließung der Kommentarfunktion

Sehr geehrte User, die Meldung wurde bereits sehr stark diskutiert. Alle wesentlichen Argumente sind genannt. Entscheidende neue Aspekte, die einer konstruktiven Diskussion förderlich wären, sind nicht mehr hinzugekommen. Deshalb haben wir beschlossen, die Kommentarfunktion zu schließen. Die Moderation