Krankenhauspersonal steht in einem Flur in einem Krankenhaus in Lissabon (Portugal) | REUTERS

Krise im Gesundheitssystem Mutation verbreitet sich in Portugal

Stand: 21.01.2021 11:08 Uhr

Die ansteckendere britische Variante des Coronavirus breitet sich rasant in Portugal aus. Die Infektionszahlen steigen sprunghaft. Die Gesundheitsministerin warnte vor einem Kollaps des Gesundheitssystems.

In Portugal breitet sich die ansteckendere britische Variante des Coronavirus rasch aus. Etwa 20 Prozent aller neuen Infektionsfälle gingen auf diese Variante zurück, sagte Gesundheitsministerin Marta Temido dem Sender RTP. Der Anteil könne bereits nächste Woche auf 60 Prozent steigen.

Das nationale Gesundheitssystem sei bereits jetzt am Rande des Zusammenbruchs. Es mangele an Betten für die Intensivpflege und an Pflegepersonal, um die Corona-Patienten zu versorgen. "Das Gesundheitssystem kann dieses Ausmaß an Infektionen nicht handhaben", sagte Temido.

Höchststand bei Neuinfektionen und Todesfällen

Am Mittwoch hatten sowohl die täglich gemeldeten Neuinfektionen als auch die Zahl der Todesfälle einen Höchststand erreicht. Fast 14.700 neue Ansteckungen wurden binnen 24 Stunden gemeldet, das ist ein Anstieg gegenüber dem Vortag um 40 Prozent. Zudem wurden 219 weitere Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus registriert, auch das ein Höchstwert.

In dem Land mit seinen zehn Millionen Einwohnern hat die Regierung am Freitag vergangene Woche einen 15-tägigen Lockdown verhängt, um die Verbreitung des Virus einzudämmen. So sind alle nicht zwingend notwendigen Geschäfte und Einrichtungen geschlossen. Die Menschen sind aufgefordert, zu Hause zu bleiben.

Allerdings hat die Regierung entgegen harscher Kritik entschieden, die Schulen offen zu lassen. Ob diese nun auch geschlossen werden sollen, werde die Regierung im Laufe des Donnerstags entscheiden, sagte Temido. Auch in Portugals Nachbarland Spanien stiegen die Infektionszahlen zuletzt deutlich.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. Januar 2021 um 17:00 Uhr.