Medizinisches Personal arbeitet auf der Intensivstation im Krankenhaus von Cambrai (Frankreich). | REUTERS
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Liveblog zum Nachlesen + Frankreich: Corona-Patienten häufig ungeimpft +

Stand: 30.07.2021 21:48 Uhr

Rund 85 Prozent der Covid-19-Patienten in französischen Krankenhäusern sind nicht geimpft. Die Wettbewerbshüter der EU-Kommission haben von der Bundesregierung beschlossene Corona-Hilfen für Bahnunternehmen genehmigt. Der Liveblog zum Nachlesen.

  • Sachsens Impfkommission empfiehlt Impfung ab 12 Jahren
  • Kabinett beschließt Testpflicht für Reise-Rückkehrer
  • Inzidenz steigt auf 16,5
  • Bundesländer geben Impfdosen an Bund zurück
  • Weitere 27 Positiv-Tests bei Olympia
30.7.2021 • 23:38 Uhr

Ende des Liveblogs

Hiermit schließen wir den Liveblog für heute und danken für Ihr Interesse.

Die für Sonntag geplante Kundgebung der Initiative "Querdenken 711" aus Stuttgart auf der Straße des 17. Juni in Berlin bleibt verboten. Das Berliner Verwaltungsgericht hat den Eilantrag gegen das entsprechende Demonstrationsverbot abgelehnt, wie ein Sprecher der Justizbehörde mitteilte. Zu der Kundgebung waren für Sonntagnachmittag 22.500 Teilnehmer angemeldet. Auch eine weitere für Sonntag geplante Demonstration in der Bundeshauptstadt bleibe verboten. Die Berliner Polizei hatte für das Wochenende insgesamt zwölf geplante Versammlungen in der Stadt untersagt. Am Nachmittag war von den Verwaltungsrichtern bereits ein Eilantrag gegen das Verbot einer geplanten Demo von Gegnern der Corona-Politik abgelehnt worden.

Angesichts des politischen Drucks auf die Ständige Impfkommission (STIKO) hat der Verband der Amtsärzte angeregt, die Unabhängigkeit der wissenschaftlichen Einrichtung organisatorisch abzusichern. "Man müsste überlegen, wie die STIKO künftig aufgehängt ist, um ihre Neutralität und Unabhängigkeit zu sichern", sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, der "Ärzte Zeitung". Derzeit ist die STIKO am Robert Koch-Institut angesiedelt, einer Bundesbehörde. Damit gerate die STIKO aber "in den Bereich Politik und Politikberatung", erklärte Teichert. Auch brauche die Kommission hauptamtliche Strukturen, die die professionelle Arbeit der ehrenamtlich tätigen Kommissionsmitglieder unterstütze.

Seit Wochen werden die Wissenschaftler der Impfkommission von Politikern gedrängt, eine ausdrückliche Empfehlung zur Corona-Impfung älterer Kinder und Jugendlicher auszusprechen. Bisher tut sie das nur vorerkrankte. Allerdings hat die Europäische Arzneimittelbehörde EMA mehrere Impfstoffe für Kinder ab zwölf Jahren grundsätzlich zugelassen, Eltern und Kinder können sich daher nach Beratung mit einem Arzt dennoch für eine Impfung entscheiden. Zuletzt hatte Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) auf die EMA verwiesen und gesagt, er wolle die STIKO "an ihre Verantwortung erinnern".

Einer US-Studie zufolge waren drei Viertel der Infizierten nach mehreren Großereignissen im Bundesstaat Massachusetts komplett geimpft. Dies deute auf eine hohe Übertragbarkeit der Delta-Variante hin, teilt die Seuchenbehörde CDC mit. Nach den Veranstaltungen im Landkreis Barnstable waren 469 Fälle verzeichnet worden, von denen 74 Prozent eine abgeschlossene Impfung aufwiesen. Bei 133 genauer Untersuchten sei in 90 Prozent der Fälle Delta gefunden worden. Offenbar könnte die Mutation im Gegensatz zu anderen Varianten auch durch komplett Geimpfte übertragen werden. CDC-Chefin Rochelle Walensky nannte die Studie besorgniserregend und verwies auf neue Empfehlungen der Behörde, dass auch komplett Geimpfte in Gebieten mit hoher Inzidenz Masken tragen sollen.

Der Streit zwischen Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und seinem Vize Hubert Aiwanger geht in die nächste Runde. Nach Söders Kritik an Aiwanger wehrt sich dieser und wirft der CSU Wahlkampftaktik vor. "Die CSU hat offenbar Angst vor einem schlechten Bundestagsergebnis und greift deshalb ohne Not den eigenen Koalitionspartner an", sagte der Chef der Freien Wähler der "Bild". "Ich wurde vor laufender Kamera zu meinem Impfstatus gefragt und vertrete die Meinung, dass Impfen ein wichtiger Baustein der Corona-Bekämpfung ist, aber trotzdem eine persönliche Entscheidung bleiben muss. Das hat nichts mit Schamanentum oder Querdenken zu tun, sondern ist ein persönliches Freiheitsrecht", sagte Aiwanger, der bislang auf eine Corona-Impfung verzichtet hat.

Söder hatte dem "Spiegel" zuvor mit Blick auf Aiwanger gesagt: "Wer glaubt, sich bei rechten Gruppen und Querdenkern anbiedern zu können, verlässt die bürgerliche Mitte und nimmt am Ende selbst Schaden." Aiwanger hatte zuletzt von einer "Jagd" auf Ungeimpfte in Deutschland gesprochen und auch vor einer "Apartheids-Debatte" gewarnt, die von Impfgegnern losgetreten werden könnte, sollten Ungeimpfte weniger Rechte bekommen. Der bayerische Wirtschaftsminister kandidiert für den Bundestag und hofft, mit seiner Partei die Fünf-Prozent-Hürde zu durchbrechen.

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat den Ausbau der US-Produktion von Inhaltsstoffen des Corona-Impfstoffs von Moderna für den europäischen Markt genehmigt. Die Entscheidung dürfte "erhebliche" Auswirkungen auf die Versorgung mit dem Vakzin in der EU haben, wie die Behörde mitteilte. "Im dritten Quartal 2021 wird die US-Lieferkette 40 Millionen Dosen des Impfstoffs für den europäischen Markt bereitstellen", erklärte die EMA. Seit der EU-weiten Erteilung einer Zulassung für den Moderna-Impfstoff hat der EMA-Ausschuss für Humanarzneimittel vier Produktionsstätten für die Herstellung von Wirkstoffen für das Vakzin anerkannt. Zwei davon befinden sich in den USA und zwei in der Schweiz.

Ein überwältigender Anteil der Covid-19-Patienten, die in französischen Krankenhäusern behandelt werden, ist nicht geimpft: Rund 85 Prozent der Covid-19-Patienten auf den Normal- und Intensivstationen haben keine Impfung gegen das Coronavirus, wie aus einer heute veröffentlichten amtlichen Statistik hervorgeht. Zudem liege bei 78 Prozent aller Todesfälle nach einer Corona-Infektion keine Impfung vor. Im untersuchten Zeitraum zwischen Ende Mai und Mitte Juli waren demnach nur sieben Prozent der Patienten, die wegen Covid-19 ins Krankenhaus mussten, vollständig gegen das Coronavirus geimpft.

Wegen der Zahl der Corona-Infektionen hat die Bundesregierung Andorra ab Sonntag als Hochinzidenzgebiet eingestuft. Wer aus einem Hochinzidenzgebiet nach Deutschland zurückkehrt und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne, kann diese aber durch einen negativen Test nach fünf Tagen verkürzen.

Eine ganze Reihe afrikanischer Staaten wurde wegen einer veränderten Lage vom Virusvariantengebiet zum Hochinzidenzgebiet zurückgestuft: Südafrika, Botswana, Simbabwe, Sambia, Mosambik, Malawi, Eswatini (das frühere Swasiland), Lesotho und Namibia. Nicht mehr Risikogebiet ist die auch bei Urlaubern beliebte Dominikanische Republik.

Ab Sonntag gibt es nur noch zwei statt drei Kategorien für weltweite Gebiete mit höheren Infektionsrisiken: Hochrisikogebiete (bisher Hochinzidenzgebiete) und Gebiete, in denen neue, besorgniserregende Virusvarianten kursieren. Die Kategorie der "einfachen" Risikogebiete entfallen.

Der oberste Corona-Experte der US-Regierung hofft auf eine reguläre Zulassung für gängige Impfstoffe bis Mitte August. Seit der Notfallzulassung seien inzwischen mehrere Monate vergangen, sagte Anthony Fauci der Nachrichtenagentur Reuters. Eine reguläre Zulassung würde Ärzten eine größere Handlungsfreiheit für etwaige dritte Impfungen geben. Unter anderem haben Pfizer und BioNTech sowie Moderna bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eine normale Zulassung beantragt.

Rund sechs Wochen nach Beginn der Corona-Impfungen für Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren in Frankreich ist in dem Land nur ein Fall von Herzmuskelentzündung (Myokarditis) nach einer Corona-Impfung gemeldet worden. Dies gab die französische Arzneimittelbehörde ANSM bekannt. Bei fast 2,4 Millionen Geimpften in dieser Altersgruppe seien insgesamt 66 Fälle schwerer Nebenwirkungen registriert worden. Bisher wurde in Frankreich in dieser Altersgruppe ausschließlich der Impfstoff von BioNTech/Pfizer verabreicht, seit Mittwoch ist auch das Vakzin von Moderna für Kinder und Jugendliche zugelassen.

Myokarditis ist bereits als sehr seltene Nebenwirkung des BioNTech/Pfizer-Impfstoffs bei Erwachsenen und jungen Männern bekannt. Als mögliche Nebenwirkung von Corona-Impfungen mit BioNTech/Pfizer und Moderna bei Erwachsenen gab die ANSM Störungen der weiblichen Periode an. Die Blutungen könnten dabei stärker in einem anderen Rhythmus als gewohnt ausfallen.

In Italien sind die täglichen Corona-Infektionszahlen zuletzt weiter gestiegen. In beinahe allen Regionen und Autonomen Provinzen hätten die Behörden wachsende Fallzahlen in allen Altersgruppen verzeichnet, hieß es im wöchentlichen Corona-Lagebericht des italienischen Gesundheitsministeriums in Rom. Der zuletzt berechnete Sieben-Tage-Inzidenzwert lag bei landesweit durchschnittlich 58 Fällen je 100.000 Einwohnern. Die Delta-Variante ist in Italien nach jüngsten Ergebnissen am verbreitetsten. Am Freitag meldeten die Gesundheitsbehörden etwas mehr als 6600 Corona-Neuinfektionen und 18 Tote im Zusammenhang mit dem Virus.

Olympische Sportler sollten sich aus Sicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für die internationale Zusammenarbeit zur Bekämpfung der Corona-Pandemie einsetzen. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus forderte Athletinnen und Athleten auf, die olympischen Ideale in den Gesundheitsbereich weiterzutragen. "Wir wollen, dass sie zu Botschaftern der Solidarität werden", sagte Tedros bei einer Pressekonferenz in Genf. Wegen der mangelnden Versorgung vieler Länder mit Impfstoffen sei man noch weit vom Ziel entfernt, bis Ende September überall zehn Prozent der Bevölkerung gegen Covid-19 zu impfen, warnte Tedros. Bislang habe nur knapp mehr als die Hälfte aller Länder dieses Ziel erreicht.

Probleme bereitet aus Sicht des WHO-Chefs nicht nur die geringe Bereitschaft reicher Länder, Impfdosen an ärmere abzugeben. Es mangele vielerorts auch an Virustests, Schutzkleidung für Gesundheitspersonal und Sauerstoff zur Behandlung von Kranken.

Die WHO wehrte sich gegen Kritik, dass der Besuch von Tedros bei der Eröffnung der Olympischen Spiele angesichts steigender Neuinfektionen ein falsches Signal war. Die globale Pandemie werde nicht durch die Olympischen Spiele angeheizt, sondern durch die unfaire Verteilung von Impfstoffen, auf die Tedros in Tokio hingewiesen habe, sagte der Notfallkoordinator der WHO, Mike Ryan.

Der Bund sollte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther zufolge Corona-Tests so schnell wie möglich kostenpflichtig machen. Als Datum nannte der CDU-Politiker der "Welt" zufolge den 20. September. "Bis dahin hätte jeder bisher Ungeimpfte noch die Chance, sich vollständig impfen zu lassen." Die Kosten für einen Antigen-Schnelltest liegen demnach zwischen 20 und 30 Euro.

Die Wettbewerbshüter der EU-Kommission haben von der Bundesregierung beschlossene Corona-Hilfen für Bahnunternehmen genehmigt. Wie die Brüsseler Behörde mitteilte, geht es um Unterstützung im Gegenwert von mehr als 2,5 Milliarden Euro. Sie wird in Form einer Senkung der Entgelte gewährt, die Unternehmen im Güter- und im Personenfernverkehr für den Zugang zur Schieneninfrastruktur entrichten.

"Die heute genehmigten Maßnahmen werden Unternehmen des Schienengüter- und des Schienenpersonenverkehrs in Deutschland dabei helfen, die durch die Corona-Pandemie verursachte schwierige Lage zu bewältigen", teilte die zuständige Vizepräsidentin Margrethe Vestager mit. Sie sollten zudem auch dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit des Schienenverkehrs mit anderen Verkehrsträgern zu wahren, um europäische Umwelt- und Klimaschutzziele zu erreichen.

Die Theater am New Yorker Broadway wollen bei der Wiedereröffnung im September nach rund anderthalbjähriger Pause während der Corona-Pandemie nur Publikum mit Impf-Nachweis zulassen. Auch alle Mitarbeiter und Schauspieler an den insgesamt 41 Theatern müssten geimpft sein, teilte der Branchenverband Broadway League mit. Ausnahmen gebe es nur für Kinder unter zwölf Jahren, für die noch kein Impfstoff zugelassen ist, und für Menschen, bei denen medizinische Gründe oder religiöse Überzeugungen eine Impfung verhinderten - diese müssten einen negativen Test vorzeigen. Zudem müssten Zuschauer im Theater Masken tragen und dürften diese nur zum Essen und Trinken abnehmen. Die Regelung gelte zunächst bis mindestens Oktober.

Ab Mitte September wollen viele der in der Pandemie seit März 2020 geschlossenen Broadway-Theater den Betrieb wieder aufnehmen. Zuvor hatten bereits unter anderem die Metropolitan-Oper und die Carnegie Hall angekündigt, mit dem Beginn der Saison zumindest vorerst nur noch vollständig geimpfte Zuschauer zuzulassen.

Zypern beginnt kommende Woche mit Corona-Impfungen von Minderjährigen ab dem Alter von zwölf Jahren. Die Impfung erfolge nur auf freiwilliger Basis und unter Verwendung von mRNA-Präparaten von BioNTech/Pfizer und Moderna, teilten die Behörden mit. Für Impfungen von Kindern ist in Zypern zudem die Zustimmung von Eltern oder Erziehungsberechtigten nötig.

Die Immunologin Christine Falk hat sich kritisch zu Berichten aus den USA gezeigt, wonach die Seuchenbehörde CDC die Delta-Variante des Coronavirus als so ansteckend wie die Windpocken einstuft. "So weit würde ich nicht gehen", sagte die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Immunologie der Funke Mediengruppe. Windpocken könnten über mehrere Meter über die Luft übertragen werden. "Ich vermute hinter der drastischen Wortwahl auch eine politische Motivation", erklärte Falk. Sie sprach von einem "Kardinalfehler" der USA, im Gegensatz zu Deutschland die Maskenpflicht, Abstands- und Hygieneregeln zu früh aufgehoben zu haben. "Es braucht ein dramatisches Szenario, um die Bevölkerung wieder einzufangen."

Das Berliner Verwaltungsgericht hat einen Eilantrag gegen das Verbot einer Demonstration von Gegnern der Corona-Politik zurückgewiesen. Das teilte ein Sprecher des Gerichts mit. Der Eilantrag war von den Initiatoren einer für Sonntagvormittag geplanten Demonstration unter dem Motto "Friede, Freiheit, Wahrheit" eingereicht worden. Dazu waren 3500 Teilnehmer angemeldet. Wie der Sprecher sagte, hat das Gericht die Einschätzung der Polizei zu möglichen Gesundheitsgefahren für den Fall, dass die Demonstration stattfinden sollte, bestätigt.

Inzwischen seien zwei weitere Eilanträge gegen Demonstrationsverbote eingegangen. Bei einem davon geht es dem Sprecher zufolge um das Verbot einer Kundgebung auf der Straße des 17. Juni, zu der für Sonntag 22.500 Teilnehmer angemeldet waren. Dazu aufgerufen hat die Initiative "Querdenken 711" aus Stuttgart. Am Donnerstag hatte die Berliner Polizei zwölf für Samstag und Sonntag geplante Kundgebungen und Demonstrationen untersagt.

Eine Bratwurst als Belohnung hat der Impfstelle im südthüringischen Sonneberg einen regelrechten Ansturm auf Covid-19-Impftermine beschert. Bis zum Nachmittag kamen nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) 250 Menschen, um sich neben der Spritze in den Oberarm auch noch die kulinarische Spezialität abzuholen. Normalerweise würden in der Impfstelle pro Tag durchschnittlich bis zu 140 Impfungen verabreicht, sagte der Leiter des KV-Pandemiestabs, Jörg Mertz.

Die Thüringer Bratwurst genießt neben Klößen einen geradezu legendären Ruf - auch über die Landesgrenzen hinaus. Für Einheimische ist sie so etwas wie ein Nationalgericht. Das erstmals angebotene "Bratwurst-Impfen" ist eine von mehreren Ideen, mit denen Thüringen der zunehmenden Impfmüdigkeit begegnen will. Dazu gehören nach Angaben des Gesundheitsministeriums auch Impfangebote bei Fußballspielen des Viertligisten FC Carl Zeiss Jena oder Impfungen in der Nacht.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat eine Kontrolle von Impf- oder Testnachweisen durch das Zugpersonal abgelehnt. "Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter waren und sind keine Maskenpolizei, und sie sind auch keine Corona-Test-Kontrolleure", sagte EVG-Chef Klaus-Dieter Hommel. Dies sei eine staatliche Aufgabe. "Die Kontrolle, ob Reisende ihre Impfung, ihre Genesung oder einen Negativtest vorweisen können, ist somit Aufgabe der Bundespolizei." Deutsche-Bahn-Chef Richard Lutz hatte zuvor auf die Frage, wer kontrollieren soll, ausweichend reagiert.

Island hat vier Tage in Folge jeweils mehr als 100 neue Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Das ging aus den aktualisierten isländischen Corona-Zahlen hervor. Was im ersten Moment nicht nach sonderlich viel klingen mag, ist für die Nordatlantik-Insel mit ihren rund 360.000 Einwohnern eine Menge: Die inländische 14-Tage-Inzidenz, die die Isländer von den an der Grenze erkannten Fällen unterscheiden, stieg in den vergangenen Tagen auf 280,6 - zuvor hatte der Wert monatelang auf einem höchstens niedrigen zweistelligen Niveau gelegen.

Die 14-Tage-Inzidenz nähert sich somit dem Spitzenwert vom Oktober 2020 an. Damals hatte sie bei rund 292 Fällen pro 100.000 Einwohner gelegen. Einen Tag mit mehr als 100 Corona-Neuinfektionen hatte es auf Island nach Angaben des Rundfunksenders RÚV zuvor überhaupt erst zweimal gegeben - jeweils einmal im März und Oktober 2020. Island hatte Ende Juni nach 15 Monaten alle Beschränkungen im Land aufgehoben. Wegen der steigenden Zahlen waren vor wenigen Tagen einige wieder eingeführt worden. Kneipen und Clubs müssen nun ab Mitternacht schließen, bei Veranstaltungen sind höchstens 200 Teilnehmer erlaubt. Außerdem sollen die Menschen wieder mindestens einen Meter Abstand halten und in Innenräumen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Das Bundeskabinett hat die neue Einreise-Verordnung beschlossen. Wer ab Sonntag, den 1. August einreist, muss einen negativen Test vorweisen können, wie die Bundesregierung mitteilte. Geimpfte und Genesene sind davon ausgenommen.

Nach der Entscheidung zu einer dritten Corona-Impfdosis für ältere Menschen in Israel hat der Leiter der Ständigen Impfkommission (STIKO) bekräftigt, dass Auffrischimpfungen das Gremium weiter intensiv beschäftigen. Die STIKO brauche für eine Empfehlung aber eine Datengrundlage, sagte STIKO-Chef Thomas Mertens der Nachrichtenagenttur dpa. Diese gebe es noch nicht.

Den unabhängigen Experten gehe es bei den Daten um zwei Aspekte: ob die messbare Immunantwort im Labor nachlasse und ob trotz Impfung vermehrt Infektionen mit Erkrankung aufträten. Laboruntersuchungen zu Antikörperspiegeln gebe es bereits, diese erlaubten aber nicht die direkte Schlussfolgerung, dass auch die Schutzwirkung beim Menschen nachlässt, erläuterte Mertens. Es gehe auch noch um die Frage, welche Gruppen eine Auffrischung bekommen könnten: ob zum Beispiel Immunsupprimierte, Alte oder alle.

Der Virologe betonte weiter, dass nichts dagegen spreche, wenn ein Staat aus Fürsorgepflicht solche Impfangebote mache - auch ohne Evidenz. Aufgabe der Stiko seien jedoch Empfehlungen auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse. Insofern warte man eine Datengrundlage ab.

Die Kombination einer Impfung mit den Produkten von AstraZeneca und von BioNTech/Pfizer ist einer Studie zufolge wirksamer als die Impfung mit AstraZeneca alleine. Wissenschaftler der Technischen Universität München, des Helmholtz Zentrums München, des Universitätsklinikums Erlangen und des Universitätsklinikums Köln untersuchten die Immunreaktion im Rahmen einer retrospektiven Studie, die im Fachmagazin "The Lancet Infectious Diseases" erschien.

Dafür wurde nach Angaben der Forscher das Blut von rund 500 Probanden analysiert, die acht bis zwölf Wochen nach ihrer ersten Impfung mit dem Vakzin von AstraZeneca eine zweite Impfung mit dem mRNA-Vakzin von BioNTech/Pfizer bekommen hatten. "Die neutralisierende Antikörperantwort war bei diesen Probandinnen und Probanden sehr viel stärker ausgeprägt als bei Menschen, die zweimal das Vakzin von AstraZeneca bekamen", erklärte das Uniklinikum Erlangen. Die Immunreaktion auf die Kombinationsimpfung sei mindestens genauso gut wie die Antikörperantwort nach zwei Impfungen mit Biontech gewesen.

Die Forscherinnen und Forscher kommen zu dem Schluss, dass die Kombinationsimpfung auch bei individuellen Unverträglichkeiten oder bei Versorgungsengpässen zum Einsatz kommen kann. Allerdings seien noch weitere Studien zur Bestätigung der Sicherheit und der klinischen Wirksamkeit dieser und anderer Kombinationsimpfungen notwendig.

Ein Corona-Hotspot in der ostchinesischen Stadt Nanjing hat sich auf fünf Provinzen ausgebreitet und auch Peking erreicht. Die Gesundheitsbehörden von Nanjing meldeten am Freitag insgesamt 184 Infektionsfälle, landesweit werden mindestens 206 Infektionen mit dem Hotspot in Verbindung gebracht. Zur Eindämmung ordneten die Behörden für hunderttausende Menschen Ausgangsbeschränkungen an. Alle Fälle sind nach Angaben der Behörden auf die ansteckendere Delta-Variante des Virus zurückzuführen.

In der Provinz Jiangzu mit ihrer Hauptstadt Nanjing sind hunderttausende von Lockdowns betroffen. Im Pekinger Bezirk Changping, wo bisher zwei Fälle gemeldet wurden, müssen rund 41.000 Menschen in ihren Wohnungen bleiben. In Peking handelt es sich um die ersten Corona-Fälle seit sechs Monaten.  Peking verfolgt eine Null-Covid-Strategie: Treten in einer Stadt oder Provinz kleine Cluster auf, werden die betroffenen Gebiete abgeriegelt und alle Einwohner auf das Virus getestet.

Deutschland stuft Südafrika ab Sonntag nicht mehr als Virusvariantengebiet ein. Die auch in Deutschland vorherrschende Delta-Variante habe die Beta-Variante dort mittlerweile weitgehend verdrängt, sagt eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums zu Begründung. Mit der Herabstufung entfallen etwa das Beförderungsverbot und harte Quarantäneauflagen.

Südafrika wird nun als Hochrisiko- oder Hochinzidenzgebiet eingestuft. "Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss nur noch für zehn Tage in Quarantäne, kann sie aber durch einen Test auf fünf Tage verkürzen." Heruntergestuft werden auch afrikanische Länder wie Namibia, Botsuana, Malawi, Mosambik, Sambia und Simbabwe

Sechs Berliner Clubs werden für ein Pilotprojekt wieder drinnen öffnen dürfen - die Gäste sollen vorher zum PCR-Test. Wie die Senatskulturverwaltung mitteilte, soll das Projekt unter wissenschaftlicher Begleitung der Charité aufzeigen, ob und wie Tanzveranstaltungen in Clubs "auch unter pandemischen Bedingungen in Zukunft sicher möglich sein können". Unter den teilnehmenden Clubs seien der KitKatClub und das SO36, heißt es weiter.

Das Projekt soll vom 6. bis 8. August laufen - von Freitagabend bis Sonntagmittag. Rund 2000 Besucherinnen und Besucher werden zugelassen. Sie sollen vorab mit PCR- anstelle von Schnelltests auf das Coronavirus untersucht werden. Dabei werde nicht unterschieden, ob Menschen schon geimpft sind oder nicht. Alle müssten die Teststrategie durchlaufen. Wer mitmacht, soll einige Stunden vor Projektbeginn und einige Tage danach getestet werden.

Die Sächsische Impfkommission (SIKO) hat generelle Corona-Impfungen für Kinder ab zwölf Jahren empfohlen. Wie die SIKO in Dresden mitteilte, gilt die Empfehlung von Sonntag an. Bisher hatte die sächsische Kommission Impfungen für Jugendliche ab 16 empfohlen. Für Zwölf- bis 15-Jährige wurde die Impfung in dem Bundesland bislang nur bei bestimmten Risikofaktoren und chronischen Krankheiten empfohlen, die mit einem erhöhten Risiko für einen schweren oder tödlichen Verlauf der Sars-CoV-2-Infektion einhergehen.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut empfiehlt Corona-Impfungen zwischen zwölf und 17 Jahren bislang nur für Jugendliche mit bestimmten Vorerkrankungen oder auf Wunsch nach individueller ärztlicher Beratung. Die STIKO verweist dabei auf die bislang dünne Datenlage.

Zudem kritisierte die STIKO mit Blick auf Corona-Schutzimpfungen von Kindern und Jugendlichen den wachsenden Druck aus der Politik. Kommissionsmitglied Martin Terhardt sagte dem Sender rbb Berlin, die Forderungen empörten ihn und seien möglicherweise dem Wahlkampf geschuldet. Er empfinde den Druck als "groben Fehler". Zudem entwerte es die Arbeit der Stiko. Terhardt stellte eine neue Bewertung der Stiko in einigen Wochen in Aussicht.

Die UN-Ernährungsorganisationen FAO und WFP warnen vor sich ausweitenden Hungerkrisen in 23 Regionen weltweit. Die Covid-19-Pandemie habe die Lage unter anderem in Afghanistan, Äthiopien, dem Tschad, aber auch in Haiti oder Nordkorea dramatisch verschärft, erklärten die Welternährungsorganisation FAO und das Welternährungsprogramm WFP.

Hauptursachen der prekären Versorgungslage seien Konflikte, klimatische Extremereignisse wie Dürren oder Überschwemmungen und wirtschaftliche Einbrüche durch Covid-19. Bürokratische Hürden sowie fehlende finanzielle Hilfen erschwerten zudem die Arbeit der UN-Helfer.

Wegen Verdachts des Abrechnungsbetruges in Testzentren hat es in Berlin und weiteren Orten Durchsuchungen gegeben. In der Hauptstadt sowie im brandenburgischen Falkensee, in Köln und im hessischen Butzbach wurden am Mittwoch und Donnerstag 147 Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt, wie die Polizei und Generalstaatsanwaltschaft in Berlin mitteilten. In 47 Fällen gebe es den Anfangsverdacht eines Betruges.

Damit Kinder und Jugendliche im Herbst wegen Corona nicht wieder auf Unterricht und Gemeinschaft verzichten müssen, sollten die Schulen nach Auffassung der Grünen jetzt rasch mit Luftfiltern und Teststrategien sicher gemacht werden.

Langfristig gehe es gar nicht so sehr darum, insgesamt mehr Geld in das Bildungssystem zu pumpen, sagte Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock bei einer Online-Pressekonferenz. Wichtiger sei vielmehr, dass die Mittel auch da ankämen, wo sie am dringendsten gebraucht würden - in den Grundschulen und bei Kindern aus armen Familien. Es sei wichtig, "dass das nächste Schuljahr krisenfest ist", betonte die Grünen-Vorsitzende.

30.7.2021 • 11:33 Uhr

Impfungen legen weiter zu

Die Corona-Impfungen in Deutschland legen weiter zu. Vollständig mit der meist nötigen zweiten Spritze geschützt sind nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums 42,8 Millionen Menschen oder 51,5 Prozent aller Einwohner. Die Marke von 50 Prozent haben inzwischen 11 der 16 Bundesländer geschafft - darunter lagen noch Sachsen-Anhalt, Bayern, Hamburg, Brandenburg und Sachsen. An der Spitze steht weiter Bremen mit 59,9 Prozent voll geimpften Bürgern.

Mindestens eine erste Spritze haben bundesweit mittlerweile 51,1 Millionen Menschen oder 61,5 Prozent der Gesamtbevölkerung bekommen. Im Ländervergleich vorn liegt ebenfalls Bremen mit einem Anteil von 70,4 Prozent, Schlusslicht ist Sachsen mit 52 Prozent.

30.7.2021 • 11:24 Uhr

Japan weitet Notstand aus

Nach einem Rekordanstieg der Corona-Infektionszahlen während der Olympischen Spiele ist in Japan der Notstand auf vier weitere Gebiete über Tokio hinaus ausgeweitet worden. Ministerpräsident Yoshihide Suga verkündete den Schritt für Saitama, Kanagawa und Chiba nahe der Hauptstadt sowie für die Stadt Osaka. Er gilt ab Montag bis zum 31. August. Die Notstandsmaßnahmen für Tokio werden bis Ende August verlängert. Die Olympischen Spiele sind bis dahin beendet, die Paralympics beginnen am 24. August.

Tokio hat drei Tage in Folge einen Rekordanstieg der Infektionszahlen gemeldet, zuletzt 3865 am Donnerstag. Am Freitag wurden weitere 3300 neue Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Seit vergangener Woche haben sich die Fallzahlen verdoppelt.

Im August beginnt die Auszahlung des Kinderfreizeitbonus an Familien mit geringen Einkommen. Kinder bis 18 Jahre erhalten einmalig 100 Euro, teilte das Bundesfamilienministerium mit. Ministerin Christine Lambrecht erklärte, das Geld könnten die Familien mit geringem finanziellen Spielraum für Ferienspaß, Sport und Freizeitaktivitäten ausgeben.

Der Bonus ist Teil eines Aufholprogramms für Kinder und Jugendliche, um negative Folgen der Corona-Einschränkungen abzumildern. Der Bund stellt dafür Freizeitbonus 270 Millionen Euro zur Verfügung.

Nach der Entscheidung Israels, älteren Menschen eine dritte Corona-Impfung zu geben, hat Präsident Izchak Herzog als 60-Jähriger als erster seine Auffrischungsimpfung erhalten. Israel hatte angesichts steigender Infektionszahlen zuvor als erstes Land mitgeteilt, 60-Jährigen und älteren Jahrgängen eine dritte Impfung gegen das Coronavirus zu geben. Dies gelte für Patienten, die vor mindestens fünf Monaten ihre zweite Impfdosis erhalten haben, teilte Ministerpräsident Naftali Bennett mit.

Ein Expertenteam hatte eine solche Auffrischungsimpfung mit dem Biontech-Pfizer-Präparat empfohlen, obwohl es noch keine entsprechende FDA-Vorgabe gibt.

Die Aufhebung fast aller Corona-Maßnahmen in England findet unter den Briten einer aktuellen Umfrage zufolge längst keine flächendeckende Zustimmung. 46 Prozent von 1500 Befragten fanden das Ende der Beschränkungen "zu früh", wie aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Redfield and Wilton Strategies für das Magazin Politico hervorgeht. 33 Prozent fanden den Zeitpunkt richtig und nur zwölf Prozent zu spät.

Am 19. Juli hatte Premierminister Boris Johnson in England trotz extrem hoher Corona-Zahlen fast alle noch geltenden Maßnahmen aufgehoben. Nachtclubs öffneten wieder und Masken sowie Abstand sind nun an vielen Orten eine persönliche Entscheidung. Die Auswirkungen sind bislang noch unklar

Angesichts hoher Corona-Inzidenzen bei Jüngeren fordern Schüler- und Studierendenverbände mehr Impfangebote für jüngere Bevölkerungsgruppen. „Wir haben eine hohe Impfbereitschaft bei jungen Menschen. Aber die Angebote reichen noch nicht aus“, sagte der Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, Dario Schramm, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Ziel müsse es sein, aktiv auf die Jugendlichen zuzugehen. Er beklagte, dass die Ständige Impfkommission noch immer nicht generell die Impfung für 12- bis 16-Jährige empfehle.

Auch ein Studierenden-Vertreter kritisierte, dass junge Bevölkerungsgruppen viel später die Möglichkeit gehabt hätten, sich impfen zu lassen. Daher gingen dort jetzt die Inzidenzen nach oben, sagte der Vorstand des freien Zusammenschlusses von Studentenschaften, Paul Klär.

Grundsätzlich sei die Impfbereitschaft unter Studierenden hoch. Zahlreiche Universitäten hätten bereits deutlich gemacht, "dass Impfungen eine Voraussetzung sind für mehr Präsenz im kommenden Semester".

Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann hat an die Unternehmen appelliert, unter ihren Beschäftigten für eine Corona-Schutzimpfung zu werben. "Betriebe sollten ihre Mitarbeiter von der hohen Bedeutung einer Impfung überzeugen und sie ermutigen, sich impfen zu lassen", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Ich gehe davon aus, dass wir bis Ende September zwischen 70 und 80 Prozent unserer Bevölkerung durchgeimpft bekommen", erklärte der stellvertretende Ministerpräsident.

Die bundesweite Inzidenz steigt seit drei Wochen an. Bundesweit liegt sie nun bei 16,5 (Vortag: 16,0). Vor einer Woche lag sie bei 13,2.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 2454 Corona-Neuinfektionen. Das sind 365 mehr als am Freitag vor einer Woche. Deutschlandweit wurden binnen 24 Stunden 30 neue Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 verzeichnet.

(Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Fassung hatte das RKI eine Inzidenz von (aufgerundet)17,0 genannt. Das Institut hat diesen Wert inzwischen präzisiert und gibt die Inzidenz nun mit 16,5 an.)

In Tschechien erhalten Staatsbeschäftigte zwei zusätzliche freie Tage, wenn sie sich gegen das Coronavirus impfen lassen. Dies habe die Regierung beschlossen, teilt Ministerpräsident Andrej Babis mit. "Das Ziel ist eine maximale Impfung, um uns vor einer Ansteckung aus dem Ausland zu schützen." Bislang sind in Tschechien 4,74 Millionen der insgesamt 10,7 Millionen Menschen vollständig geimpft.

In Indien registriert das Gesundheitsministerium 44.230 Neuinfektionen - das ist der höchste Wert an einem Tag seit drei Wochen und der jüngste Hinweis auf einen besorgniserregenden Anstieg der Infektionszahlen. Insgesamt haben sich bislang mehr als 31,57 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt, weltweit ist das der zweithöchste Wert nach den USA. Die Zahl der Todesfälle steigt um 555 auf 423.217.

Nach einem Ausbruch am Flughafen der Metropole Nanjing breitet sich die Delta-Variante des Coronavirus in China weiter aus. Wie Staatsmedien berichteten, wurden mindestens 200 Infektionen in fünf chinesischen Provinzen nachgewiesen, die mit dem Ausbruch in Nanjing in Verbindung stünden. Die ersten Infektionen waren vergangene Woche bei Flughafen-Mitarbeitern in der Neun-Millionen-Metropole nachgewiesen worden. Es wurde vermutet, dass das Virus über einen Flug aus Russland nach Nanjing gelangte. 

Ein Großteil der entdeckten Fälle beschränkt sich weiterhin auf Nanjing, doch wurden einzelne Infektionen auch in anderen Städten bei Reisenden festgestellt, die aus der Region zurückgekehrt waren. Auch in der Hauptstadt Peking wurden zwei Infizierte gemeldet.

Vor dem Hintergrund einer nachlassenden Impfnachfrage geben erste Bundesländer ungenutzte Impfdosen an den Bund zurück. So wollen Hamburg und Berlin Zehntausende Impfdosen zurückführen. Auch Baden-Württemberg will AstraZeneca-Restbestände an den Bund zurückgeben. Dabei gehe es um 4.000 Dosen des Impfstoffs, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mitteilte. 

In einem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, hatte das Bundesgesundheitsministerium den Ländern die Möglichkeit eröffnet, "Impfstoffdosen, die in der nationalen Impfkampagne nicht mehr zum Einsatz kommen und deren Lagerhaltung eine Weitergabe an Drittstaaten im Rahmen von Spenden zulassen", an das zentrale Lager des Bundes zurückzugeben.

Die Impfstoffe sollten noch mindestens zwei Monate haltbar sein. Als erstes sollen Covid-19-Vakzine von Astrazeneca und Johnson & Johnson an den Bund zurückgehen, die in Verteilzentren gelagert und diese seit Lieferung durch den Bund nicht verlassen haben.

30.7.2021 • 05:35 Uhr

Sydney verschärft Lockdown-Regeln

Im australischen Sydney, das mit einer Rekordzahl von Coronavirus-Fällen zu kämpfen hat, verschärfen die Behörden die Beschränkungen in acht Stadtbezirken. Mehr als zwei Millionen betroffene Einwohner dürfen sich nur in einem Radius von fünf Kilometern um ihre Häuser aufhalten und müssen Masken tragen, wenn sie das Haus verlassen. Das Militär und die Polizei sollen die Einhaltung der Regeln überwachen. Die Polizei ist sogar befugt, Unternehmen zu schließen, die gegen die Vorschriften verstoßen.

30.7.2021 • 05:28 Uhr

27 Neuinfektionen bei Olympia

Die Corona-Zahlen bei den Olympischen Spielen in Tokio steigen weiter an. Mit 27 positiven Fällen im Umfeld der Spiele wurde ein neuer Tages-Höchstwert registriert, nachdem es am Vortag 24 Neuinfektionen gegeben hatte. Das gaben die Organisatoren der Spiele bekannt. So viele Fälle waren seit Beginn der Erfassung am 1. Juli zuvor noch nicht an einem Tag verzeichnet worden. Unter den Positivfällen sind auch wieder drei Athleten. Die Namen der Sportler werden von den Organisatoren nicht veröffentlicht.

Die Zahl der positiven Tests rund um die Wettkämpfe in Japan stieg damit auf 220. Insgesamt infizierten sich demnach bislang 27 Sportler mit dem Coronavirus.

Ein Mann registriert seine Speichelprobe vom Corona-PCR-Test an einer Sammelabgabestellte in Tokio. | dpa

Ein Mann registriert seine Speichelprobe vom Corona-PCR-Test an einer Sammelabgabestellte in Tokio. Bild: dpa

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, plädiert für eine verpflichtende Förderung bestimmter Schüler in der Corona-Krise. "Extra-Förderung wird gerade von denen, die sie am nötigsten brauchen, oft weniger stark in Anspruch genommen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

"Wir als Lehrerverband sind deshalb für eine verpflichtende Extra-Förderung für jene Schülerinnen und Schüler, bei denen die weitere Schullaufbahn ansonsten gefährdet wäre." Meidinger warnte vor langfristigen Wissenslücken. "Es besteht die Gefahr, dass dauerhafte Lücken entstehen. Da geht es auch um so grundlegende Fertigkeiten wie Lesen und Schreiben", sagte er.

"Aufholprogramme sind eine gute Sache, aber gerade die Ferienangebote sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein." Lernstandserhebungen seien nun dringend nötig, so Meidinger, weil in den meisten Ländern völlig unklar sei, wie groß die Lücken überhaupt seien. Um den zusätzlichen Unterricht zu stemmen, sollte nach seiner Einschätzung vor allem pädagogisches Fachpersonal gewonnen werden, das idealerweise im Präsenzunterricht arbeiten könne.

Saudi-Arabien öffnet nach 17 Monaten seine Grenzen für gegen das Coronavirus geimpfte Touristen. Die wegen der Pandemie verhängte Einreisesperre für ausländische Reisende werde ab dem 1. August aufgehoben, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur unter Berufung auf das Tourismusministerium. Demnach können Reisende mit Tourismusvisum, die mit den von Saudi-Arabien zugelassenen Impfstoffen (Pfizer/Biontech, Astrazeneca, Moderna und Johnson & Johnson) vollständig geimpft sind, einreisen und müssen sich nicht in Quarantäne begeben. Vor der Einreise muss ein negativer PCR-Test vorliegen.

Japans Regierung will den Ausnahmezustand bis zum 31. August auf drei Präfekturen in der Nähe der Olympia-Gastgeberstadt Tokio und die westliche Präfektur Osaka ausweiten. Wirtschaftsminister Yasutoshi Nishimura, der Japans Pandemiebekämpfung anführt, schlug dies vor einem Gremium aus Experten vor. Er wolle den starken Anstieg von Coronavirus-Fällen im gesamten Land mit allen Mitteln eindämmen, so der Minister. Die japanische Hauptstadt meldete für Donnerstag eine Rekordzahl von 3865 Infizierten.

Der Der Bundesverband der Lehrkräfte für Berufsbildung (BvLB) fordert zum Start des neuen Ausbildungsjahres von der Politik mehr Einsatz für einen sicheren Präsenzunterricht. "Die Berufsbildner wollen endlich wieder sicheren Präsenzunterricht für Schülerinnen und Schüler der beruflichen Bildung und raus aus dem ewigen Hin und Her mit dem Wechselunterricht", sagt BvLB-Bundesvorsitzender Joachim Maiß dem Redaktionsnetzwerk Deutschland einem Vorabbericht zufolge.

Es könne nicht sein, dass die Politik die Schulen immer wieder ausklammere und die Gefahrensituation durch die Pandemie herunterspiele. Gute Bildung brauche Vertrauen und Verlässlichkeit. Es brauche mobile Luftfilter in allen Klassenräumen, zusätzlich müsse den Jugendlichen ein niederschwelliges Impfangebot unterbreitet werden.

Ein mobiler Luftfilter steht in einem Klassenraum. | dpa

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Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble drängt die Ständige Impfkommission zu einer Corona-Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren. "Wenn die europäische Zulassungsbehörde zwei Corona-Impfstoffe für sicher und wirksam auch für Kinder ab zwölf Jahren erklärt, spricht aus meiner Sicht sehr viel dafür, die Vakzine auch für diese Gruppe breit zu nutzen", sagte der CDU-Politiker im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). "Es steht dem Bundestagspräsidenten nicht an, die Ständige Impfkommission zu kritisieren. Allerdings darf ich sie an ihre Verantwortung erinnern."

Die Corona-Risiken seien auch für Kinder um ein Vielfaches höher als die einer Impfung. Er wünsche sich persönlich als Großvater, dass seine Enkel möglichst bald geimpft werden könnten. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte im Mai den Covid-19-Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen, vor wenigen Tagen folgte auch die Freigabe für Moderna. Für Deutschland empfiehlt die Stiko die Impfung bisher jedoch nur Kindern und Jugendlichen mit bestimmten Vorerkrankungen, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben. Als Gründe nannte die Stiko noch fehlende Daten zur Sicherheit des Impfstoffs.

Die deutsche Exportwirtschaft hat vor einer Corona-Testpflicht auch für Fernfahrer im innereuropäischen Warenverkehr gewarnt. "Grundsätzlich ist das Bemühen zur Pandemie-Eindämmung nachvollziehbar. Nationale Alleingänge sind jedoch gerade im Güterverkehr der falsche Weg und würden die ohnehin angespannten Lieferketten zusätzlich stressen", sagte der Sprecher des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), André Schwarz, der "Rheinischen Post".

"Die kilometer- und tagelangen Staus, die wir bereits erleben mussten, sind noch in lebhafter Erinnerung", sagte der BGA-Sprecher. "Notwendig sind vielmehr europaweit verbindliche Regelungen, die die Grenzen für den Waren- und Güterverkehr offenhalten und gleichzeitig den Schutz der Gesundheit und die Versorgungssicherheit garantierten."

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach geht von einer stark steigenden Corona-Impfbereitschaft im Herbst aus. "Corona-Verhaltensbeschränkungen sind im Wesentlichen im Herbst vorbei, nicht aber für die Ungeimpften. Der Druck auf Ungeimpfte wird dann automatisch steigen", sagte Lauterbach der "Rheinischen Post". Es könne aber dann keine Gleichbehandlung von Geimpften und Getesteten mehr geben.

Die Delta-Variante sorge dafür, dass die Aussagekraft von Schnelltests noch nicht genau genug sei, um Ansteckungsketten zu vermeiden, argumentierte Lauterbach. "Es gibt zu viele falsch-negative Ergebnisse. Somit werden ungeimpfte Personen nicht zu einer Normalität zurückkehren können." Jeder, der sich nicht impfen lassen wolle oder könne, müsse leider damit rechnen, im nächsten halben Jahr an Covid zu erkranken, sagte Lauterbach. "Ich gehe deswegen davon aus, dass die Impfbereitschaft im Herbst noch einmal stark steigen wird."

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 30. Juli 2021 um 07:05 Uhr.