Seoul, Südkorea: Menschen in Schutzanzügen desinfizieren den Zugang zu U-Bahn  | Bildquelle: AP

Kampf gegen Corona Die Strategien der Länder

Stand: 12.03.2020 14:24 Uhr

Abschottung, Apps zur Überwachung der Infizierten, Krankenhäuser in Schnellbauweise: Wie sehen die unterschiedlichen internationalen Strategien im Kampf gegen das Coronavirus aus?

China

China gilt als der Ursprung der Coronavirus-Pandemie: Bereits Anfang Dezember vergangenen Jahres soll das Virus auf dem Wildtiermarkt der Millionenmetropole Wuhan auf den Menschen übertragen worden sein. Erst Ende des Monats werden die ersten Fälle der bis dahin unbekannten Krankheit an die Weltgesundheitsorganisation gemeldet, knapp zehn Tage später dann der erste Todesfall. Und die Fallzahlen steigen rasant - die Krankenhäuser in der Stadt, sowie der gesamten Provinz Hubei stoßen schon bald an ihre Kapazitätsgrenzen. In der Region mehrt sich Kritik an der zögerlichen Reaktion der Behörden und ihrer Informationspolitik.

Ende Januar greift die chinesische Regierung schließlich durch: Zunächst wird die Elf-Millionen-Stadt Wuhan, dann die gesamte Provinz Hubei mit ihren rund 56 Millionen Einwohnern weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten. Cafés, Schulen und andere öffentliche Einrichtungen bleiben geschlossen. Innerhalb weniger Tage werden in Wuhan zwei Notkrankenhäuser aus dem Boden gestampft - dort stehen insgesamt mehr als 2000 Betten für Quarantänepatienten zur Verfügung. Wie chinesische Medien berichten, wird medizinisches Personal aus anderen Landesteilen in die Provinz Hubei entsandt.

Sicherheitskräfte stehen vor dem gesperrten Fischmarkt in Wuhan, China | Bildquelle: AFP
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Sicherheitskräfte stehen vor dem gesperrten Fischmarkt in Wuhan.

Die Regierung in Peking verlängert die Neujahrsferien um mehrere Tage, Fabriken und Unternehmen fahren ihre Produktionen herunter oder stellen sie ganz ein, Großveranstaltungen werden abgesagt oder verschoben - so auch die Zusammenkunft des Nationalen Volkskongresses. Landesweit werden Temperaturmessungen angeordnet - an Bahnhöfen, Flughäfen und Busstationen sollen so Passagiere mit Coronavirus-Verdacht identifiziert und unter Quarantäne gestellt werden können.

Innerhalb weniger Wochen nimmt so die Zahl der offiziell gemeldeten Neuinfektionen und Todesfälle ab. Allerdings herrscht national und international Misstrauen gegenüber der staatlichen Statistik, denn die spürbare Reduktion der Fälle ist unter anderem wohl auch auf eine Änderung der Zählweise zurückzuführen.

Dennoch verkündet Regierungschef Xi Jinping nach seinem Besuch in Wuhan vor wenigen Tagen: Die Epidemie sei im Epizentrum der Epidemie "weitgehend eingedämmt." In anderen Landesteilen kehrt langsam wieder etwas Normalität ein.

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. März 2020 um 09:36 Uhr.

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