Brasiliens Präsident Bolsonaro | Bildquelle: REUTERS

Coronavirus Brasilien muss Zahlen wieder veröffentlichen

Stand: 10.06.2020 05:24 Uhr

Das Oberste Gericht Brasiliens hat die Regierung aufgefordert, wieder die Corona-Zahlen zu veröffentlichen. Diese hatte die Praxis zuvor eingestellt. Das Gesundheitsministerium reagierte umgehend.

Das brasilianische Gesundheitsministerium muss einer Entscheidung des Obersten Gerichts zufolge wieder alle Angaben zu Covid-19-Toten und Corona-Infektionszahlen veröffentlichen.

Richter Alexandre de Moraes erklärte auf der Website des Gerichts, die Angaben müssten wieder wie vor dem Wochenende herausgegeben werden. Das Ministerium hatte in einer umstrittenen Entscheidung unter anderem Daten über die Pandemie entfernt und ankündigt, keine Gesamtzahlen mehr zu veröffentlichen.

Der Entscheidung des Obersten Gerichts folgend gibt Brasiliens Regierung inzwischen wieder die Zahlen der Corona-Fälle komplett und online bekannt. Auf der Website des Gesundheitsministeriums für Corona-Statistiken wurden am Abend sowohl die in den vorherigen 24 Stunden neu registrierten Zahlen von Infizierten und Todesopfern als auch die jeweiligen Gesamtzahlen veröffentlicht.

Zweitmeiste Infektionen weltweit

Gesundheitsminister Eduardo Pazuello erklärte im Fernsehen, man habe nicht vorgehabt, die Zahl der Opfer zu ändern. Das Ministerium hatte bereits am Montag erklärt, zur alten Praxis zurückzukehren. Präsident Jair Bolsonaro dringt darauf, dass die Bundesstaaten die Beschränkungen des öffentlichen Lebens rasch zurückfahren. Nach seiner Darstellung sind die wirtschaftlichen Schäden größer als die Gesundheitsrisiken für die Allgemeinheit.

Brasilien ist das von der Coronavirus-Pandemie am stärksten betroffene Land in Lateinamerika. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Dienstag sind 1272 weitere Patienten im Zusammenhang mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages gestorben. Die Zahl der Corona-Opfer stieg auf 38.406. Nachweislich mit dem Virus infiziert haben sich bislang 739.503 Menschen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 10. Juni 2020 um 11:00 Uhr in den Nachrichten.

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