Gesundheitskontrollen vor der Pekinger U-Bahn | REUTERS

WHO zu Virus Kein "Durchbruch" im Kampf gegen Corona

Stand: 05.02.2020 14:35 Uhr

Noch immer ist wenig über das Coronavirus bekannt - und laut WHO gibt es auch weiter keine wirksame Therapie. Bei einem gerade einmal 30 Stunden alten Baby in China wurde eine Corona-Infektion nachgewiesen.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO gibt es noch kein Mittel gegen das Coronavirus. Ein WHO-Sprecher in Genf sagte, es gebe "keine bekannte wirksame Therapie" gegen das Virus. Er reagierte damit auf anderslautende Medienberichte.

Ein chinesischer TV-Sender hatte zuvor berichtet, ein Forscher-Team an der Zhejiang Universität habe ein effektives Präparat gegen das Virus gefunden. Der britische Sender Sky-News hatte von einem "Durchbruch" in der Entwicklung eines Impfstoffs berichtet.

Russland dämpfte inzwischen ebenfalls die Erwartungen an die Entwicklung eines Impfstoffes. "Der Prozess braucht mehr als eine kurze Zeit. Für einen Impfstoff braucht man mindestens acht bis zehn Monate, wir sind noch in der Anfangsphase ohne klinische Tests", sagte Gesundheitsminister Michail Muraschko.

30 Stunden altes Baby infiziert

Derweil wurde bei einem gerade einmal 30 Stunden alten Baby in China eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen. Damit sei der Säugling der jüngste Mensch mit einer nachgewiesenen 2019-nCoV-Infektion, berichteten chinesische Staatsmedien. Es handele sich möglicherweise um eine sogenannte vertikale Ansteckung von der Mutter auf ihr Kind, zitierte der Staatssender CCTV mehrere Experten.

Die Mutter, die vor der Entbindung positiv auf das Virus getestet worden war, könnte es demnach während Schwangerschaft, Geburt oder unmittelbar danach auf ihr Kind übertragen haben.

Am Montag hatte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua über ein von einer infizierten Frau zur Welt gebrachtes Baby berichtet, das negativ auf 2019-nCoV getestet worden sei.

Hongkong reagierte mit weiteren Maßnahmen auf die Ausbreitung des Coronavirus und kündigte an, jeden Besucher vom chinesischen Festland für zwei Wochen unter Quarantäne zu stellen. Das kündigt Carrie Lam, die Regierungschefin der chinesischen Sonderverwaltungszone, an.

Außerdem würden zwei Kreuzfahrt-Terminals in Hongkong geschlossen. Die Zahl der bestätigten Infektionsfälle sei auf 21 gestiegen.

80 Prozent der Todesopfer mindestens 60 Jahre alt

In Festland-China steckten sich nach Behördenangaben mehr als 24.000 Menschen mit dem Coronavirus an. Etwa 490 Infizierte starben. Nach Angaben von Chinas Nationaler Gesundheitskommission waren rund 80 Prozent der Todesopfer mindestens 60 Jahre alt.

Außerhalb Chinas gibt es mindestens 180 Fälle, darunter je einen Todesfall in Hongkong und auf den Philippinen. In Deutschland gibt es zwölf Erkrankte - laut Angaben der behandelnden Ärzte geht es ihnen gut. Außer zwei Infizierten, die am Samstag mit anderen Deutschen aus Wuhan ausgeflogen worden waren, gibt es zehn Patienten in Bayern, die in Zusammenhang mit dem Autozulieferer Webasto stehen.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 04. Februar 2020 um 21:^35 Uhr.