Christine Keeler | Bildquelle: picture alliance / Heritage Imag

Britischer Profumo-Skandal Christine Keeler ist tot

Stand: 06.12.2017 09:57 Uhr

Ihre Beziehung zum britischen Kriegsminister Profumo und zum sowjetischen Marineattaché Iwanow führte 1963 zu einer Regierungskrise in Großbritannien und zum Sturz des Premierministers. Nun ist das frühere Callgirl Christine Keeler im Alter von 75 Jahren gestorben.

Die Britin Christine Keeler, die in einen der größten Sex- und Politskandale der Nachkriegszeit verwickelt war, ist im Alter von 75 Jahren gestorben. Das frühere Party- und Callgirl litt seit längerem an einer Lungenerkrankung. Keeler starb am späten Montagabend in einer Klinik im südenglischen Farnborough, wie einer ihrer Söhne der Zeitung "The Guardian" mitteilte.

Die Ex-Nachtclubtänzerin stand in den 60er-Jahren im Zentrum des Profumo-Skandals und trug zum Sturz des britischen Premierministers Harold Macmillan bei.

Christine Keeler 1963 in London | Bildquelle: AP
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Christine Keeler 1963 in London. Wenn sie gewusst hätte, was alles passieren würde, wäre sie wohl doch weggerannt - zu ihrer Mutter, sagte sie rückblickend.

"Ich war nur ein 19-jähriges Mädchen"

Keeler hatte zum Höhepunkt des Kalten Krieges sowohl mit dem britischen Kriegsminister John Profumo als auch mit dem sowjetischen Marineattaché Jewgeni Iwanow ein Verhältnis. Der verheiratete Profumo musste im Juni 1963 zurücktreten, nachdem er das Parlament über seine Beziehung zu Keeler und deren Verbindungen zu Iwanow belogen hatte. Im Oktober stürzte die Regierung Macmillan.

"Ich war nur ein 19-jähriges Mädchen, das eine gute Zeit hatte. Ich habe jede Minute davon geliebt", sagte sie einmal rückblickend auf den Skandal. Doch wenn sie gewusst hätte, was alles passieren würde, wäre sie wohl doch weggerannt - zu ihrer Mutter, sagte Keeler. In ihren Memoiren behauptete Keeler, sie sei von Profumo schwanger gewesen.

Die Affäre wurde 1989 in dem US-amerikanischen Film "Scandal" mit John Hurt und Bridget Fonda verfilmt. Keeler hatte zwei Kinder, sie war zwei Mal für nur kurze Zeit verheiratet.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. Dezember 2017 um 02:00 Uhr.

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