Rettungshelfer errichten einen provisorischen Deich gegen Überschwemmungen in einem Gebiet im Kreis Poyang in der ostchinesischen Provinz Jiangxi. | dpa

Hochwasser in China Mehr als 140 Tote und Vermisste

Stand: 13.07.2020 13:46 Uhr

Bei schweren Überschwemmungen und Erdrutschen in China sind mehr als 140 Menschen ums Leben gekommen oder vermisst gemeldet worden. Präsident Xi rief dazu auf, alle Kräfte zur Rettung zu mobilisieren.

Infolge des schweren Hochwassers in mehreren chinesischen Provinzen entlang des Jangtse-Flusses sind inzwischen 140 Menschen ums Leben gekommen oder gelten als vermisst.

Mehr als 30 Flüsse im Zentrum und Osten Chinas führen Rekord-Hochwasser mit sich, für mehr als 430 weitere Flüsse gelten Warnungen, wie das chinesische Ministerium für Wasserwirtschaft mitteilte.

Seit Ende Juni regnet es im dicht besiedelten Jangtse-Becken praktisch ununterbrochen. Besonders betroffen sind die Metropole Chongqing, die unmittelbar der Zentralregierung unterstellt ist, die Provinzen Anhui, Zhejiang und Jiangsu im Osten sowie die Provinzen Jiangxi, Hunan und Hubei im Landesinneren.

 

38 Millionen Menschen betroffen

Inzwischen haben die Behörden die zweithöchste Hochwasser-Warnstufe ausgerufen. Mehr als 28.000 Häuser sind offiziellen Angaben zufolge bereits zerstört und fast 38 Millionen Menschen betroffen.

Aufnahmen im Staatsfernsehen zeigten am Wochenende zahlreiche überflutete Gemeinden und Städte. In einigen Gegenden reichte das Wasser bis zu den Dächern, in anderen wurden Häuser von Erdrutschen mitgerissen, die sich von den Hügeln lösten.

Hochwassergefahr steigt

Angesichts der dramatischen Lage rief Staatspräsident Xi Jinping die örtlichen Behörden auf, alle Kräfte zur Rettung gestrandeter Menschen und zum Ausbau des Hochwasserschutzes zu mobilisieren.

Der Jangtse ist nach dem Nil und dem Amazonas der drittlängste Fluss der Welt. Die Regensaison sowie die Gletscherschmelze im Hochland von Tibet, seinem Quellgebiet, sorgen jeden Sommer für Überschwemmungen. Seit Jahren verschärft sich das Problem jedoch durch den Bau von Staudämmen und Schutzdeichen.

Umweltschützer warnen zudem, dass die zunehmende Gletscherschmelze im Himalaya aufgrund der Klimaerwärmung zu weiteren Überschwemmungen führen dürfte.

Über dieses Thema berichtete am 13. Juli 2020 tagesschau24 um 12:00 Uhr und Deutschlandfunk um 15:00 Uhr in den Nachrichten.