Die weltweit größte Meeresbrücke zwischen Hongkong und dem Festland Chinas | Bildquelle: AFP

Bauwerk in China Meeresbrücke mit Makeln

Stand: 23.10.2018 09:28 Uhr

Künstliche Inseln, ein Tunnel und die längste Meeresbrücke der Welt. In China ist eine neue Verbindung nach Hongkong eröffnet worden. Die Parteiführung jubelt, der Durchschnittsbürger wird wohl nicht drüberfahren.

Von Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai

"Ich erkläre die neue Brücke für eröffnet", sagte der chinesische Staats-und Parteichef Xi Jinping bei der feierlichen Zeremonie. Mehr sagte er zwar nicht, aber allein die Tatsache, dass der Staatschef persönlich zur Eröffnung der Brücke in den Süden des Landes reiste, unterstreicht die Bedeutung des Bauwerks.

Geradezu euphorisch äußerte sich Wang Zhimin, der Leiter der ständigen Vertretung Festlandchinas in Hongkong: "Die Brücke verbindet die Schlagadern der gesamten Perlflussdelta-Region. Sie ist ein Motor für die wirtschaftliche Entwicklung in Hongkong und dem Rest des Deltas."

Chinas Präsident Xi Jinping eröffnet die weltweit größte Meeresbrücke zwischen Hongkong und dem Festland Chinas | Bildquelle: REUTERS
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Staats- und Parteichef Xi ließ es sich nicht nehmen, die Brücke zu eröffnen.

Eine architektonische Meisterleistung

Das rund 55 Kilometer lange Bauwerk ist eine architektonische Meisterleistung. Es besteht aus der eigentlichen Brücke, aufgeschütteten Inseln und einem Tunnel. Der Bau verbindet Zhuhai auf dem Festland mit den autonom regierten Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macau. Bis vor 21 beziehungsweise 19 Jahren gehörten die beiden Städte zu Großbritannien und Portugal.

Die Brücke verkürzt die Fahrtzeiten zwischen den drei Städten um teils mehrere Stunden. "Die Brücke verbindet die gesamte Region. Reisende, die etwa nach Macau kommen, können neben Macau und Hongkong nun einfacher andere Städte in der Region besuchen", schwärmt Maria Helena de Senna Fernandes von der Tourismusbehörde in Macau.

Weltweit längste Seebrücke in China eröffnet
tagesschau 16:00 Uhr, 23.10.2018, Mario Schmidt, ARD Peking

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Reisepässe und Spezial-Kennzeichen

Doch ganz so einfach ist es nicht. Denn zwischen Festlandchina, Hongkong und Macau gibt es nach wie vor aufwändige Pass- und Zollkontrollen. Chinesen vom Festland brauchen auch künftig einen speziellen Reisepass sowie ein Visum, um in die Sonderverwaltungszonen zu reisen.

Autos und Lkw brauchen teure Spezial-Kennzeichen, um zwischen den Gebieten frei hin- und herfahren zu können. Zum Teil müssen vorab sogar Parkplätze in den Städten reserviert werden, die besucht werden sollen.

Die Nachrichtenwebseite Hong Kong Free Press hat ausgerechnet, dass insgesamt nur rund 10.000 Privatfahrzeuge aus der früheren britischen Kolonie Hongkong die Brücke benutzen dürfen.

Ein schwarzes Auto mit zwei Kennzeichen.
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Spezial-Kennzeichen, um die Brücke passieren zu können.

Kein Projekt für den Durchschnittbürger

Beschränkungen gibt es auch auf festlandchinesischer Seite. Im Sommer wurde berichtet, dass Genehmigungen für die Brücke auf dem Schwarzmarkt in China verkauft wurden - für umgerechnet gut 62.000 Euro. Insofern ist die Brücke alles andere als ein Projekt für die breite Bevölkerung, sondern in erster Linie für die Wirtschaftselite.

Gekostet hat die Brücke umgerechnet mindestens 15 Milliarden Euro. Nach Ansicht von Kritikern dürfte der tatsächliche Betrag noch höher liegen. Alvin Yeung, Vorsitzender der Civic Party, einer der beiden großen Oppositionsparteien in Hongkong, sagte: "Einer der Hauptgründe, warum wir die Brücke kritisieren, sind die Kosten. Da fragen wir uns: Brauchen wir sie wirklich?"

China eröffnet längste Meeresbrücke weltweit
tagesschau 12:00 Uhr, 23.10.2018, Mario Schmidt, ARD Peking

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Skandale werfen lange Schatten

Anders als bei anderen großen Infrastrukturprojekten in China wurden während des Brückenbaus zahlreiche Skandale bekannt. Denn in Hongkong herrscht im Gegensatz zu Festlandchina Pressefreiheit und entsprechend haben Journalisten umfassend über das Projekt berichtet: über Korruptionsfälle, über Verzögerungen, massiv gestiegene Kosten, Baumängel und Arbeitsunfälle. Mindestens 19 Menschen starben während der Arbeiten an dem Bauwerk.

Umstrittene Riesenbrücke in Hongkong eröffnet
Steffen Wurzel, ARD Shanghai
23.10.2018 09:07 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. Oktober 2018 um 07:28 Uhr.

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