Fussballspieler Wang Shenchao (China) und Gareth Bale (Wales, Großbritannien)  | Bildquelle: AP

Chinas Profi-Fußballer Auf den Rasen nur noch ohne Tattoo

Stand: 26.03.2018 16:22 Uhr

Tattoos sind in chinesischen TV-Shows schon seit Längerem verpönt. Auch Fußball-Profis sollen ihre Tattoos künftig nicht mehr offen zeigen dürfen. Dahinter steckt offenbar ein Plan der Regierung.

Von Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai

Offen sichtbare Tätowierungen sind für chinesische Fußball-Profis künftig nicht mehr erlaubt. Auch bei Länderspielen müssen Chinas Nationalspieler nun Tattoo-frei auflaufen. Das berichten Chinas Medien übereinstimmend. Eine offizielle Bestätigung des chinesischen Fußballverbands gibt es noch nicht, aber beim Freundschaftsländerspiel zwischen China und Wales vergangene Woche war der Tattoo-Bann schon für alle zu sehen: Mehrere chinesische Spieler trugen eine Art Verband, um Tätowierungen zu verbergen.

Chinas Stürmerstar Gao Lin zum Beispiel: Sein rechter Oberarm war entsprechend umwickelt, mit hautfarbenem Stoff.

Mehr Sittlichkeit - weniger westliche Werte

Hintergrund des Tattoo-Verbots dürfte der Plan der chinesischen Regierung stehen, mehr Sittlichkeit und mehr so genannte chinesische Werte in der Öffentlichkeit darzustellen. Weniger westliche Werte und westliche Traditionen, mehr Besinnung aufs eigene, so lautet die Vorgabe.

Auch die Unterhaltungsbranche ist von diesem Kurs schon länger betroffen: Musiker und andere Promis, die in TV-Sendungen auftreten, dürfen schon seit Längerem keine Tattoos mehr offen zeigen.

Tattoo-Studion in China | Bildquelle: AFP
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Wer in China in TV-Shows auftritt oder als Profi-Fußballer spielt, sollte am besten keine Tattoos haben oder muss die offen sichtbaren abdecken. Die Regierung in Peking scheint eine neue Werte-Strategie zu verfolgen.

Aufs Spiel konzentrieren, nicht auf Aussehen

Nun also auch der Spitzensport. Und betroffen vom Tattoo-Verbot sind auch die Nachwuchsspieler. Entsprechend äußerte sich Jia Xiuquan, der Trainer des chinesischen U19-Fußballteam. Wenn ein Spieler für die nächste Begegnung aufgestellt werden wolle, müsse er auf gefärbte Haare oder Tätowierungen verzichten, sagte er der Zeitung "The Paper". Die Fußballer sollten sich aufs Spiel konzentrieren, nicht aufs Aussehen.

Ob das Tattoo-Verbot den chinesischen Fußball sportlich wirklich nach vorne bringen kann, darf zumindest bezweifelt werden: Die Chinesen verloren ihr Test-Länderspiel gegen Wales deutlich, mit 0:6.

China: Tattoos im Profi-Fußball unerwünscht
Steffen Wurzel, ARD Shanghai
26.03.2018 14:28 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 26. März 2018 um 16:15 Uhr.

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