Migranten nach der Überwindung des Grenzzauns | Bildquelle: REDUAN/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Spanische Exklave Hunderte überwinden Grenzzaun von Ceuta

Stand: 26.07.2018 15:16 Uhr

Der Grenzzaun von Ceuta ist mehr als sechs Meter hoch. Dennoch gelang es nun Hunderten Migranten, die Barriere zu überwinden. Laut Polizei gingen sie dabei auch offenbar ungewöhnlich aggressiv vor.

Mehr als 600 Menschen haben den Grenzzaun der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta überwunden. Wie Medien berichten, soll die spanische und die marokkanische Polizei mehr als eine Stunde lang versucht haben, die Menschen zu stoppen.

Die Grenze Ceutas zu Marokko ist 8,4 Kilometer lang und mit einem doppelten und mehr als sechs Meter hohen Zaun gesichert. Immer wieder versuchen Migranten, den Zaun zu überwinden.

Mittelmeerkarte mit Spanien, Ceuta und Marokko
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Exklave Ceuta: Wer den Grenzzaun überwindet, hat die EU erreicht.

Mit Bolzenschneidern und Branntkalk

Der neueste Ansturm gehört nicht nur zu den größten der vergangenen Jahre. Ein Polizeisprecher sagte der Nachrichtenagentur Europa Press außerdem, dass die Migranten so "brutal wie noch nie zuvor" vorgegangen seien. Berichte zufolge schnitten sie mit Bolzenschneidern die Grenzzäune auf, die Beamten sollen zudem erstmals bei solch einer Erstürmung des Zaunes mit selbstgebauten "Flammenwerfern" und Branntkalk angegriffen worden sein. Branntkalk führt beim Kontakt mit der Haut zu Verätzungen.

Die spanische Exklave Ceuta (Archivbild) | Bildquelle: dpa
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Die spanische Exklave Ceuta: Immer wieder überwinden Migranten den Grenzzaun - dieses Bild wurde im Dezember 2016 aufgenommen.

Verletzte Migranten und Polizisten

Das Rote Kreuz habe 132 Migranten und 22 Polizisten behandelt, schreibt "El País". Die spanische Polizei soll bei der Aktion auch mehrere Migranten noch am Fuß des Zauns festgenommen haben. Sie sollen nach Marokko zurückgeschickt worden sein. Solche sogenannten Push-Back-Abschiebungen sollte es laut einer Ankündigung der spanischen Regierung eigentlich nicht mehr geben. Denn so kann nicht geprüft werden kann, ob es sich um Kriegsflüchtlinge mit einem Asylanspruch handelt.

Zuletzt strandeten nach Angaben von Misereor immer mehr Migranten aus Afrika in Marokko. Das katholische Werk für Entwicklungszusammenarbeit geht davon aus, dass dies mit dem schwierigeren Weg von Libyen nach Italien zusammenhängt. Die libysche Küstenwache bringt viele Gerettete wieder zurück nach Libyen. Spanien ist inzwischen zur Hauptroute für Flüchtlinge und Migranten in die EU geworden. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration kamen in diesem Jahr bereits fast 19.600 Menschen in Spanien an. 

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 26. Juli 2018 um 14:00 Uhr.

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