George H.W. Bush | Bildquelle: dpa

George H.W. Bush gestorben US-Präsident in bewegten Zeiten

Stand: 01.12.2018 06:33 Uhr

Er war US-Präsident, als die deutsche Mauer 1989 fiel - an dem historischen Ereignis hatte George H.W. Bush seinen Anteil. Trotzdem blieb er nur vier Jahre im Weißen Haus. Nun ist Bush im Alter von 94 Jahren gestorben.

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Es gibt wohl kaum einen amerikanischen Präsidenten, dem Deutschland so viel zu verdanken hat wie George Herbert Walker Bush. Unmittelbar nach dem Fall der Mauer wollten der damalige französische Präsident François Mitterand, die britische Premierministerin Margaret Thatcher und viele andere Länder von einer Wiedervereinigung Deutschlands nichts wissen.

Doch Bush unterstützte den Wunsch des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl ohne Zögern. Seine einzige Bedingung war, Deutschland müsse in der NATO bleiben: "Ich wusste, dass Kohl dem Westen treu bleiben würde", erinnerte sich Bush später, "und ich wusste, dass die Deutschen wiedervereinigt sein sollten und dies auch wollten."

George Bush im Alter von 94 Jahren gestorben
tagesschau 20:00 Uhr, 01.12.2018, Jan Philipp Burgard, ARD Washington

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Ein "Glücksfall" für Deutschland

Jahre später sagte Helmut Kohl, George Herbert Walker Bush sei ein "Glücksfall" für Deutschland gewesen. Bush traf sich schon kurz nach dem Fall der Mauer mit dem damaligen sowjetischen Staats- und Parteichef Gorbatschow auf Malta. Und warb für ein wiedervereinigtes Deutschland und eine neue Ära der Zusammenarbeit zwischen Ost und West. Geschickt vermied Bush jede Sieger-Geste. Sein Außenminister James Baker beschrieb es so: "Bush war ein starker Kämpfer, aber er war höflich und besonnen."

Er vertrieb Saddam Husseins Truppen aus Kuwait

Das waren Eigenschaften, die ihm auch bei der zweiten großen außenpolitischen Herausforderung seiner Amtszeit zugute kamen, der Befreiung Kuwaits 1991, nach dem Überfall des irakischen Diktators Saddam Hussein.

Anders als zwölf Jahre später sein Sohn George W. wollte Bush senior bewusst nicht den Sturz von Saddam Hussein, um Amerika nicht in einen langwierigen Konflikt zu verwickeln. Stattdessen schmiedete er eine Koalition aus mehr als 30 Ländern, darunter mehrere arabische Staaten - eine diplomatische Meisterleistung. Zumal er für seine klar begrenzten Ziele ein Mandat der Vereinten Nationen bekam: "Saddam Husseins Soldaten müssen Kuwait verlassen. Die legitime Regierung von Kuwait wird auf ihren rechtmäßigen Platz wieder eingesetzt. Und Kuwait wird wieder frei sein!" Die Befreiung Kuwaits gelang in nur sechs Wochen.

Bush im Jahr 1990 mit US-Truppen in Saudi-Arabien | Bildquelle: Reuters
galerie

Bush inmitten von US-Soldaten an einem Stützpunkt in Saudi-Arabien 1990.

Außenpolitisch erfolgreich

Heute gilt George Herbert Walker Bush unter Historikern als einer der außenpolitisch erfolgreichsten US-Präsidenten. Schon vor seiner Wahl hatte er wichtige außenpolitische Erfahrungen gesammelt: in den 80er Jahren war Bush acht Jahre lang Vizepräsident unter Ronald Reagan. Davor CIA-Chef sowie Botschafter bei den Vereinten Nationen und in China.

Dass Bush 1992 nicht wiedergewählt wurde, sondern überraschend gegen Bill Clinton verlor, lag vor allem an der schlechten Wirtschaftslage. Und an einem gebrochenen Wahlversprechen: "Lest es von meinen Lippen ab - keine höheren Steuern mehr!" - dieses Versprechen konnte Bush nicht halten, weil die Staatsverschuldung ansonsten rasant angestiegen wäre. Viele Amerikaner fühlten sich getäuscht und wählten Bush nach nur einer Amtszeit ab - der Tiefpunkt in seinem sonst so erfolgreichen Leben.

1/12

George H.W. Bush: Bilder aus seinem Leben

Ex-US-Präsident George H.W. Bush

Er war der 41. US-Präsident: George Herbert Walker Bush erzielte besonders außenpolitisch Erfolge. Seine politische Laufbahn erstreckte sich über Jahrzehnte. | Bildquelle: dpa

Der rettende Fallschirm

Aufgewachsen war George Herbert Walker Bush in einer wohlhabenden Ostküsten-Familie. Im Zweiten Weltkrieg meldete sich Bush freiwillig und wurde kurz nach seinem 19. Geburtstag jüngster Kampf-Pilot der US-Marine. Bei seinem 58. Einsatz schossen ihn die Japaner ab. Aus seinem brennenden Kampfflugzeug konnte er sich gerade noch mit dem Fallschirm retten. Auch deshalb beging Bush auch noch im hohen Alter seine Geburtstage mit einem Fallschirmsprung, zuletzt 2014 zu seinem 90. Geburtstag.

Nachruf auf George H.W. Bush
Martin Ganslmeier, ARD Washington
01.12.2018 06:33 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell Radio am 01. Dezember 2018 um 07:05 Uhr.

Darstellung: