Ein Feuerwehrmann der New South Wales Feuerwehrbehörde versucht Häuser an der Waratah Road und der Kelyknack Road vor dem Feuer zu schützen.  | Bildquelle: dpa

Hilfskräfte in Australien "Die Feuer sind einfach zu groß"

Stand: 04.01.2020 13:28 Uhr

Die Brände in Australien haben apokalyptische Ausmaße angenommen. Die Feuerwehren sind vielerorts machtlos, die Brände überspringen jede Barriere. Viele Menschen können sich nur selbst retten.

Eine Reportage von Holger Senzel, ARD-Studio Singapur, zzt. Australien

Rauch liegt wie dichter Nebel über Balmoral, Wind rauscht durch die verkohlten, schwarzen Baumskelette. Heftiger Wind, bis zu 100 Stundenkilometer schnell - und bis zu 46 Grad heiß.

Die Männer der Freiwilligen Feuerwehr haben ihre Overalls abgelegt, liegen schwitzend im trockenen Gras - und warten auf den nächsten Einsatz. Erst vergangene Woche ist die Feuerfront den Holzhäusern der Gemeinde 100 Kiometer südwestlich von Sydney gefährlich nahe gekommen - und sie kann jederzeit zurückkommen, denn der Wind wechselt ständig die Richtung.

Verheerende Feuer in Australien: Machtlos gegen die Flammen
tagesthemen 23:30 Uhr, 04.01.2020, Stella Peters, ARD-aktuell

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"Ein verdammt gefährlicher Job"

"Es ist ein verdammt gefährlicher Job", sagt Fire-Captain Brandon O Conner. "Manchmal explodieren die Feuer geradezu, oder es entstehen Feuertornados. Letzte Woche wurde dabei ein tonnenschwerer Löschzug durch die Luft geschleudert und ein Kollege starb. Die meisten stehen hier seit Anfang Oktober im Kampf, und wir sind alle sehr erschöpft. Eine lange Schlacht, das ist mal sicher."

"Fire near me" - also "Feuer in meiner Nähe" heißt eine Smartphone-App der Regierung von New South Wales, die über Brände  informiert. An die 200 blaue, gelbe und rote Rauten sind da zu sehen - rot heißt: Feuer außer Kontrolle. Die App zeigt sogar Fluchtrouten an, aber manchmal steht da auch: "Zu spät für Flucht, sicheren Unterschlupf aufsuchen". 

Screenshot der Seite des "NSW Rural Fire Service" | Bildquelle: www.rfs.nsw.gov.au
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Die Feuerwehr in New South Wales stellt interaktive Karten zur Verfügung. Auf ihr sind alle Brände sowie Fluchtrouten zu finden - wenn es letztere noch gibt. Die Karte gibt es auch als App.

Flucht ans Meer

Bega etwa ist von den Flammen eingeschlossen, die Feuerwehr kommt nicht heran - den Einwohnern bleibt nur die Flucht ans Meer. Tausende Menschen wurden aus Gefahrenzonen in Sicherheit gebracht - Dutzende Dörfer aufgegeben. Wenn die Menschen zurückkommen, werden  ihre Gemeinden nicht mehr existieren.

"Wir können nur warten und schauen, was passiert", erzählt Karissa, "und mitnehmen, was wirklich wichtig ist. Ich habe zu meinen Eltern gesagt, vergesst die Dinge! Es ist wichtiger, dass wir unsere Leben retten, als sich um Besitz zu kümmern."

Marine im Einsatz

Ein drittes Kriegsschiff der Royal Australian Navy wurde jetzt zur Evakuierung von Küstenstädten entsand, Militärstützpunkte werden zu Notunterkünften umfunktioniert, 3000 Reservisten einberufen, um die fast 10.000 Feuerwehrleute zu unterstützen.

Es ist ein frustrierender Job, sagt Fire Captain O' Connor, denn Löschen lassen sich diese Feuer nicht mehr. "Sie sind zu groß. Egal was wir in die Schlacht werfen - es reicht nicht. Selbst die großen Löschflugzeuge können wenig ausrichten, die Feuer sind zu intensiv."

Feuerwehrleute im Einsatz gegen die Buschfeuer in Moruya, New South Wales/Australien. | Bildquelle: AFP
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Kampf auf verlorenem Posten für die Feuerwehr: Selbst Brandschneisen überspringen die Feuer vielerorts mühelos.

Die Feuerwehrleute können nur versuchen, die Brände einzudämmen. Mit Bulldozern Schneisen schlagen, oder mit Gegenfeuern das trockene Unterholz vor bewohnten Gebieten abfackeln. Doch bei Wetterbedingungen wie heute in New South Wales helfen auch keine Schneisen, die Feuer überspringen sie. Funken und Asche fliegen bis zu zwölf Kilometer weit und entfachen neue Brandherde.

"Uns geht das Wasser aus"

"Außerdem geht uns allmählich das Wasser aus", informiert  Balmorals Feuerwehrchef. Landwirte dürfen deshalb ihre Felder nicht mehr bewässern. Ernten verdorren, Vieh muss notgeschlachtet werden.

Riesige Rauschwaden bedecken den Himmel über Buchan (Australien) | Bildquelle: GLEN MOREY via REUTERS
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Auch weil die Landwirte ihre Felder nicht mehr bewässern dürfen, haben die Flammen leichtes Spiel.

Ausgetrocknete, gelbbraune Felder und Wiesen erstrecken sich Hunderte Kilometer weit entlang der Straßen - ein idealer Nährboden für die Flammen. Nur lang anhaltender, heftiger Regen würde jetzt helfen, doch der wird frühestens Ende des Monats kommen.

Reportage aus dem Brandgebiet - Buschfeuer Australien
Holger Senzel, ARD Singapur
04.01.2020 14:11 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. Januar 2020 um 12:54 Uhr.

Korrespondent

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Holger Senzel, NDR

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