Geflüchtete Frauen und Kinder sitzen in Kongoussi, Burkina Faso, vor einem Zelt. | Bildquelle: AP

Burkina Faso Mehr als eine Million Menschen auf der Flucht

Stand: 18.08.2020 15:16 Uhr

Die Gewalt in Burkina Faso hat laut UN mehr als eine Million Menschen zur Flucht gezwungen. Viele Schulen sind geschlossen, die Gesundheitsversorgung in dem westafrikanischen Land ist schlecht - und Spendengelder fehlen.

Wegen anhaltender Gewalt im westafrikanischen Burkina Faso sind dort mittlerweile mehr als eine Million Menschen auf der Flucht. Allein seit Beginn des Jahres seien 453.000 Kinder, Frauen und Männer vor Angriffen bewaffneter Gruppen geflohen, teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR in Genf mit.

Nach Einschätzung von UNHCR-Sprecher Babar Baloch handelt es sich um die am schnellsten wachsende humanitäre Krise weltweit. Etwa fünf Prozent der rund 20 Millionen Einwohner des Sahel-Staates seien vertrieben worden. Viele von ihnen hätten mehrfach Schutz suchen müssen. Vor allem im Norden und Osten flüchtet die Bevölkerung vor Angriffen krimineller Banden und islamistischer Milizen.

Viele Krankenhäuser und Schulen geschlossen

Viele Binnenflüchtlinge seien bei anderen Einwohnern der Gebiete untergekommen, teilte das Hilfswerk mit. Aber auch die Gastgeber leiden den Angaben zufolge unter Armut und einer schwachen Gesundheitsversorgung. Die sich ausbreitende Corona-Pandemie belaste die Menschen zusätzlich.

Die Flüchtlinge bräuchten dringend Schutz vor Gewalt, stabile Unterkünfte, Lebensmittel, Wasser und eine Gesundheitsversorgung, forderte das UNHCR. Durch die anhaltende Gewalt sind neben Krankenhäusern und Krankenstationen auch mehr als 2500 Schulen geschlossen. 350.000 Schülerinnen und Schüler sind laut dem Hilfswerk davon betroffen.

Hilfe für Geflüchtete stockt

Im Juni hatte das UNHCR zu Spenden in Höhe von 186 Millionen US-Dollar aufgerufen, um Hilfe für Flüchtlinge in den drei Sahelstaaten Burkina Faso, Mali und Niger zu finanzieren. Bislang sind dem Hilfswerk zufolge 53 Prozent der benötigten Gelder eingegangen. Auch in Mali und Niger treiben bewaffnete Gruppen ihr Unwesen und terrorisieren die Bevölkerung.

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