Brexit-Gegner demonstrieren in London | Bildquelle: FACUNDO ARRIZABALAGA/EPA-EFE/REX

Anti-Brexit-Protest in London Demonstration mit historischem Ausmaß

Stand: 25.03.2019 17:00 Uhr

In London haben sich Hunderttausende zu einem riesigen Protestzug versammelt. Sie fordern ein zweites Referendum über den Brexit. Deutlich kleiner: ein Demonstrationszug der Brexit-Befürworter.

Die Veranstalter sprechen von einem der größten Protestmärsche in der Geschichte Großbritanniens: Mehr als eine Million Menschen haben demnach in London gegen den Brexit demonstriert. Alle Erwartungen seien übertroffen worden. Die Polizei gab keine Schätzungen ab.

Die Organisatoren "People's Vote" fordern ein Referendum, bei dem die Bürger über den endgültigen Brexit-Deal abstimmen dürfen. Viele Teilnehmer hatten während des Marsches bei gutem Wetter blaugelbe Europa-Fahnen dabei und waren auch in diesen Farben gekleidet. Andere trugen britische Fahnen.

Hundertausende demonstrieren in London für neues Brexit-Referendum
tagesthemen 23:15 Uhr, 23.03.2019, Annette Dittert, ARD London

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Teilnehmer aus dem ganzen Land

Die Teilnehmer waren aus allen Teilen des Landes angereist. Der Protestzug, an dem auch viele Familien teilnahmen, endete am Parlament. "Ich bin sieben Jahre alt und demonstriere für meine Zukunft", stand auf dem Protestschild eines Kindes. Andere Plakate sprachen eine deutlichere Sprache, etwa: "Diese ganze Brexit-Scheiß-Show muss aufhören!"

"Ich marschiere gemeinsam mit Menschen aus jedem Winkel unseres Landes", teilte der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan im Kurznachrichtendienst Twitter mit. Er gehört der oppositionellen Labour-Partei an. Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon und viele andere Politiker nahmen ebenfalls an der Veranstaltung teil.

Auch ein Rosenmontagswagen des Düsseldorfer Künstlers Jacques Tilly war bei der Demonstration zu sehen. Der Motivwagen zeigt Theresa May, die mit einer langen Lügennase die britische Wirtschaft aufspießt.

An einer ähnlichen Demonstration im Oktober hatten sich fast 700.000 Menschen beteiligt - es war schon damals die größte Demonstration in London seit Protesten gegen den Irak-Krieg im Jahr 2003 mit einer Million Demonstranten.

Teilnehmer einer Anti-Brexit-Demo ziehen einen Karnevalsumzugswagen aus Düsseldorf durch London. Der Wagen verunglimpft die britische Premierministerin May. | Bildquelle: dpa
galerie

Ein Stück Düsseldorf in London - Der Umzugswagen vom Karneval findet zum zweiten Mal als Brexit-Protest Verwendung.

Vier Millionen gegen Brexit

Mehr als vier Millionen Menschen haben bislang eine Online-Petition für den Verbleib Großbritanniens in der EU unterzeichnet. Zeitweise war die Webseite wegen des Ansturms lahm gelegt.

Das Parlament muss den Inhalt jeder Petition mit mehr als 100.000 Unterzeichnern für eine Debatte berücksichtigen. Alle britischen Staatsbürger - auch im Ausland - und Einwohner in Großbritannien dürfen solche Online-Petitionen unterzeichnen.

Nach Angaben der britischen Wahlkommission wären für ein von einigen favorisiertes zweites Brexit-Referendum mindestens vier, eher sechs Monate an Vorbereitungen notwendig. Die Briten hatten im Juni 2016 mit knapper Mehrheit für den Austritt aus der Europäischen Union gestimmt.

Auch ein kleiner Protestzug von Brexit-Anhängern bewegte sich auf London zu. Der frühere Chef der EU-feindlichen Ukip-Partei, Nigel Farage, nahm teilweise daran teil. Insgesamt wollten die Brexit-Befürworter etwa zwei Wochen durch England marschieren.

Die EU und May hatten sich in der Nacht zum vergangenen Freitag auf eine Verschiebung des EU-Austritts bis mindestens zum 12. April geeinigt. Der Plan: Stimmt das Unterhaus dem Abkommen kommende Woche zu, soll der Austritt am 22. Mai geregelt über die Bühne gehen. Gelingt das nicht, erwartet die EU von London vor dem 12. April neue Vorschläge. Ursprünglich wollte Großbritannien die Europäische Union schon am kommenden Freitag verlassen.

May stellt Abstimmung infrage

Der Plan der britischen Regierung sieht derzeit kein neues Referendum vor. Doch wie genau es mit dem EU-Austritt weitergeht, ist unklar. Die EU hatte zuletzt der Bitte der Premierministerin May um einen Aufschub des Brexit-Termins stattgegeben.

Doch nun stellte May selbst infrage, ob in der kommenden Woche im Unterhaus erneut über den von ihr mit der EU ausgehandelten Austrittsvertrag abgestimmt werden soll. Sie werde ein solches Votum nur beantragen, wenn sie sich sicher sein könne, im Parlament auch die nötige Unterstützung zu erhalten, hieß es in einem Schreiben von May.

Mit Informationen von Thomas Spickhofen, ARD-Studio London

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. März 2019 um 17:00 Uhr.

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