Flugzeuge von British Airways auf dem Flughafen London Heathrow | Bildquelle: REUTERS

Bei ungeregeltem Brexit EU bleibt für britische Airlines offen

Stand: 22.02.2019 15:47 Uhr

Entwarnung für die Urlaubssaison: Sollte es Ende März zu einem ungeregelten Brexit kommen, dürfen Flieger britischer Airlines zunächst trotzdem weiter in der EU fliegen. Dann greifen Notfallmaßnahmen.

Auch bei einem ungeregelten Brexit sollen der Flugverkehr in Europa weitgehend intakt und Sicherheitsstandards gewahrt bleiben. In beiden Punkten haben sich EU-Unterhändler auf befristete Notfallmaßnahmen für den Fall geeinigt, dass Großbritannien Ende März ohne Vertrag aus der Europäischen Union ausscheidet. Beides muss noch formal vom Rat der Mitgliedsstaaten und dem EU-Parlament bestätigt werden.

Flugausfälle sollen vermieden werden

Vertreter der EU-Staaten und des Europaparlaments einigten sich darauf, dass Sicherheitszertifikate für Luftfahrtgerät, die Gesellschaften in Großbritannien ausgestellt wurden, auch nach einem ungeregelten Brexit für neun Monate weiter gelten. Das biete genug Zeit, die Bescheinigungen bei der europäischen Luftfahrtbehörde EASA zu erneuern - dann unter Berücksichtigung des neuen Status Großbritanniens als Drittstaat. Das teilte der Rat der EU-Staaten mit.

Zuvor hatten sich Vertreter der EU-Staaten und des Parlaments bereits auf befristete Maßnahmen geeinigt, die Flugausfälle nach einem ungeregelten Brexit vermeiden sollen. Die Regelung soll nach Angaben des Rats sicherstellen, dass Fluggesellschaften mit britischer Lizenz für bis zu sieben Monate Verbindungen zwischen Großbritannien und den übrigen 27 EU-Staaten aufrechterhalten können.

Deutsche Reisebranche erleichtert

Innerhalb des künftig kleineren europäischen Wirtschaftsraums dürfen eigentlich nur die Airlines ungehindert und ohne zusätzliche Abkommen agieren, die auch mehrheitlich im Besitz von Investoren aus dem europäischen Wirtschaftsraum sind. Der Notfallplan räumt den Gesellschaftern jedoch eine Übergangsfrist von sechs Monaten ein, um dann die Voraussetzungen zu erfüllen.

Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtete, zeigt sich die deutsche Reisebranche erleichtert. Die Einigung helfe für die Urlaubssaison 2019, zitiert die Zeitung einen Luftfahrtfachmann. EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc betonte aber in der "FAZ", dass diese Brexit-Notfallmaßnahmen keinesfalls die Vorteile des Binnenmarkts ersetzen könnten. Sie seien einseitig und befristet.

Über dieses Thema berichtete das MDR-Aktuell am 22. Februar 2019 um 15:00 Uhr.

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