Nach dem Dammbruch in Brasilien | Bildquelle: dpa

Dammbruch-Unglück in Brasilien Acht Bergwerksmitarbeiter festgenommen

Stand: 15.02.2019 20:00 Uhr

Nach dem verheerenden Dammbruch bei einem brasilianischen Bergwerk haben die Behörden acht Mitarbeiter der Bergbaufirma Vale festgenommen. Bei der Katastrophe waren im Januar mindestens 165 Menschen ums Leben gekommen.

Brasilianische Staatsanwälte haben bei ihren Ermittlungen zum tödlichen Dammbruch im Januar die Festnahme von acht Mitarbeitern der Betreiberfirma Vale erwirkt. Bei den acht Festgenommenen handele es sich um vier Manager und vier Mitglieder der technischen Abteilung, die für die Stabilität des Dammes zuständig ist, erklärte die Staatsanwaltschaft.

 

Dammbruch in Brasilien
02.02.2019, Hora News

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Die Haftbefehle erließ die Staatsanwaltschaft auf Grundlage der Aussagen von zwei Ingenieuren der deutschen Prüffirma TÜV Süd. Sie hatten im Auftrag von Vale den Damm inspiziert und wurden vier Tage nach dem Unglück zusammen mit drei Vale-Mitarbeitern für Befragungen festgenommen. Eine Woche später kamen sie wieder frei. Vier weitere Mitarbeiter von TÜV Süd werden in Brasilien noch von der Polizei gesucht.

Wurden Prüfer unter Druck gesetzt?

Medienberichten zufolge soll einer der nun Festgenommenen die TÜV-Prüfer unter Druck gesetzt haben, in einem Gutachten die Sicherheit des Damms zu bestätigen. Vale teilte mit, der Konzern kooperiere mit den Ermittlungsbehörden.

Am 25. Januar war ein Damm eines auf einem Berg gelegenen Rückhaltebeckens für Bergbauschutt gebrochen, eine gewaltige Schlammlawine ergoss sich in Teile der darunter liegenden Stadt Brumadinho. Mindestens 165 Menschen kamen ums Leben, 147 gelten noch immer als vermisst.

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Schlammlawine in Brasilien

Rettungskräfte suche in der Schlammlawine nach Überlebenden

Nach dem Dammbruch in einer Eisenerzmine in Brasilien haben die Rettungskräfte kaum noch Hoffnung, Überlebende zu finden. | Bildquelle: AFP

Umweltschäden befürchtet

Möglicherweise gehen von dem Unglück noch Umwelt- und Gesundheitsgefahren aus. Das Forschungsinstitut Fiocruz teilte kürzlich mit, kontaminierter Schlamm der Eisenerzmine könnte das Ökosystem des Flusses Paraopeba schädigen und zur Verbreitung von Dengue- und Gelbfieber sowie Durchfallerkrankungen in der Region führen.

Vale ist der weltweit größte Eisenerz-Produzent und zählt zu den größten Konzernen Brasiliens. Das Unternehmen verlor seit dem Unglück ein Viertel seines Marktwertes. Vale betont jedoch, sämtliche Sicherheitsvorschriften eingehalten zu haben.

Über dieses Thema berichteten am 29. Januar 2019 Deutschlandfunk um 17:25 Uhr und der NDR in der Sendung "Weltbilder" um 23:30 Uhr.

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