Kolumbiens Präsident Ivan Duque verlässt nach einer Pressekonferenz zum Bombenanschlag eine Kadettenschule in Bogota. | Bildquelle: AFP

Kolumbien Friedensverhandlungen nach Anschlag beendet

Stand: 19.01.2019 02:14 Uhr

Kolumbiens Präsident Duque hat nach dem schweren Bombenanschlag in Bogotá die Friedensverhandlungen mit der Guerillagruppe ELN beendet. Er setzte die Haftbefehle der Anführer wieder in Kraft.

Die kolumbianische Regierung hat auf den schweren Bombenanschlag in der Hauptstadt Bogotá mit harten Maßnahmen gegen die linke Guerillaorganisation ELN reagiert.

Präsident Iván Duque erklärte die Friedensgespräche mit der Gruppe für beendet - alle im Zuge der Verhandlungen ausgesetzten Haftbefehle gegen die Anführer der ELN würden wieder in Kraft gesetzt.

"Wir werden nicht ruhen, bis wir alle Täter und Drahtzieher zur Rechenschaft gezogen haben", sagte Duque. In einer Fernsehansprache bat er Kuba, die zehn Friedensunterhändler der ELN auszuliefern, die im Rahmen eines Friedensprozesses auf der Insel leben.

Kuba will über die Haftbefehle gegen Kommandeure der kolumbianischen Guerillaorganisation ELN mit den Verhandlungsparteien und weiteren Ländern reden. "Kuba wird die zwischen der Regierung (Kolumbiens) und der ELN unterzeichneten Protokolle für den Friedensdialog streng einhalten, einschließlich des Protokolls für den Fall der Unterbrechung der Verhandlungen", schrieb der kubanische Außenminister Bruno Rodríguez auf Twitter.

21 Tote bei Angriff auf Polizeiakademie

Am Donnerstag hatte ein Mann ein mit Sprengstoff beladenes Auto auf das Gelände der Polizeiakademie General Santander in Bogotá gesteuert und zur Explosion gebracht. Bei dem Anschlag kamen 21 Menschen ums Leben, Dutzende weitere wurden verletzt.

Der Attentäter, der selbst bei dem Anschlag ums Leben kam, war ein langjähriges Mitglied der ELN und nach Ermittlerangaben ein Sprengstoffexperte der Organisation. Die kolumbianische Regierung macht daher die Rebellengruppe für den Anschlag verantwortlich.

Schäden an der Polizeischule in Bogotá | Bildquelle: AP
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Rettungskräfte am Ort des Anschlags in Bogotá.

Farc-Partei verurteilte den Anschlag

Die Gruppe, die sich übersetzt "Nationales Befreiungsheer" nennt, ist die letzte aktive Rebellengruppe Kolumbiens.

Duques Vorgänger Juan Manuel Santos hatte den jahrzehntelangen Guerilla-Krieg mit den linksgerichteten Rebellen der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc) im November 2016 mit einem Friedensabkommen beendet. Die Farc-Kämpfer gaben daraufhin ihre Waffen ab und wandelten sich in eine politische Partei um. Die Farc-Partei verurteilte den Anschlag auf das Polizeirevier.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. Januar 2019 um 12:00 Uhr. Zudem berichtete über dieses Thema die tagesschau am 19. Januar 2019 um 08:55 Uhr.

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