Teile eines der Triebwerke der Boeing 737 Max 8 von Ethiopian Airline an der Absturzstelle | Bildquelle: REUTERS

Nach Absturz in Äthiopien Boeing gerät unter Druck

Stand: 11.03.2019 18:30 Uhr

Nach dem Flugzeugabsturz in Äthiopien mit 157 Toten gibt es Zweifel an der Sicherheit der Maschinen vom Typ Boeing 737 Max 8. Mehrere Länder lassen den modernen Flugzeugtyp des US-Herstellers vorerst nicht fliegen.

Von Sebastian Schreiber, ARD-Studio Washington

Zum zweiten Mal innerhalb von sechs Monaten ist eine Boeing 737 Max 8 abgestürzt. Direkt nach dem Start - bei besten Wetterbedingungen. Die Zweifel an der Sicherheit sind groß.

Der Flugzeughersteller Boeing mit Sitz in Seattle teilte mit, es gebe nach dem jetzigen Stand keinerlei Grundlage, den Betreibern des Flugzeugs neue Anweisungen zu geben. Im November - zwei Wochen nach dem Absturz einer 737 Max 8 der Fluglinie Lion Air in Indonesien - sagte Boeing-Chef Dennis Muilenburg dem Sender Fox Business, dass die Boeing 737 Max sicher sei. "Für uns bei Boeing ist Sicherheit ein Grundwert - das war immer so. Diese Maschine wurde Tausende Stunden getestet, bewertet und zertifiziert."

Michael Immel, HR, zum Flugzeugabsturz in Äthiopien
tagesschau24 15:00 Uhr, 11.03.2019

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"Meist Verkettung von Fehlern"

ARD-Verkehrsexperte Michael Immel warnte vor voreiligen Schlüssen. Die Untersuchung zu dem Absturz in Indonesien sei noch nicht abgeschlossen. Die Frage, ob es ein Kontrollproblem gegeben habe, müsse nun erörtert werden. Es gebe meist nicht immer nur den einen Fehler. Meist sei es ein Verkettung von Fehlern, "und die führen dann in der Summe zu einem Unglück".

Ein modernes, effizientes Flugzeug - ein Bestseller

Die 737 Max 8 ist ein modernes, effizientes Flugzeug. Für Boeing ist es ein Bestseller. 350 Maschinen lieferte der Hersteller bislang aus. Mehr als 5000 sind bestellt. "Bei einem neuen Flugzeug ist es normal, dass es kleinere Probleme gibt. Aber zwei Abstürze, zwei Unglücke sollte es nicht geben", sagte die ehemalige Generalinspekteurin des US-Verkehrsministeriums, Mary Schiavo, dem Sender CNN. "Die Sicherheit sollte sich verbessern und nicht verschlechtern. Das ist besorgniserregend."

Diskussion über Kontrollsystem

Im Mittelpunkt der Diskussion um die Sicherheit der Boeing 737 Max 8 steht ein neues System, das den Winkel, mit dem die Maschine steigt oder sinkt, kontrollieren soll. Die Piloten seien bereits nachgeschult worden, sagte der Luftfahrtjournalist David Soucie dem Sender CNN, möglicherweise bereite die Software den Piloten aber weiter Probleme.

"Wenn das System nicht richtig funktioniert, kann es sein, dass das Flugzeug die Nase runterdrückt und der Pilot dagegen ankämpft", sagt Soucie. "Er stellt vielleicht den Autopilot aus und versteht nicht, dass es ein weiteres System ist, das abgestellt werden muss."

Nach zweitem Flugzeugabsturz: Boeing gerät mit Flugzeugtyp 737 Max 8 unter Druck
tagesthemen 22:15 Uhr, 11.03.2019, Jakob Schaumann, HR

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Experten werten die Flugschreiber aus

Unklar ist, ob beide Boeing-Maschinen aus dem gleichen Grund abgestürzt sind. Experten werten nun die Flugschreiber der in Äthiopien abgestürzten Maschine aus. Auch im Fall des in Indonesien abgestützten Flugzeugs ermitteln die Behörden noch.

Während etwa China und Indonesien entschieden, die Boeing 737 Max 8 vorerst nicht fliegen zu lassen, sind die Maschinen in den USA und anderen Ländern weiter im Einsatz.

Tuifly hält an Betrieb fest

Gestützt auf Empfehlungen der US-Luftfahrtbehörde FAA lässt der Tui-Konzern aus Hannover seine 15 Flugzeuge vom Typ Boeing 373 Max 8 weiter fliegen. "Das Flugzeug ist ja von den amerikanischen Behörden als vollkommen sicher und zuverlässig eingestuft worden - das ist wie der Stempel vom TÜV", sagte Tuifly-Sprecher Aage Dünhaupt. Es gebe aber bereits Anfragen besorgter Passagiere, die Flüge mit diesem Flugzeugtyp vermeiden wollten.

Zur Flotte des weltgrößten Reisekonzerns Tui gehören 15 Jets dieses Typs, die in Großbritannien und den Benelux-Staaten auf Strecken zu den Kanaren oder den Kapverden im Einsatz sind. In Deutschland steht die Einführung der jüngsten Version des Boeing-Verkaufsschlagers im April an. Bei bisher 6500 Flügen hätten die Tui-Piloten bisher keine Probleme gehabt, sagte der Sprecher. Der Konzern nehme die Ängste der Passagiere aber ernst. Sie könnten Flüge mit Maschinen des Typs umbuchen, wenn es Alternativen gebe. Das sei aber nicht kostenfrei.

Appell an Boeing

Der Luftfahrtjournalist und Pilot Miles O'Brien forderte Boeing auf, alle Maschinen des Typs vorerst am Boden zu lassen. "Ein modernes Flugzeug wie dieses sollte einfach nicht vom klaren, blauen Himmel fallen", so O'Brian. "Das ist innerhalb von wenigen Monaten auf eine verblüffend ähnliche Art und Weise passiert. Ich denke, Boeing muss jetzt beweisen, dass das ein sicheres Flugzeug ist."

Boeings Aktie rutschte am Morgen kräftig ab. Der Flugzeughersteller verzeichnete zum Handelsstart Verluste im zweistelligen Prozentbereich.

Meistverkauftes Verkehrsflugzeug weltweit

Die Boeing 737 ist das meistverkaufte Verkehrsflugzeug weltweit, die 737 Max ist das neueste Modell. Nach dem Erstflug im Januar 2016 hatte der US-Flugzeugbauer vor zwei Jahren die ersten Maschinen der Version Max 8 mit besonders spritsparenden Motoren ausgeliefert. Daneben gibt es noch die Versionen Max 7, 9 und 10, die allerdings deutlich weniger beliebt sind.

Nach Absturz in Äthiopien: Flugzeughersteller Boeing unter Druck
Sebastian Schreiber, ARD Washington
11.03.2019 17:30 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 11. März 2019 um 19:00 Uhr.

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