Eine Boeing 737 Max 8 von Air China | Bildquelle: REUTERS

Nach Absturz in Äthiopien Mehrere Länder stoppen Boeing 737 Max 8

Stand: 11.03.2019 12:25 Uhr

Nach dem Absturz einer Ethiopian-Airlines-Maschine regen sich Zweifel an der Sicherheit. Denn erneut verunglückte ein neues Flugzeug - wieder handelt es sich um eine 737 Max 8 von Boeing. Erste Länder zogen Konsequenzen.

Nach dem Flugzeugabsturz in Äthiopien wachsen die Zweifel an Boeings 737 Max 8. Mehrere Fluglinien ordneten an, die Flieger am Boden zu lassen. Betroffen sind mindestens 110 Flugzeuge.

In China gilt das Einsatzverbot, bis Sicherheitsrisiken ausgeschlossen werden können. Gemeinsam mit der US-Luftfahrtbehörde und Flugzeugbauer Boeing berate man nun über das weitere Vorgehen.

Auch Äthiopien kündigte an, die gesamte Flotte auf dem Boden zu lassen. Als "zusätzliche Sicherheitsvorkehrung" würden alle Maschinen dieses Typs vorerst nicht mehr eingesetzt, erklärte die Fluggesellschaft Ethiopian Airlines. Die karibische Cayman Airways erklärte, die beiden Boeing 737 Max 8 der Airline blieben vorerst am Boden. Auch Indonesien zog Konsequenzen - alle Maschinen des Typs müssen laut der Nachrichtenagentur AP am Boden bleiben.

Michael Immel, HR, zum Flugzeugabsturz in Äthiopien
tagesschau24 15:00 Uhr, 11.03.2019

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Verkehrsministerium: Keine Max 8-Flieger bei deutschen Airlines

Deutsche Fluggesellschaften nutzen derzeit keine Maschinen, die baugleich mit dem in Äthiopien abgestürzten Passagierflugzeug sind. Nach jetzigem Kenntnisstand hätten die deutschen Unternehmen keine Boeing 737 Max 8 im gewerblichen Flugbetrieb, sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums.

Allerdings gehören mittlerweile 15 der Jets zur Flotte des weltgrößten Reisekonzerns TUI. Sie sind in Großbritannien und den Benelux-Staaten im Einsatz. In Deutschland ist bisher die Einführung der jüngsten Version des Boeing-Verkaufsschlagers für Mitte April geplant.

Tuifly prüft die Notwendigkeit eines vorläufigen Startverbots für seine Maschinen. "Wir stehen in engem Kontakt mit Boeing und werden mit dem Hersteller die Situation bewerten", sagte Tuifly-Sprecher Aage Dünhaupt. Er wies darauf hin, dass sich die Airline Norwegian als einer der größten europäischen Betreiber gerade gegen ein Flugverbot entschieden habe.

737 ist meistverkauftes Verkehrsflugzeug

Zwei Unglücke mit dem gleichen Flugzeugtyp innerhalb eines halben Jahres werfen Fragen auf. Erst im Oktober war eine Boeing 737 Max 8 in Indonesien verunglückt - ebenfalls kurz nach dem Start. Damals waren alle 189 Menschen an Bord der Lion-Air-Maschine ums Leben gekommen. Dennoch dürften jetzt keine voreiligen Schlüsse gezogen werden, sagt ARD-Luftfahrtexperte Michael Immel. Bei Abstürzen gebe es nie nur eine Ursache. Im Fall der Lion-Air-Maschine zeige der vorläufige Untersuchungsbericht, dass die Maschine aufgrund mehrerer technischer Mängel gar nicht hätte abheben dürfen.

Die Boeing 737 ist das meistverkaufte Verkehrsflugzeug weltweit, die 737 Max 8 ist das neueste Modell. Nach dem Erstflug im Januar 2016 hatte der US-Flugzeugbauer vor zwei Jahren die ersten Maschinen des Modells mit besonders spritsparenden Motoren ausgeliefert.

350 Maschinen ausgeliefert

Bis Ende Januar wurden 5011 Maschinen bei Boeing bestellt, 350 davon sind bereits ausgeliefert. An chinesische Fluglinien wurden rund 70 Maschinen ausgeliefert - unter anderem an Air China, China Eastern, China Southern und Hainan Arlines.

Nach dem Lion-Air-Absturz hatte eine vorläufiger Untersuchungsbericht der indonesischen Behörden ergeben, dass das Flugzeug wegen gravierender technischer Mängel nicht hätte starten dürfen. Die Maschine hatte demnach Probleme mit den Geschwindigkeitsmessern und den AOA-Sensoren, die Daten zum Auftrieb eines Flugzeugs liefern.

Mit Informationen von Axel Dorloff, ARD-Studio Peking

Nach Flugzeugunglück: China lässt Boeing 737 Max 8 am Boden
Axel Dorloff, ARD Peking
11.03.2019 07:12 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 11. März 2019 um 06:45 Uhr.

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