Ein Wrackteil des abgestürzten Malaysia Airlines Flugzeuges liegt auf einem Feld in der Nähe des Dorfes Grabove in der Region Donezk.

MH17-Absturz Separatisten weisen BND-Vorwurf zurück

Stand: 19.10.2014 17:05 Uhr

Die pro-russischen Separatisten in der Ostukraine haben dementiert, für den Abschuss von Flug MH17 verantwortlich zu sein. Das zum angeblichen Abschuss verwendete Buk-Luftabwehrsystem sei höchst kompliziert, und die Aufständischen hätten in ihren Reihen nicht die nötigen Militärexperten, sagte Separatistenführer Andrej Purgin der Agentur Interfax.

Aufgeworfen hatte die Schuldfrage der Bundesnachrichtendienst (BND). Nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios und des "Spiegel" hatte der Geheimdienst dem Parlamentarischen Kontrollgremium "eindeutige" Belege für die Schuld der pro-russischen Separatisten vorgelegt. BND-Präsident Gerhard Schindler soll demnach am 8. Oktober vor den Mitgliedern des Gremiums Satellitenaufnahmen, Fotos und Gesprächsprotokolle präsentiert haben. Nach der Auswertung der Belege "deute alles darauf hin", dass die Separatisten den Abschuss zu verantworten haben, sagte der stellvertretende Leiter des ARD-Hauptstadtstudios, Rainald Becker.

Die Separatisten halten die BND-Anschuldigungen allerdings für eine Folge einer allgemeinen "Hysterie". Purgin gab der Führung in Kiew die Schuld an dem Absturz.

Laut "Spiegel" ist jedoch auf den vorgelegten Belegen zu erkennen, dass die Rebellen ein russisches Buk-Luftabwehrsystem von einem ukrainischen Stützpunkt erbeuteten und am 17. Juli eine Rakete abfeuerten, die direkt neben Flug MH17 explodierte.

Boeing von Objekten durchsiebt

An Bord der Boeing waren 298 Menschen. Alle Passagiere starben. Eine niederländische Untersuchungskommission kam im September in einem Zwischenbericht zu dem Schluss, dass die Boeing von zahlreichen "Objekten" durchsiebt wurde, bevor sie auseinanderbrach. Wer dafür verantwortlich sein könnte, analysierten die Niederländer nicht.

Die Beurteilung der Geschehnisse sei Sache des damit beauftragten Sicherheitsrates in Den Haag und der Staatsanwaltschaft, sagte ein Regierungssprecher einer niederländischen Nachrichtenagentur als Reaktion auf den BND-Bericht. Dies müsse mit großer Sorgfalt geschehen und brauche noch Zeit. 

Schon unmittelbar nach dem Abschuss hatte es Mutmaßungen über die Verantwortung der Milizen gegeben. Die russische und die ukrainische Regierung beschuldigen sich gegenseitig, für den Absturz verantwortlich zu sein. Der BND hält laut dem Bericht sowohl russische als auch ukrainische Darstellungen für gefälscht.