Binnenflüchtlinge im Nordosten Syriens | Bildquelle: AFP

Neuer Höchststand Fast 51 Millionen Flüchtlinge im eigenen Land

Stand: 28.04.2020 15:14 Uhr

Die Zahl der Binnenflüchtlinge weltweit hat laut der Beobachtungsstelle für interne Vertreibung mit 51 Millionen einen neuen Höchststand erreicht. In der Corona-Pandemie sind sie besonders gefährdet.

Mehr als 33 Millionen Menschen sind im vergangenen Jahr aufgrund von Konflikten oder Naturkatastrophen innerhalb der Grenzen ihres eigenen Landes vertrieben worden. Dadurch erhöhte sich die Zahl der Binnenflüchtlinge insgesamt weltweit auf eine Rekordzahl von 50,8 Millionen Menschen, wie aus einem Bericht der Organisationen Internal Displacement Monitoring Center (IDMC) und Norwegian Refugee Council (NRC) hervorgeht.

Menschen warten auf Essensrationen, die vom World Foof Programme im Südsudan verteilt werden | Bildquelle: AP
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Bewaffnete Konflikte zwingen viele Menschen, ihrer Heimat zu verlassen - wie hier im Kongo.

Bewaffnete Konflikte waren laut dem Bericht im vergangenen Jahr der Auslöser für die Flucht von 8,5 Millionen Menschen innerhalb der Grenzen ihres eigenen Landes, darunter in Syrien, der Demokratischen Republik Kongo, Äthiopien und im Südsudan.

Mehr als ein Drittel sind Kinder

Unter den Ende 2019 Vertriebenen waren 18,3 Millionen Kinder unter 14 Jahren. Die Zahl der Binnenvertriebenen ist deutlich höher als die der Menschen, die 2019 über Landesgrenzen hinweg aus ihrer Heimat flohen. Dies waren dem Bericht zufolge 26 Millionen Menschen.

Jahr für Jahr würden Millionen Menschen durch Konflikte und Gewalt zur Flucht gezwungen, kritisierte NRC-Chef Jan Egeland. "Als Gemeinschaft scheitern wir in unglaublicher Weise daran, die am meisten gefährdeten Menschen der Welt zu schützen."

Fluchtgrund: Naturkatastrophen

Fast 25 Millionen Menschen wurden dem Bericht zufolge aufgrund von Naturkatastrophen vertrieben. Allein 4,5 Millionen Menschen flohen demnach wegen des Zyklons Fani in Indien und Bangladesch, den Stürmen Idai und Kenneth in Mosambik und dem Hurrikan Dorian auf den Bahamas in andere Regionen ihres Landes. Die meisten der Vertreibungen durch Naturkatastrophen seien jedoch zeitlich befristet, sagte IDMC-Direktorin Alexandra Bilak.

Zerstörungen nach Hurrikan Dorian auf den Bahamas | Bildquelle: AP
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Zerstörungen durch Naturkatastrophen wie hier durch den Hurrikan Dorian, vertrieben weltweit 25 Millionen Menschen.

Die Corona-Pandemie mache die Situation dieser Menschen noch prekärer, warnten die Organisationen. Binnenvertriebene seien aufgrund ihrer Lebensbedingungen in oft überfüllten Lagern, Notunterkünften oder informellen Siedlungen ohne ausreichenden Zugang zur Gesundheitsversorgung in Gesundheitskrisen besonders gefährdet, erklärte Bilak.

Neuer Höchststand ? Ende 2019 weltweit fast 51 Millionen Binnenflüchtlinge
Dietrich Karl Mäurer, ARD Zürich
28.04.2020 14:26 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. April 2020 um 09:00 Uhr.

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