Billy Six | Bildquelle: dpa

Inhaftierter deutscher Journalist Reporter ohne Grenzen fordert Freilassung

Stand: 30.12.2018 14:27 Uhr

Seit Wochen sitzt der deutsche Journalist Six in einem venezolanischen Geheimdienst-Gefängnis. Reporter ohne Grenzen fordert seine Freilassung: Die Vorwürfe seien "hanebüchen".

Reporter ohne Grenzen (ROG) fordert die Freilassung eines seit sechs Wochen in Venezuela inhaftierten deutschen Journalisten. Dem 32-jährigen Billy Six, der unter anderem mehrfach für die rechtskonservative Wochenzeitung "Junge Freiheit" schrieb, wird nach Berichten aus dem Land Spionage und Rebellion vorgeworfen.

Die Vorwürfe seien zum größten Teil "hanebüchen" und in keiner Weise belegt, sagte ROG-Vorstandssprecher Michael Rediske der Deutschen Presse-Agentur. Six sei wegen seiner journalistischen Recherchen verhaftet worden. "Es ist ein gängiges Mittel autoritärer Regime, recherchierende Journalisten der Spionage zu bezichtigen."

Kontakt mit dem Auswärtigen Amt

Laut Unterstützern wurde Six am 17. November in Punto Fijo festgenommen. Er werde seitdem in einem Gefängnis des Geheimdienstes Sebin in Caracas festgehalten. Auch ein Brief der Eltern wird zitiert. Demnach kritisieren sie, die Bundesregierung unternehme nicht genug für die Freilassung.

Six war nach Angaben der venezolanischen Nichtregierungsorganisation Espacio Público zeitweise im Hungerstreik. Nach eigenen Angaben leidet er an Dengue-Fieber. Im Falle einer Verurteilung durch ein Militärtribunal drohen ihm bis zu 28 Jahre Haft.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes hatte am Freitag erklärt, Six werde seit Anfang Dezember konsularisch betreut. "Wir stehen dazu mit den venezolanischen Behörden in Kontakt, und zwar sehr hochrangig. Wir schöpfen die diplomatischen Möglichkeiten wirklich aus, um den konsularischen Zugang zu bekommen, um einen Haftbesuch zu ermöglichen", sagte der Sprecher. Bisher habe es ein Telefonat mit Six gegeben.

Rediske sagte, das Auswärtige Amt und die Botschaften unternähmen nach bisherigen Erfahrungen alles, um inhaftierte Journalisten freizubekommen. Reporter ohne Grenzen irritiere aber, dass das Ministerium in diesem Fall keine genaueren Informationen gebe.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. Dezember 2018 um 14:00 Uhr.

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