Mehrere Menschen sind vor dem iranisches Konsulat zu sehen, das in Brand gesteckt wurde. | Bildquelle: MURTAJA LATEEF/EPA-EFE/REX/Shutt

Proteste im Irak Demonstranten setzen iranisches Konsulat in Brand

Stand: 08.09.2018 00:13 Uhr

Seit Tagen gibt es gewalttätige Proteste in der irakischen Stadt Basra, mehrere Menschen kamen ums Leben. Demonstranten setzten nun das iranische Konsulat in der Zwei-Millionen-Stadt in Brand.

Demonstranten haben in der irakischen Stadt Basra das iranische Konsulat angegriffen und in Brand gesetzt. Irakische Sicherheitskräfte gaben Schüsse ab, um die Proteste aufzulösen.

Der Iran verurteilte den Angriff, durch den das Gebäude erheblich beschädigt worden sei. Jedoch seien weder Diplomaten noch Angestellte verletzt worden, sagte Außenamtssprecher Bahram Ghassemi am Abend in Teheran. "Wir erwarten die umgehende Verhaftung und Bestrafung der Angreifer", sagte Ghassemi. Es sei die Pflicht der irakischen Regierung, die Sicherheit der diplomatischen Missionen zu garantieren. Der Angriff sei geplant worden mit dem Ziel, die freundschaftlichen Beziehungen der beiden Nachbarländer zu untergraben.

Proteste richten sich gegen Korruption und Misswirtschaft

Am Freitagabend war eine Ausgangssperre für die Stadt verhängt worden. Kurz vor 21 Uhr erklärten die Behörden, es würden alle, die sich auf der Straße befänden, festgenommen.

Die seit Juli anhaltenden Proteste in der ölreichen Region, die sich auch auf andere Städte ausweiteten, richten sich gegen Korruption, Misswirtschaft und die massiven Probleme bei der Versorgung mit Trinkwasser. Mehr als 30.000 Menschen in Basra mussten behandelt werden, weil sie verunreinigtes Wasser getrunken hatten.

Parlament kommt zur Sitzung zusammen

Am Donnerstag waren bereits andere Gebäude wie das der Provinzregierung in Brand gesteckt worden. Seit vergangenem Wochenende starben bei Unruhen mindestens neun Menschen, 93 weitere wurden verletzt, darunter 18 Sicherheitskräfte.

Das Parlament will heute in einer außerordentlichen Sitzung über die Forderungen der Demonstranten sowie die Gewalt debattieren, die seit Beginn des Monats immer wieder aufflammt. Die Sitzung findet statt, obwohl das Parlament gespalten ist: Zwei Lager behaupten jeweils, den größeren parlamentarischen Block zu bilden und daher den neuen Premierminister benennen zu dürfen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. September 2018 um 23:00 Uhr.

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