Julian Assange verlässt im Mai 2019 ein Londoner Gericht | Bildquelle: dpa

WikiLeaks-Gründer Ärzte besorgt über Assanges Gesundheit

Stand: 25.11.2019 08:05 Uhr

Seit April sitzt der WikiLeaks-Gründer Assange in einem Hochsicherheitsgefängnis. Nun fordern zahlreiche Ärzte in einem Brief an die britische Regierung seine Verlegung in eine Uniklinik - sein Leben sei in Gefahr.

In einem offenen Brief haben sich mehr als 60 Ärzte für die Verlegung von WikiLeaks-Gründer Julian Assange in eine Universitätsklinik ausgesprochen. In dem Schreiben, das die Mediziner an die britische Innenministerin Priti Patel richteten, heißt es, der inhaftierte Assange müsse dringend unter anderem wegen psychologischer Probleme behandelt werden. Er leide unter Depression, Zahnproblemen und schweren Schmerzen in der Schulter.

Um die nötige Hilfe zu bekommen, müsse der 48-Jährige aus dem Hochsicherheitsgefängnis in Belmarsh südöstlich von London in eine Universitätsklinik verlegt werden. Andernfalls bestünden "wirkliche Sorgen", dass Assange "im Gefängnis sterben könnte".

"Die medizinische Lage ist dringend. Es gibt keine Zeit zu verlieren", schrieben die Mediziner aus acht Staaten, darunter Deutschland. Bei ihrer Einschätzung stützten sie sich nach eigenen Angaben auf Augenzeugenberichte von Assanges Gerichtstermin am 21. Oktober sowie auf einen Bericht von UN-Berichterstatter Nils Melzer. Die Ärzte äußerten Zweifel daran, dass Assange fit genug sei für die anstehenden Anhörungen zur von den USA beantragen Auslieferung.

USA fordern Auslieferung

Assange hat in Großbritannien eine Haftstrafe wegen Verstoßes gegen Kautionsauflagen verbüßt, sitzt aber wegen Fluchtgefahr weiter in Haft. Zuvor hatte er sich sieben Jahre lang in der ecuadorianischen Botschaft in London aufgehalten, um einer Auslieferung nach Schweden wegen Vergewaltigungsvorwürfen zu entgehen. Die schwedische Justiz hatte vergangenen Dienstag die Ermittlungen dazu eingestellt.

Die USA fordern Assanges Auslieferung wegen Spionagevorwürfen im Zusammenhang mit seiner Arbeit bei WikiLeaks. Laut der Ärztin Lissa Johnson ist ein medizinisches Gutachten nötig, um festzustellen, ob Assange "medizinisch fit" für ein Gerichtsverfahren ist.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. November 2019 um 08:00 Uhr.

Darstellung: