Alberto Fernandez jubelt mit Cristina Kirchner über seinen Sieg bei der Präsidentschaftswahl in Argentinien | Bildquelle: AFP

Machtwechsel Argentinien steht vor einem Linksruck

Stand: 28.10.2019 09:12 Uhr

Die Argentinier haben für den Linksruck gestimmt: Alberto Fernández setzte sich im ersten Wahlgang um das Präsidentenamt durch. Mit ihm kehrt auch Ex-Staatschefin Kirchner an die Spitze zurück.

Von Ivo Marusczyk, ARD-Studio Buenos Aires

Mitten in einer schweren Wirtschaftskrise steht Argentinien vor einem Machtwechsel: Alberto Fernández löst den wirtschaftsliberalen Mauricio Macri ab. Fernandez kam auf gut 48 Prozent der Stimmen. Nach argentinischem Wahlrecht reicht das für einen Sieg im ersten Wahlgang, ohne Stichwahl.

Damit steht Argentinien vor einem Linksruck: Der gewählte Präsident kündigte eine Politikwende an. "Wir fangen heute an, eine neue Seite aufzuschlagen, die alte zu vergessen und eine neue Geschichte zu schreiben", sagte Fernández nach der Wahl. Die Macht liege jetzt nicht mehr in der Macht der Reichen, sondern in der Hand der Argentinier, rief Fernández seinen Anhängern zu. Er versprach ihnen "ein neues Land".

Linksruck nach Wahlen in Argentinien
tagesthemen 22:15 Uhr, 28.10.2019, Matthias Ebert, ARD Buenos Aires

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Keine konkreten Aussagen

In Buenos Aires feierten Tausende Menschen auf der Prachtstraße Avenida Corrientes dieses Versprechen. Auch wenn überhaupt nicht klar ist, wie Fernández Argentinien aus der schweren Krise steuern will, die das Land durchlebt. Konkrete Aussagen zur Wirtschaftspolitik hat er bisher vermieden.

Genauso stürmisch wie der neue Präsident wurde Cristina Kirchner gefeiert. Die umstrittene Politikerin kehrt als Vizepräsidentin in die Regierung zurück. Sie hatte Fernández die Kandidatur angetragen, weil der als gemäßigter Strippenzieher geltende Politiker auch für die politische Mitte wählbar war. Ein Kalkül, das aufgegangen ist. Kirchner ließ keinen Zweifel, dass sie an die Politik ihrer Regierungsjahre anknüpfen möchte.

Strenge Devisenkontrollen

Der abgewählte Präsident Macri räumte die Niederlage ein und versprach einen geordneten Übergang. Fernández und Kirchner übernehmen die Regierung mitten in einer dramatischen Wirtschaftskrise.

Argentinien leidet unter der dritthöchsten Inflation der Welt, die Wirtschaft schrumpft. Mehr als ein Drittel der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze, und die Regierung kann ihre Schulden eigentlich schon nicht mehr bezahlen. Die Zentralbank verhängte noch in der Nacht strenge Devisenkontrollen.

Die Argentinier dürfen pro Monat nur noch Pesos im Wert von 200 Dollar umtauschen. Bis jetzt lag diese Grenze bei 10.000 Dollar. In den letzten Wochen musste die Regierung Millionen für Stützkäufe ausgeben, damit die Währung nicht ins Bodenlose abstürzt. Die Reserven sind dadurch bedrohlich zusammengeschrumpft.

Linksruck in Argentinien - Peronist Fernández gewinnt die Wahl auf Anhieb
Ivo Marusczyk, ARD Buenos Aires
28.10.2019 07:45 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. Oktober 2019 um 08:21 Uhr.

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